Siegreicher Schlussakkord in Lobeda-West

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Im Abschied liegt die Geburt der Erinnerung, sagt ein deutsches Sprichwort. Seit Samstagabend ist Lobeda-West für Jenas Zweitliga-Basketballer Vergangenheit. Mit einem stark offensiv geprägten 111:100-Sieg verabschiedete sich Science City Jena gegen die BG Karlsruhe von alter Wirkungsstätte, um über die Feiertage in die neue Sparkassen-Arena zu wechseln.

Über 1200 Fans waren gekommen, um sich zusammen mit Jenas Korbjägern noch einmal respektvoll vor der Werner-Seelenbinder-Halle zu verbeugen.

Während auf der Anzeigetafel ein emotionales Abschiedsvideo lief, im Anschluss Freibier für ausgelassene Stimmung sorgte, verdrückten ein paar Zuschauer wenn auch heimlich Tränen der Rührung. Bereits vor der Schlusssirene hatten die Fans mit Konfetti- und Luftschlangenregen für eine Stimmung der ganz besonderen Art gesorgt, feierten ihre Helden natürlich auch nach dem siegreichen Schlussakkord ausgiebig.

„Es war für mich das erwartet schwere Spiel. Karlsruhe hat uns heute alles abverlangt und bewiesen, dass die Mannschaft in der Tabelle eigentlich nach oben gehört“, sagte Jenas Trainer Björn Harmsen nach dem Schlussakkord in Moll. „Lob und Respekt an unsere Zuschauer, die heute für eine unglaubliche Stimmung gesorgt haben. Eine Choreografie wie vor dem Spiel sieht man nur selten. Die Atmosphäre war bombastisch. Vielen Dank dafür aber auch Gratulation an meine Mannschaft, die in der zweiten Halbzeit mit viel Herz gekämpft hat, um sich mit einem Sieg aus der Halle verabschieden zu können“, sagte Harmsen.

Aus sportlicher Sicht entwickelte sich das Duell gegen die Badener zur bereits vorab erwarteten Nagelprobe. Vom Start weg unterstrichen die Gäste, dass sie nicht nur gekommen waren, um als Statisten den Jenaer Feierlichkeiten beizuwohnen. Frühzeitig auf 10:2 enteilt, hatte Science City anfänglich erhebliche Mühe den Baden-Württembergern zu folgen.

Während die Saalestädter zwar für die optischen Reizpunkte sorgten, ein Alley oop von Garrett Sim auf Dennis Tinnon zum 12:18 (5.) die Fans erstmalig von den Sitzen riss, auch Billy Rush per Dunk zum 16:20 (7.) spektakulär abschließen konnte, erwies sich die nüchterne Effektivität der Karlsruher zunächst als das probatere Mittel. So gelang es dem Team um Trainer Torsten Daume einen 29:21-Vorsprung bis zur 13.Minute zu konservieren. Harmsens taktische Notbremse nach dem Treffer zum 38:28 aus Sicht der BG zeigte dann jedoch die erhoffte Wirkung.

Ein durch Kapitän Ermen Reyes-Napoles abgeschlossener Jenaer Zwischenspurt zum sorgte fünf Minuten vor dem Kabinengang für Jenas erstmalige Führung, 39:38. Nachdem die zunehmend aggressive Verteidigung der Thüringer besser zu greifen begann, leuchtete zur Halbzeit ein hauchdünner 56:55-Vorsprung für Science City von der Anzeigetafel.

Auch nach Wiederanpfiff blieb das sich zu einem Geduldsspiel entwickelnde Duell eng und umkämpft. Erst durch einen Korbleger vom erneut gut aufgelegten Center Daniel Mayr (83:72, 28.) gelang es den Hausherren sich deutlicher abzusetzen. Während die bis zur 30.Minute herausgespielte 87:76-Führung nur statistischen Charakter hatte, sorgte Karlsruhes Flügel Rouven Roessler mit zwei aufeinanderfolgenden Distanzwürfen zum 91:82 (33.) für die Rückkehr der Nervosität auf den Tribünen.

Erst nachdem Trainer Björn Harmsen die Feinabstimmung seine Akteure im Verlauf einer Auszeit nachjustiert hatte lief das Jenaer Spiel wieder in geordneten Bahnen. Jenas zwischen neun und elf Punkten pendelnder Vorsprung stabilisierte sich bis in die Schlussphase. Während erneut Roessler mit einem Dreier auf 99:94 (37.) verkürzen konnte, Tyshawn Good die Gäste bis zum 103:100 im Spiel halten konnte, sorgten vier Freiwürfe von Lars Wendt und Garrett Sim zum 107:100 (39.) für die endgültige Entscheidung.

Nach einem unsportlichen Foul von Andreas Büchert drei Sekunden vor der Sirene an die Linie geschickt, war es dann Garrett Sim vorbehalten, für die letzten Punkte in Lobeda-West zu sorgen.

SCJ: Sim 29 Punkte, Hudson 22, Tinnon 16 (13 Reb.), Wendt 8, Rush 8, Kuhn 8, Reyes-Napoles 4, Schaffartzik 3, Voigtmann

Autor: Tom Prager

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