Im Rahmen der Sonderausstellung „Elefantastisch! – Gotha ganz groß“ findet am kommenden Samstag, 10. September 2011, 19 Uhr ein Vortrag von Dr. Christian E. Loeben aus Hannover statt.
Im Gebiet des heutigen Syriens in der Nähe der Stadt Apamea ging Pharao Thutmosis III. (1479-1425 v. Chr.) auf Elefantenjagd. Dabei erlegte er 120 Tiere, ein bemerkenswerter Umstand, der sogar Eingang in die königlichen Annalen fand. Kein Wunder, dass der Syrische Elefant, eine Unterspezies des Indischen, inzwischen ausgestorben ist. Dennoch zeigt diese Quelle, dass für die Ägypter die Elefanten eine große Rolle spielten, obwohl die heimische Art seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. ausgestorben war. Abgesehen vom Beutetier war es natürlich das Elfenbein, das in großer Zahl nach Ägypten gelangen musste, um hier zu kostbaren handwerklichen Produkten verarbeitet zu werden. Stoßzähne des Afrikanischen Elefanten rangieren deshalb – neben Gold – unter den begehrtesten Produkten, die die Ägypter aus dem südlichen Nachbarland Nubien bezogen. In seinem Vortrag wird Dr. Christian E. Loeben auf diese große Elefantenjagd eingehen und zeigen, was die Ägypter aus dem kostbaren Elfenbein herstellten.
Der Referent Dr. Christian E. Loeben studierte Ägyptologie und Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin. Seit 1990 ist er wissenschaftlicher Reiseleiter für Ägyptenreisen und Exkursionen in ägyptische Sammlungen und Museen weltweit. 1992-2003 war er Dozent für Ägyptologie an der Humboldt-Universität zu Berlin, die zwei letzten Semester als Vertretung der vakanten Professur für Ägyptologie. Hier promovierte er 1999 mit einer Arbeit über „Beobachtungen zu Kontext und Funktion königlicher Statuen im Amun-Tempel von Karnak“ (2001 publiziert). Außerhalb Berlins lehrte Dr. Loeben auch an den Universitäten von Leipzig, Havanna, Marburg, Köln und Göttingen. Seit 1993 ist er ägyptologischer Fachberater für die Antikensammlung des Kubanischen Nationalmuseums der Schönen Künste in Havanna und ab 2004 Ägyptologe am Museum August Kestner, Hannover. Außerdem ist er „Deputy Mission Director“ der Grabungen des Tschechischen Nationalmuseums Prag in Wad ben Naga, Sudan und wurde im August 2010 eines von zehn gewählten Direktoriumsmitgliedern von CIPEG, dem „Internationalen Komitee für Ägyptologie im Internationalen Museumsrat (ICOM)“.





















