Der Arbeitsmarkt in Mittelthüringen im Dezember 2012

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„Nachlassende konjunkturelle Dynamik, verhaltene Kräftenachfrage, Anzeichen des demografischen Wandels sowie Licht und Schatten in den Branchen prägten das Jahr 2012“, sagt Beatrice Ströhl, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Erfurt. In Zahlen: ein Plus von einem Prozent bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, sechs Prozent weniger Arbeitslose im Jahresdurchschnitt und ein leichtes Stellenminus von einem Prozent kennzeichneten 2012.

Das Jahr startete mit über 28.000 Arbeitslosen. Im November sank die Arbeitslosigkeit auf den niedrigsten Wert (23.044) und eine Arbeitslosenquote von 8,2 Prozent. Im Jahresdurchschnitt betrug die Quote 9,0 Prozent (2011: 9,5 Prozent) und 25.247 arbeitslose Menschen. Das sind 1.522 weniger als 2011 (-5,7 Prozent). Unternehmen meldeten insgesamt 22.403 Arbeitsstellen und 3.088 betriebliche Ausbildungsstellen (+2 Prozent). Insgesamt haben die Agentur für Arbeit und die Jobcenter über 55.000 Menschen durch Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik bei ihrer Arbeitssuche unterstützt, davon über 5.100 Menschen durch eine berufliche Weiterbildung und knapp 6.700 bei der Aufnahme einer Arbeit.

„Zum Jahresende setzte sich die abgeschwächte Dynamik fort. Die Zahl der arbeitslosen Menschen stieg leicht an, Unternehmen meldeten uns weniger neue Stellen und es fanden weniger Menschen nach ihrer Arbeitslosigkeit eine neue Stelle“, sagt Ströhl. Vom November zum Dezember stieg die Zahl der Arbeitslosen um 559 auf 23.603 (2,4 Prozent). Verglichen mit 2011 sind in Mittelthüringen – in den Regionen Erfurt, Weimar, Weimarer Land, Ilm-Kreis und Landkreis Sömmerda – 989 weniger Menschen arbeitslos (-4 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg von 8,2 auf 8,4 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 8,8 Prozent.

Rückläufig war die Arbeitslosigkeit bei Jüngeren und Langzeitarbeitslosen. So waren in Mittelthüringen 1.622 Menschen unter 25 Jahren ohne Arbeit. Das waren 20 weniger als im November und 88 weniger als ein Jahr zuvor. 7.864 Menschen waren länger als ein Jahr arbeitslos. Das sind 933 weniger als im Dezember 2011.

„Vor allem bei den Beschäftigungsaufnahmen sehen wir die abgeschwächte Dynamik. Konnten 2011 noch über 24.500 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch eine Beschäftigung beenden, so waren es 2012 nur knapp 22.000 Menschen. Das sind zehn Prozent weniger“, sagt Ströhl. Im Dezember beendeten 1.344 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch eine neue Beschäftigung. 2.439 Menschen verloren ihre Arbeit.

Die Unterbeschäftigung weist aus, wie viele Menschen neben Arbeitslosigkeit an Maßnahmen, Qualifizierungen teilnehmen oder z.B. erkrankt sind. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung stieg ebenfalls leicht – auf 33.004. Das sind 1.765 weniger als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigungsquote lag damit bei 11,5 Prozent.

„Aufgrund der Neuansiedlungen ist die Arbeitskräftenachfrage auch im Dezember mit über 1.500 Stellen auf einem hohen Niveau. Ohne diese Projekte hätten uns Unternehmen im Jahresverlauf 2012 deutlich weniger Stellen gemeldet“, erläutert Ströhl. Insgesamt meldeten Unternehmen seit Jahresbeginn 22.403 Stellen. Das sind 210 weniger als im Vorjahreszeitraum.