Eine Debatte mit mangelhafter Beteiligung!

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Die aktuelle Debatte rund um wissenschaftliche Laufbahnen zeigt deutlich,dass Hochschule immer noch als Ganzes gedacht werden muss. Die Konferenz Thüringer Studierendenschaften und Campusgrün, der Bundesverband grüner und grün-alternativer Hochschulgruppen, vermissen die Stimme von den am härtesten Getroffenen: Studierende und Promovierende.Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat gestern zu einem Fachgespräch unter dem Titel „Mit Sicherheit gut forschen: Ein neuer Vertrag mit dem wissenschaftlichen Nachwuchs“ in den Deutschen Bundestag eingeladen. Auf dem Panel saßen Vertreter*innen der Hochschulrektorenkonferenz, der GEW,des Wissenschaftsrates, der Juniorprofessor*innen und der Bundestags- und Landtagsfraktionen. „Wie so häufig wird die Debatte von oben geführt: Es fehlen die Stimmen von Studierenden und Promovierenden,“ so Mandy Gratz, Sprecherin der Konferenz Thüringer Studierendenschaften. „Als diejenigen, die sich überlegen, ob sie an der Hochschule bleiben wollen, müssen auch Studierenden und Promovierenden in die Diskussion einbezogen werden. Sie leiden unter den prekären Arbeitsbedingungen an Hochschulen in besonderem Maße, sowohl in der Lehre, wie auch in der Forschung.“ „Das Problem beginnt nicht erst nach der Promotion. An Hochschulen herrscht ein eklatanter Personalmangel. In überfüllten Seminaren und mit schlechten Betreuungsverhältnissen lassen sich Studierende nur schwerlich für eine wissenschaftliche Laufbahn an der Hochschule begeistern“, erläutert Ricarda Lang, Bundessprecherin von Campusgrün. Auch wenn die Entscheidung für die Promotion gefallen ist, werden den Absolvent*innen Steine in den Weg gelegt: Befristungen unter einem Jahr und Teilzeitstellen charakterisieren die Promotionsstellen in der Hochschullandschaft.„Die Arbeitsbedingungen für Doktorand*innen sind oftmals unerhört: Urlaub ist ein Papiertiger, Feierabend ein Fremdwort und die Doktorarbeit soll in der Freizeit geschrieben werden.“ stellt Gratz weiter fest. „Wenn es denn überhaupt Stellen gibt. Häufig bleibt nur ein Stipendium oder gar Hartz IV als Finanzierungsmöglichkeit der Promotion. Wenn eine ehrliche Debatte über die Zukunft der wissenschaftlichen Laufbahn gewünscht ist, dann müssen auch Studierende und Doktorand*innen in die Debatte einbezogen werden. Sonst bleibt Wissenschaft weiterhin ein Berufsfeld für einige wenige, die es sich leisten können.“ schließt Lang.