Die Studierendenräte von Universität und Fachhochschule Erfurt:

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Die Studierendenräte von Universität und Fachhochschule Erfurt nehmen einen Angriff auf die offene, menschenfreundliche Gesellschaftsstruktur wahr und rufen zu gewaltfreien Protesten gegen rassistische Veranstaltungen auf.

Seit einigen Wochen lädt die AfD im Rahmen ihrer sogenannten „Herbstoffensive“ zu Kundgebungen und Demonstrationen durch Erfurt ein, um gegen die Asylpolitik von Landes- und Bundesregierung zu demonstrieren. Diesem Aufruf folgen auch zahlreiche gewaltbereite Rechtsextreme, darunter Mitglieder von Parteien und Gruppierungen wie NPD, Der III. Weg, Die Rechte oder der Identitären Bewegung. Bisher hat sich die AfD nicht von diesen oder den in Zusammenhang mit den Demonstrationen stattgefundenen gewalttätigen Angriffen auf Gegendemonstrant*innen distanziert.

„Aus den Erfahrungen der bereits erfolgten „Spaziergänge“ von Gruppen wie HoGeSa, PEGIDA oder THÜGIDA, zu denen es hier personelle Überschneidungen gibt, sowie aus den bisherigen Demonstrationen der letzten vier Wochen lassen sich Verstöße gegen eine offene Gesellschaftsstruktur ableiten: Es wird gegen alle Menschen gehetzt, die nicht dem Weltbild der Demonstrant*innen entsprechen. Die so transportierten rassistischen, antiislamischen und anderen menschenverachtenden Inhalte stehen einer vielseitigen Gesellschaft entgegen“, so Uni-StuRa-Vorstand Felix Fleckenstein.

Deshalb positionieren sich die Studierendenräte gegen Rassismus in jeder Form und sprechen sich für eine offene, menschenfreundliche Gesellschaftsstruktur aus. Dazu müssen auch die Hochschulen ihren Beitrag zur Schaffung eines gemeinsamen Lebens leisten. Die Studierendenräte der Erfurter Hochschulen fordern darum sämtliche Akteur*innen der Erfurter Hochschulen auf, die Integration Geflüchteter durch einen leichten Zugang zu den Hochschulen und ein entsprechendes Lehrangebot für Studierende, die in der Arbeit mit Geflüchteten tätig sind, zu ermöglichen. Die Fachhochschule Erfurt ist hier schon einen ersten wichtigen Schritt gegangen.

Dazu gehört aber auch alltäglichem und institutionellem Rassismus, den Studierende erfahren, explizit entgegenzutreten und für Respekt für unterschiedliche Lebensweisen sowie die gleichberechtigte Teilhabe aller an gesellschaftlichen Prozessen einzutreten. Es dürfen keine Ausschlüsse aufgrund von Ethnizität, Religion, sozialer Herkunft, Geschlecht oder Identität stattfinden. Gleichberechtigung ist kein Privileg für ausgewählte Menschen, sondern das Recht eines jeden Menschen in allen Facetten des Lebens und der Gesellschaft.

Die Studierendenräte folgen dem Ausspruch: Refugees welcome! und unterstützen die Etablierung einer Willkommenskultur für geflüchtete und asylsuchende Menschen in Erfurt und ganz Thüringen. Sie solidarisieren sich mit gewaltfreien Protesten, die sich gegen rassistische Veranstaltungen richten. Es wird auf die stattfindenden Gegenveranstaltungen des Bündnisses „Auf die Plätze, fertig: Mittwoch“ hingewiesen. Die Studierendenräte ermutigen alle Studierenden zur Teilnahme an den Gegenveranstaltungen.

„Auch die Stadt Erfurt und das Land Thüringen haben hier eine große Verantwortung. Sie sind dazu angehalten den Rassismus und die Gefahr, die von rassistischen Veranstaltungen für Menschen ausgeht, die nicht in das Weltbild der Demonstrant*innen passen, zu verurteilen und nicht zu bagatellisieren“, ergänzt Janek Heß, Sprecher des Studierendenrates der Fachhochschule Erfurt.