Antidepressiva

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Erfurt, 9. März 2015. Knapp jede zwanzigste Thüringer Erwerbsperson bekam im Jahr 2013 Antidepressiva verschrieben. Die Verordnungsrate liegt damit, wie in allen neuen Bundesländern, unter dem bundesweiten Durchschnitt (nicht einmal jede 17. Erwerbsperson). Das zeigen Zahlen aus dem Depressionsatlas Deutschland der Techniker Krankenkasse (TK).

 

Patienten in Thüringen erhielten allerdings im Verordnungsfall mit 242 DDD („Defined Daily Doses“) bundesweit die höchste Zahl an definierten Tagesdosen. Der Bundesdurchschnitt lag bei 214 DDD. Eine definierte Tagesdosis bezeichnet die nach pharmakologischen Kriterien festgelegte Substanzmenge, die zur Behandlung eines Patienten mit einem Präparat unter üblichen Umständen für einen Tag ausreicht. Für eine durchgängige Behandlung einer Person über ein Jahr wären beispielsweise 365 DDD erforderlich.

 

„Wenn Thüringer ein Antidepressivum verschrieben bekommen, werden sie also entweder besonders lange oder mit einer überdurchschnittlich hohen Dosierung der Wirkstoffe behandelt“, sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen.

 

Thüringer Männer besonders selten betroffen, höchste Tagesdosis

Noch deutlicher wird dieser Effekt, betrachtet man nur die Daten der Thüringer Männer. Von ihnen bekamen 3,3 Prozent Arzneimittel verordnet, die vorrangig, aber nicht ausschließlich, zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden. Die verordnete Tagesdosis pro Patient betrug 251, würde also fast für die Versorgung eines dreiviertel Jahres ausreichen und ist bundesweit der höchste Wert. Gleichzeitig wurden im selben Jahr in Thüringen deutschlandweit die wenigsten Männer wegen Depressionen krankgeschrieben (Betroffenenrate 0,9 Prozent).

 

Knapp 7 Prozent der Thüringer Frauen bekamen mindestens einmal ein Antidepressivum verordnet. Die Tagesdosis lag dann bei 236. 2013 waren 2,5 Prozent der Frauen in Thüringen mindestens einmal aufgrund von Depressionen arbeitsunfähig.

 

 

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