Halbes Jahr intensiver Arbeit zeigt erste Erfolge

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Vor sechs Monaten musste die Drogeriemarktkette „Schlecker“ Insolvenz anmelden. Im Landkreis Gotha und im Unstrut-Hainich-Kreis waren insgesamt 89 Mitarbeiter, vorwiegend Frauen, davon betroffen. Ein Viertel der Betroffenen konnte bereits eine neue Beschäftigung aufnehmen, die meisten davon im Handel. Bislang unterbreitete die Agentur für Arbeit Gotha den ehemaligen Schleckerbeschäftigten 437 Vermittlungsvorschläge. Da-mit hat jeder Betroffene rein rechnerisch 5 konkrete Jobangebote erhalten.

„Die Insolvenz von Schlecker beschäftigt uns sehr. Ein halbes Jahr inten-siver Arbeit liegt hinter uns und den Betroffenen. Ich freue mich, dass rund ein Viertel bereits einen neuen Job gefunden hat. Mit allen anderen stehen wir im engen Kontakt. Wir haben Bildungsbedarfe rasch ermittelt und Bil-dungsgutscheine ausgegeben. Der regionale Arbeitsmarkt ist im Einzel-handel jedoch unterschiedlich aufnahmefähig. Hinzu kommen bei einigen Betroffenen Probleme bei der Mobilität oder Arbeitszeit. Die Vermittler in der Agentur für Arbeit stehen den ehemaligen Schleckermitarbeitern mit Rat und Tat zur Seite“, sagte Ina Benad, Vorsitzende der Agentur für Arbeit in Gotha.

Die Jobchancen für die Betroffenen sind recht unterschiedlich. Sie hängen sowohl von persönlichen Voraussetzungen wie Ausbildung, Mobilität und familiärer Situation ab, als auch vom lokalen Arbeitsmarkt. Ebenso werden berufliche Chancen in anderen Branchen besprochen und bei Bedarf wer-den diese mit gezielter beruflicher Weiterbildung umgesetzt.

„Wir beobachten in den letzten Monaten, dass die Dynamik und die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes sinken. Vor diesem Hintergrund ist es gerade im Handel schwierig, neue Beschäftigungschancen zu eröffnen. Zwar gibt es in anderen Branchen einen erhöhten Fachkräftebedarf aber man kann nicht aus jeder ehemaligen Schlecker-Beschäftigten eine Fachkraft für andere Bereiche machen. Dafür braucht es Motivation für etwas Neues, die Bereitschaft zur Mobilität und auch Zeit. Die Mehrheit der Betroffenen sieht jedoch im Handel ihre berufliche Zukunft“, sagte Ina Benad.

„Wichtig für die Betroffenen war an erster Stelle, dass sie finanziell über die Arbeitslosenversicherung abgesichert sind. Die Bewilligung des Ar-beitslosengeldes erfolgte schnell und reibungslos. Nach dem Schock der Insolvenz und dem damit verbundenen Jobverlust, mussten sich die Betroffenen neu finden und orientieren. Hierbei unterstützen wir unsere Kun-den intensiv. Durch eine genaue Analyse der Stärken und Schwächen konnten wir Bildungsbedarfe schnell erkennen. Bislang haben wir allen Betroffenen verschiedene Jobangebote unterbreiten können. Dass es da-bei nicht immer zu einer Einstellung kommt, liegt am Arbeitsmarkt und der relativ großen Anzahl von Bewerbern im Bereich Handel. Wir werden diejenigen, die schlechtere Chancen haben, mittelfristig mit Qualifizierungsangeboten fit machen und so die Aussicht einen neuen Job zu finden, verbessern“, lautet das Fazit von Ina Benad nach einem halben Jahr intensiver Arbeit mit den ehemaligen Schlecker-Mitarbeitern.

Bislang erhielten 23 ehemalige Schleckerbeschäftigte im Agenturbezirk Gotha ein Angebot für eine berufliche Weiterbildung.

Im Landkreis Gotha waren von der Insolvenz 39 Menschen betroffen. Bislang konnten 10 Personen einen neuen Job finden.

Im Unstrut-Hainich-Kreis wurden durch die Insolvenz 50 Menschen arbeitslos. Bislang gelang es 11 Betroffenen eine neue Beschäftigung zu finden.

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