Keine Zombie-Stadt: Wunsch nach lebendiger Innenstadt

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Die Gothaer Innenstadt soll auch künftig lebendig und attraktiv bleiben. Das Citymanagement der Stadt, die KulTourStadt Gotha GmbH und der Gewerbeverein Gotha arbeiten kontinuierlich an innovativen wie auch bewährten Projekten.

„Viele Besucher kommen immer zu mir und sagen: Gotha hat die schönste Innenstadt Deutschlands. Das muss auch in Zukunft so bleiben“, bemerkte Oberbürgermeister Knut Kreuch bei der Vorstellung des Innenstadtkonzepts Anfang Februar im Rathaus.

Dabei wird auf zwei Komponenten besonderer Wert gelegt. Auf der einen Seite stehen der Tourismus und das Kulturerlebnis. Dank verschiedener Veranstaltungen, beispielsweise dem Gothardusfest oder dem Weihnachtsmarkt, werden Menschen aus der gesamten Bundesrepublik in die Residenzstadt gelockt. „5.600 Gäste beförderte der ‚Friedenstein-Express‘, 28.600 Besucher entdeckten Gotha im Rahmen einer Gästeführung, 84.379 Personen haben die Touristinfo besucht“, zählte Nicole Köllner, Leiterin der Tourist-Info der KulTourStadt, auf. Diese hohen Zahlen kamen 2025 zum Teil auch durch das Jubiläumsjahr zustande, doch es könne nicht jedes Jahr so groß gefeiert werden, ergänzte Köllner lachend. Dennoch wolle das Dreigespann aus Citymanagement, Gewerbeverein und KulTourStadt auch 2026 ähnliche Zahlen erreichen. Dazu wurde bereits jetzt ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm unter anderem mit GOTHAsür, einem Gesundheitsmarkt und dem Ostermarkt veröffentlicht.

Als zweite Komponente zur Sicherung einer lebendigen Innenstadt gilt die regionale Wirtschaft. Um diese zu stärken, laufen verschiedene Projekte und Programme. Ganz vorne mit dabei ist der GOTHA GUTSCHEIN. Seit seiner Einführung im Jahr 2020 verblieben somit 820.000 Euro in den Kassen der regionalen Wirtschaft und der Händler. Mit 80 Annahmestellen ist für jeden etwas dabei. Derzeit wird intensiv am digitalen GOTHA GUTSCHEIN gearbeitet. „Ende 2027 werden wohl keine analogen Karten mehr benötigt“, sagte Darya Inochentsy, Vorsitzende des Gewerbevereins Gotha. Die Bezahlkarte sorge für eine höhere Sichtbarkeit der hiesigen Händler und halte die Kaufkraft in der Stadt und im Landkreis Gotha.

Weiterhin herausfordernd bleibt die Entwicklung des Leerstands. „Ganz auffällig sind der obere Teil der Erfurter Straße und ein Abschnitt der Jüdenstraße. Besonders die Erfurter Straße galt einst als 1-A-Lage. Jetzt möchte sich kaum noch ein Händler dort niederlassen“, bedauerte Knut Kreuch. Die Gründe seien vielfältig: Einerseits befänden sich viele Gebäude in einem so maroden Zustand, dass eine Investition als zu riskant erscheint, andererseits sind die Mietpreise auf abnormen hohem Niveau. „Da kann die Stadt auch nicht einfach hingehen und Gebäude kaufen“, so der Oberbürgermeister. Als Beispiel führte er das alte Moses-Kaufhaus an. Selbst wenn die Stadt das Gebäude erwerbe und Unternehmen dort einziehen ließe, würde das Problem des Leerstands lediglich verlagert. „Wir dürfen Händler nicht von einem Ort an den anderen schieben. Was es braucht, sind neue, engagierte Unternehmer, die sich dort niederlassen wollen“, fasst­e Kreuch die Situation zusammen. Bisherige Gespräche unter anderem mit Decathlon und Primark verliefen ergebnislos. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 2 (2026)

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