Das Unmögliche möglich machen

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Beim zweiten Playoff-Vergleich zwischen den Basketballern von Science City Jena und dem MBC aus Weißenfels, bewiesen die Wölfe eindrucksvoll, dass sie die Hauptrunde zu Recht als Tabellenführer beendet hatten. Quasi chancenlos standen die Hightowers, die am Ostersamstag auf ihren Kapitän Christoph Roquette verzichten mussten, ihrem Gegner gegenüber und verloren die Partie mit 55:78 deutlich.

Schon am Montag haben die Thüringer dann die letzte Möglichkeit zu verhindern, dass die Mitteldeutschen einen glatten 3:0-Serien-Sieg einfahren, wenn beide Teams erneut in der Weißenfelser Stadthalle aufeinander treffen.

Ohne Roquette, dafür mit Stephan Haukohl in der Startformation, gingen die Thüringer in das erste Viertel – und gerieten mit dem Debüt-Treffer des Abends, den Sascha Leutloff per Freiwurf versenkte, prompt in Rückstand. Die ersten Science City-Punkte erzielte Youngster Stephan Haukohl und konnte wenige Augenblicke später durch einen erfolgreichen Dreier letztmalig den Ausgleich erwirken (6:6) – kassierte allerdings bereits nach vier Minuten sein drittes Foul und musste somit zunächst auf der Spielerbank Platz nehmen.

Fortan drehten die Gäste aus Sachsen-Anhalt auf und setzten sich sukzessive ab. Punkt für Punkt vergrößerten sie ihren Vorsprung – führten nach dem Eingangsviertel mit elf Zählern (13:24), gingen mit einem 16-Punkte-Puffer (33:46) in die Halbzeitpause und nach 30 gespielten Minuten war beim Zwischenstand von 45:67 eigentlich bereits klar, zu wessen Gunsten die Begegnung enden würde. Sooft die Jenaer auch versuchten, sich noch einmal aufzubäumen – die Wölfe hatten stets die passende Antwort parat.

MBC-Trainer Silvano Poropat sagte später: „Letztes Mal, als ich hier war, war ich in einer ganz anderen Stimmung. Jena hat uns auch heute wieder alles abverlangt, doch wir haben sehr konzentriert gespielt, hervorragend verteidigt und unsere Erfahrung hat uns sehr geholfen. Jena war heute gehandicapt und wir mussten trotzdem alles geben, um uns durchzusetzen.“

Nicht nur, um die Routiniers für das möglicherweise vorentscheidende dritte Aufeinandertreffen seiner Schützlinge mit den Wölfen zu schonen, sondern auch, damit die Rookies weitere Spielpraxis in der ProA sammeln konnten, gab Jenas Coach Georg Eichler den Jüngsten im Schlussabschnitt ausgiebige Einsatzzeiten. So waren es die Youngster Haukohl, Krumbeck, Peric, Strauß und Voigtmann, die beim Abpfiff auf dem Court standen – und besonders Stephan Haukohl, welcher bei seinem zweiten Liga-Auftritt acht Punkte erzielte, konnte diese Chance effizient nutzen.

Auch Eichler lobte Haukohls Leistung nach der Partie und erklärte weiterhin: „Ich bin nicht ganz so frustriert über die Niederlage heute. Wir haben uns durch einige Foulpfiffe in den ersten Minuten verunsichern und den Kopf hängen lassen – sowas darf einfach nicht passieren. Wir haben aber leider nicht die Erfahrung und die Tiefe wie der MBC – deshalb hat es heute nicht gereicht. Wir werden dennoch am Montag versuchen, das Unmögliche möglich zu machen – noch ist nichts vorbei!“

Ob die Thüringer es schaffen, das Matchballspiel in Weißenfels abzuwehren und damit ein nächstes Heimspiel in Lobeda-West zu erarbeiten, wird sich am Montag ab 18 Uhr zeigen. Leicht wird es für die Hightowers mit Sicherheit nicht werden – besonders da die Einsätze der Playoff-Verletzten Roquette und Vierneisel derzeit noch in Frage stehen.


Franziska Staupendahl

Fliesenstudio Arnold