Trainer-Ikone feiert Geburtstag: Gothaer Fußball-Lehrer Heinz Schönemann wurde 90

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Heinz Schönemann bei zur Verleihung des Ehrenpreis 60plus 2012 bei der Spotgala des Landkreises

Am 14. Juni 2026 ist er 90 Jahre geworden: die Gothaer Fußballtrainerlegende Heinz Schönemann.

von Maik Schulz

Vor zehn Jahren erhielt er bei der Sportlergala des Landkreises Gotha aus den Händen von Petra Heß eine Auszeichnung (Foto) – und man muss sagen: Jede Auszeichnung, die er im Verlaufe seiner Jahre erhielt, war eine überaus verdiente.

Über viele Jahrzehnte trainierte Heinz Schönemann bei der BSG Motor Gotha und später bei Wacker Nachwuchsmannschaften – im Ehrenamt. Hauptberuflich war er vor seiner Entlassung in den Vorruhestand als Leiter der Finanzplanung im VEB Lufttechnik und später im Kraftfahrzeugwerk tätig. Heinz Schönemann, der alzheimerkrank in einem Gothaer Pflegeheim wohnt, hat sich als Nachwuchstrainer von 1970 bis 2013 weit über die Kreisgrenzen hinaus einen Namen gemacht.

Der Gothaer Wacker-Präsident Thomas Fiedler brachte die Vielzahl an Jahren in seiner Trainertätigkeit einst auf den Punkt: „Würde man die Namen der Kinder, die von ihm eine fundierte Fußballausbildung erhielten, aneinanderreihen, es kämen selbst eng- und kleinbeschrieben etliche Meter Papier zur Verwendung.”

Wenn man mit ehemaligen Spielern spricht, dann kommen drei Begriffe immer wieder zur Sprache, die seine Arbeit geprägt haben: Enthusiasmus, respektvoller und gleichberechtigter Umgang und eine ordentliche Erziehung auch abseits des Fußballfeldes – all das war Heinz Schönemann immer wichtig. Und deshalb überrascht es nicht, wenn die Nachfrage bei drei heute 55-jährigen Männern, die in den 1980er Jahren teilweise über viele Jahre bei ihm trainierten, vor allem eins bringen: Dankbarkeit beim Rückblick auf diese gemeinsamen Jahre.

Lars Heustock aus Remstädt wurde – unter seinen Fittichen – einst zum FC Rot-Weiß Erfurt delegiert: „Da war er schon sehr hinterher“, erinnert sich Heustock, „da hat er sich mächtig ins Zeug gelegt. Ich kann nur Gutes sagen, teilweise war er für die Spieler wie ein Ersatzvater.“

Genauso sieht es Tim Kaschner, der ebenfalls unter Trainer Schönemann delegiert wurde – damals zu Motor Weimar. „Es ist auch im Rückblick einfach bewunderswert, mit welcher Leidenschaft Heinz Schönemann uns das Fußballspielen beigebracht hat. Und eben nicht nur uns, sondern über viele Jahrzehnte auch jede Menge anderen Jungen. Bemerkenswert!“

Karl-Heinz Sauerbrey, jüngst beim Stadionjubiläum selbst vom Thüringer Fußballverein geehrt, verweist darauf, dass Heinz Schönemann bei allem sportlichen Ehrgeiz „immer höflich und zuvorkommend war. Das war seine Art!“ Schönemann habe – auch als Spieler – „zu jedem ein sehr gutes Verhältnis gehabt.“

Was nicht heißt, dass er bei Niederlagen seiner Teams gute Laune an den Tag legte. Allein – er ließ es nie an der Mannschaft aus. Spielte die Truppe nicht so, wie es abgesprochen war, dann kam sein Frust darüber in einem einzigen Satz zum Ausdruck: „Mensch Meier, Meier, Meier!“

Diese Erinnerung bestätigt auch Mario Hochberg. Der heutige Präsident des Kreissportbundes trainierte einst auch viele Jahre unter Heinz Schönemann. Und war der einzige aller Spieler seines Jahrgangs, die nach einer Niederlage im Auswärtsspiel eine persönliche Strafe hinnehmen musste: „Ich wohnte damals nebenan. Verloren wir auswärts, dann musste ich immer den Dress-Koffer vom Busbahnhof nach Hause tragen“, erinnert sich Hochberg – und lacht.

Unbestritten ist das, was Thomas Fiedler zu Heinz Schönemann sagte: „Für unzählige Menschen, die bei Motor oder Wacker das Fußballspielen erlernten, bis du einer der wertvollsten Fußballtrainer gewesen. Und das wirst du bleiben!“

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 6 (2026)

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