Anschaulicher Einblick in Jenas Wissenschaftsgeschichte

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Er gehört zu den bekanntesten Wissenschaftlern der Universität Jena: der Naturforscher Ernst Haeckel (1834-1919). Der Professor für Zoologie der Jenaer Universität ist der wohl bedeutendste deutsche Vertreter der Evolutionstheorie. Doch er suchte nicht nur neue Erkenntnisse, sondern wollte sie auch der Öffentlichkeit in besonderer Form vermitteln und stiftete das 1908 eröffnete Phyletische Museum. Zugleich gehörte Haeckel zu den Begründern des Zoologischen Instituts der Universität Jena und war einer der führenden Köpfe, die entscheidende Impulse für die inhaltliche Ausrichtung der Zoologie und Geschichte der Naturwissenschaften an der Universität Jena setzten.

Diese Bereiche begehen 2015 jeweils runde Jubiläen, was das Ernst-Haeckel-Haus (Berggasse 7) der Jenaer Universität zum Anlass für eine neue Kabinettausstellung nimmt. Unter dem Titel „150 Jahre Lehrstuhl für Zoologie und 50 Jahre Lehrstuhl für Geschichte der Naturwissenschaften“ ist die neue Sonderausstellung ab dem 10. November 2015 zu sehen. Die Schau thematisiert die beiden wichtigen Jubiläen, zugleich werden die daran beteiligten Akteure beleuchtet und unbekanntes Archiv- und Museumsmaterial präsentiert. Neben Aktenmaterial, das die Prozesse der Lehrstuhleinrichtungen begleitet, wird u. a. die Urkunde der Ehrenpromotion Haeckels von 1865 gezeigt, die aufwendig restauriert wurde. Zu sehen sind ebenfalls neueste Ankäufe des Briefeditionsprojektes, Aquarelle, Fotos und Lebenszeugnisse aus dem Umfeld Haeckels, des Ernst-Haeckel-Hauses und des Phyletischen Museums. Eine Fotoserie aus den letzten 100 Jahren bebildert die Ausstellung eindringlich.

Die neue Exposition stützt sich u. a. auf aktuelle Erkenntnisse der Ernst-Haeckel-Briefedition. Dabei konnten die Ausstellungsmacher aus dem Fundus des Hauses schöpfen, auch das Universitätsarchiv Jena stellte großzügig weiteres Aktenmaterial zur Verfügung. Bis zum 15. April 2016 besteht nun für die interessierte Öffentlichkeit die Möglichkeit, die Geschichte zweier universitärer Institutionen nachzuverfolgen und gleichzeitig mehr über die heutige inhaltliche Ausrichtung des auch „Villa Medusa“ genannten Haeckel-Hauses zu erfahren.

Die Ausstellung kann Dienstag bis Freitag um 10, 11.30, 14 und 15.30 Uhr besichtigt werden.

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