Anfang vom Ende eines Schandflecks: Fördermillionenen für Sanierung des Gothaer Hauptbahnhofes

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Ministerpräsident Mario Voigt, Infrastrukturminister Steffen Schütz,

Da wirkten sie alle recht zufrieden, am 17. April. In der Haupthalle des Bahnhofsgebäudes nahm Oberbürgermeister Knut Kreuch den Fördermittel-Bescheid des Freistaats Thüringen von Ministerpräsident Mario Voigt sowie Infrastruktur- und Digitalminister Steffen Schütz entgegen (hier im Bild zu sehen).

Rund 13 Millionen Euro erhielt die Stadt – oder besser gesagt die Baugesellschaft Gotha – für das Projekt „Bahnhof Gotha – Mobilitätsknoten im Gunstraum Erfurt“. Zehneinhalb Millionen Euro davon stammen aus EFRE-Mitteln, rund zweieinhalb Millionen Euro aus der Städtebauförderung.

Umbau, Wiederaufbau, Sanierung: Egal, wie es letztendlich bezeichnet wird, die Maßnahmen werden bis 2036 andauern – mindestens. Die Arbeiten werden Mittel in Höhe von 22 Millionen Euro verschlingen. Zu den Fördergeldern steuern die Stadt Gotha und die BGG jeweils viereinhalb Millionen Euro bei.

„Alle noch lebenden Generationen in Gotha kennen den Bahnhof nur in seinem heutigen Zustand“, sagte Knut Kreuch am Tag der Scheckübergabe. Ähnlich äußerte sich Infrastrukturminister Steffen Schütz: „Der Bahnhof sieht heute noch genauso aus wie damals, als ich mit meiner Klasse zum Wandertag nach Gotha kam.“

Im „Zuge“ der Etablierung der Eisenbahnverbindung Gotha—Erfurt im Jahr 1847 wurde auch das Bahnhofsgebäude errichtet. Damit zählt der heute noch existierende Teil – jener direkt an der Unterführung – zu einem der ältesten noch bestehenden und genutzten Bahnhofsgebäude im Freistaat und der ganzen Bundesrepublik. In den folgenden Jahren wurde der Hauptbahnhof weiter ausgebaut und erlebte seine Hoch-Zeit Ende des 19. sowie Anfang des 20. Jahrhunderts. 1945 wurde das Gebäude bombardiert und seither nicht wieder aufgebaut. Wiederhergestellt werden soll der Zustand, der 1907 in Bauzeichnungen festgehalten wurde. Doch es ist noch mehr geplant.

„Es wird ein Ort, der ‚Willkommen‘” sagt. Hier wird alles zu finden sein, was zu einer ansprechenden Reise gehört. Zusätzlich wird das Kultur- und Stadtarchiv hier einziehen“, sagte Knut Kreuch. Die Thüringer Landesregierung, allen voran die anwesenden Ministerpräsident Mario Voigt und Infrastrukturminister Steffen Schütz zeigten sich von den Ideen begeistert.

„Dieser Bahnhof ist eine Schande für eine Stadt mit einem solchen kulturellen Reichtum. Das ‚Entrée‘ ist wichtig. In Sekunden entscheiden Besucher, ob sie eine Stadt besuchen wollen oder nicht. Da gibt es keine zweite Chance“, beklagte Schütz. Überzeugt habe ihn das multifunktionale Konzept aus Verkehrsknoten und Arbeitsstätte. Zudem könne der Bahnhof zu einem Vorzeigeprojekt für die Stadt, die Region und den gesamten Freistaat werden. „Digitalisierung, Photovoltaik-Anlage, ein Gründach und eine nachhaltige Bauweise zeichnen das Konzept aus“, so der Minister.

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt sieht außerdem einen Wandel in der Mentalität der Menschen. Wer sich Tag für Tag nur beschwere, werde nichts erreichen. Hingegen werde hier laut Ministerpräsidenten etwas geschaffen, das als Abziehbild für ganz Thüringen dienen könne. Dazu Voigt: „Alle ziehen an einem Strang. Bund, Land, Europa und die Stadt senden damit ein deutliches Signal: Wir arbeiten zusammen und haben die Kraft und Stärke, neue Ideen zu entwickeln und etwas zu bewegen.“

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 4 (2026)

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