Am 12. Dezember 2014 gaben die Deutsche Unesco-Kommission, Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters und die Kultusministerkonferenz die Nationale Schutzliste des Immateriellen Kulturerbes bekannt. In die Liste wurden aus 83 Bewerbungen 27 deutsche Bräuche und Wissensformen aufgenommen, die ab sofort unter dem besonderen Schutz der deutschen Zivilgesellschaft stehen. Ohne dass sich die Stadt Gotha oder ihre Institutionen selbst beworben haben, schaffte es die Residenzstadt gleich in der ersten Runde mit drei Titeln auf der Liste vertreten zu sein. Wir finden unter den Nummern
- Genossenschaftsidee
Eine Gothaer Idee, denn im Jahre 1858 tagte in Gotha der erste Kongress deutscher Volkswirte, der wesentlich die Genossenschaftsidee in Deutschland nach den Idealen von Raiffeisen und Delitzsch national verbreitete.
- Singen der Lieder der deutschen Arbeiterbewegung
Eine Gothaer Initialzündung, denn 1877 wurde hier der Erste Deutsche Arbeiter Sängerbund, die Dachorganisation aller Arbeitergesangsvereine gegründet. Gründer war der Gothaer Arbeiterführer und Sozialdemokrat Emil Sauerteig.
- Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft
Eine Landschaft mit starken Gothaer Impulsen, denn im Ekhoftheater des Schlosses Friedenstein, dem ältesten Barocktheater der Welt mit originaler Bühnentechnik, schlug 1775 die Geburtsstunde des deutschen Theaters, hier war der Wirkungsort des „Vaters der deutschen Schauspielkunst“ Conrad Ekhof, hier entstand 1776 die erste Renten- und Krankenversicherung für Schauspieler.
„Alle guten Dinge sind drei“, freut sich nach den Nominierungen Oberbürgermeister Knut Kreuch, der sichtlich stolz ist, dass aus der Geschichte der Residenzstadt eine so große Verantwortung für eine lebendige Zukunft erwächst. „Die Genossenschaftsidee ist in den Bereichen Wohnen und Finanzen in Gotha stark vertreten. Auch die Theaterlandschaft hat mit dem Ekhoffestival, mit den Aufführungen des Vereins „art der stadt“ und dem Museum Ekhoftheater sehr gute Potentiale. Nur beim Singen hapert es in Gotha, da müssen wir nachbessern“ weiß der Oberbürgermeister, der gleichzeitig darauf verweist, dass 1819 die Geburtsstunde der Gothaer Chorbewegung war und somit in knapp vier Jahren ein großes Singejubiläum ins Haus steht.























