Rede zur Errichtung eines Einkaufzentrums in der Gothaer Innenstadt

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Sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die heutige Beschlussvorlage ist ein Kompass für die weitere Entwicklung der Gothaer Innenstadt. Uns alle eint die Sorge um die Innenstadt. Wir sehen, wie sie seit Jahren trotz hoher Modernisierungsaktivitäten der Stadt und privater Bürger, trotz verstärkter Werbung und mehr touristischer Gäste immer mehr vereinsamt. Der vor zwanzig Jahren eingeleitete Prozess zum Verlust der Attraktivität Gothas als anerkannte Einkaufsstadt, konnte bisher nicht gestoppt werden, sondern er entwickelte sich dramatisch – Grund sind fehlende Angebote und keine effektive Abstimmung auf das moderne Einkaufsverhalten der Bürger.

Wir alle wollen die Innenstadt voran bringen, wir wollen sie attraktivieren, wir wollen, dass wieder mehr Menschen den Weg nach Gotha finden, dass die Gothaer hier bleiben. Uns trennen die Konzepte. Ich bin für einen neuen Weg, dem große Teile der Gothaer Bevölkerung zustimmen, einige von Ihnen, was ich auch verstehe, wollen die zwanzigjährige Entwicklung festhalten und in kleinen Etappen ein Konzept entwickeln, was bisher nicht gelang.

Wir haben seit rund zwei Jahren intensiv Argumente ausgetauscht, haben erstmals eine große Bürgerbefragung durchgeführt und haben mehr als 2.200 Bürger dazu bewogen, uns ihre Meinung zu sagen. Die Entscheidung war klar und der Stadtrat sollte dies auch akzeptieren.

Der heutige Stadtratsbeschluss ist Chance und Risiko, wobei ich wesentlich mehr Chancen sehe, als Risiken. Leider ist Gotha bisher noch nicht so anziehend, dass die Investoren bei uns Schlange stehen, auf diesem Weg müssen wir weiter arbeiten, aber mit der Investition im Alten Finanzamt und mit dem Investor für die Gartenstraße ist es gelungen, zwei wichtige Innenstadtinvestitionen in den letzten Jahren zu ermöglichen.

Der heutige Beschluss bestärkt uns, weiter behutsam mit der Innenstadt umzugehen. Denn ihre Entwicklung durch touristische-, kulturelle- und Einkaufsaktivitäten muss mit dem Center vorangetrieben werden. Dazu benötigen wir private Investitionen, die wir in unserer „Altstadtwerkstatt“ bündeln, dort sind auch die besorgten Architekten und Bürger zur Mitarbeit aufgefordert.

Der heutige Grundsatzbeschluss ist noch kein Einkaufscenter, er ist aber die Aufforderung über die beste Verkehrsanbindung, die beste Fassadengestaltung, die Zahl der Parkplätze, die Gestaltung der Nebenanlagen mit Tourismusterminal und Parkplätzen, die Aufwertung des jüdischen Gedenkens, die Attraktivierung der Gartenstraße, den Schutz der katholischen Kirchengebäude, die Straße vor der Kindertagesstätte, die neuen Grünflächen sowie die weitere Bebauung der Gartenstraße nachzudenken, abzuwägen und die beste Lösung zu favorisieren.

Keiner von uns sollte glauben, dass eine „Altstadt-Galerie“ Gothaer Probleme von alleine löst, aber sie ist die Möglichkeit und Chance, mehr aus Gotha zu machen, wenn es uns gelingt, sie mit dem Hauptmarkt, Neumarkt, der Jüdenstraße usw. zu einem Einkaufserlebnis Innenstadt Gotha zu verknüpfen.

Ich bitte um ihre Zustimmung.



Fliesenstudio Arnold