Der Direktor der US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC), Dr. Tom Frieden, hat angekündigt, die internationale Kampagne zum World Sepsis Day (WSD, deutsch: Welt-Sepsis-Tag) als offizieller Botschafter zu unterstützen.
Damit konnten die Initiatoren des WSD einen der einflussreichsten Gesundheitspolitiker der Vereinigten Staaten als Fürsprecher gewinnen. In seiner Rolle als Botschafter betont Dr. Frieden, wie immens wichtig es ist, Sepsis als Krankheitsbild einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und auf die gravierenden Auswirkungen hinzuweisen, wofür er seine volle Unterstützung zusagt.
„Eine Sepsiserkrankung kann für Patienten und deren Familien furchtbar sein. Selbst wenn man eine Sepsis überlebt, so haben die Erkrankten oft lebenslange Folgen zu tragen“, erklärt CDC-Direktor Dr. Tom Frieden. „Wir müssen deshalb nicht nur verstärkt auf dieses Krankheitsbild hinweisen, darüber aufklären und die Früherkennung verbessern, damit mehr Patienten geschützt werden und überleben. Wir müssen darüber hinaus auch die Ursachen von Sepsis verstehen, damit wir sie vermeiden können wann immer möglich.“
Im Jahr 2011 veröffentlichten die CDC in einem Bericht Zahlen zur Sepsishäufigkeit. Darin heißt es, dass 2008 mehr als doppelt so viele Patienten aufgrund einer Sepsis im Krankenhaus behandelt wurden wie noch 2002. Mehr als 120.000 Menschen starben dem Bericht zufolge im Jahr 2008 in den Vereinigten Staaten an einer Sepsis. In Deutschland sind jährlich ca. 154.000 Menschen betroffen, 56.000 Sepsis-Patienten versterben.
Trotzdem ist das Krankheitsbild der Sepsis in der Öffentlichkeit kaum bekannt und wird auch von Ärzten und Medizinern vielfach unterschätzt und zu wenig verstanden. Die Initiatoren des World Sepsis Day wollen dies ändern und erhalten dabei nun durch Tom Frieden als oberste Instanz einer amerikanischen Gesundheitsbehörde auch in den Vereinigten Staaten prominente und einflussreiche Unterstützung.
Die CDC haben angekündigt, als nächsten Schritt in Kürze den Begriff „Sepsis” im A-Z Index ihrer Webseite neu aufzunehmen.
Hintergrundinformationen zur Sepsis und zum World Sepsis Day:
Sepsis ist die schwerste Form einer Infektion, hervorgerufen z.B. durch Bakterien, Viren oder Pilze. Es handelt sich dabei um einen lebensbedrohlichen Zustand, der auftritt, wenn sich die Immunantwort des Körpers auf eine Infektionserkrankung gegen die eigenen Gewebe und Organe wendet. In der Folge führt dies zum septischen Schock, zum Organversagen und letztlich zum Tode, insbesondere wenn die Sepsis nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird.
Weltweit erkranken ca. 25 Millionen Menschen jährlich an einer Sepsis, 8 Millionen davon sterben daran. Ungefähr 20% der Sepsis-Überlebenden kämpfen als Folge der Erkrankung mit kognitiven und körperlichen Beeinträchtigungen. Allein durch ausreichende Hygienemaßnahmen, bessere Prävention, frühzeitiges Erkennen und die sofortige Behandlung einer Sepsis könnte die Sterblichkeit deutlich gesenkt und die Beeinträchtigungen erheblich verringert werden. Pro Jahr könnten so bis zu 800.000 Menschenleben gerettet werden.
Der World Sepsis Day ist eine Initiative der Global Sepsis Alliance (GSA) mit dem Ziel, auf Sepsis als globales Problem mit tiefgreifenden Auswirkungen verstärkt aufmerksam zu machen. Die GSA ist eine registrierte Charity und Non-Profit-Organisation, die im Jahr 2012 unter der Leitung ihres Chairman, dem Jenaer Sepsis-Experten Konrad Reinhart, von Deutschland aus erstmals einen Welt-Sepsis-Tag initiiert hat. Der Welt-Sepsis-Tag findet seither jährlich am 13. September mit Veranstaltungen und Aktionen auf der ganzen Welt statt. In Deutschland wird der Welt-Sepsis-Tag gemeinsam von der Deutschen Sepsis-Geselschaft und der Sepsis-Stiftung ausgerichtet.
Das Hauptbüro für die Organisation und Koordination des World Sepsis Day ist am CSCC, dem Center for Sepsis Control and Care, einem vom BMBF geförderten In-tegrierten Forschungs- und Behandlungszentrum, am Universitätsklinikum Jena angesiedelt.
Hintergrundinformationen CDC:
Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) sind eine Behörde der Vereinigten Staaten mit Sitz in Atlanta, Georgia. Sie sind dem Ministerium für Gesund-heitspflege und Soziale Dienste (United States Department of Health and Human Services) unterstellt. Ein wichtiges Aufgabengebiet der CDC sind Infektionskrankheiten; damit entspricht ihre Zuständigkeit etwa denen des Robert-Koch-Instituts in Deutschland. Darüber hinaus kümmern sich die CDC um die allgemeine Prävention von (auch nicht übertragbaren) Krankheiten, den Schutz vor umweltbedingten Krankheiten, den Arbeitsschutz, die Gesundheitsförderung sowie die gesundheitliche Aufklärung.





















