Gothaer Volleyballer kommen gut an!

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Diese Sport-Premiere gelang: Der Volleyballclub Gotha schaffte in der Bundesliga den Klassenerhalt. Grund genug, beim Cheftrainer Jörg Schulz nachzufragen. Ein kurzes Gespräch über fehlendes Glück, schwierige Finanzen und die Zukunftsperspektiven.

Herr Schulz, Sie haben mit den Volleyballern des VC Gotha nach 24 Punktspielen in der 1. Bundesliga die erhofften Play-offs nur um einen Satz verpasst. Wie haben Sie die darauffolgende Nacht geschlafen?
Ganz gut.

Kein Aufwachen, kein Ärgern, keine Albträume …
Nichts davon. Nach dem Spiel habe ich mich natürlich geärgert. Sehr sogar. Denn einen Satz haben wir damals mit 24:26 verloren. Und die Rottenburger, die uns Platz 8 weggeschnappt haben, haben am gleichen Tag einen Satz mit 30:28 gewonnen.

Bedauern Sie das Pech im letzten Spiel …

Nein, warum? Das ist Sport. Denn unumstritten ist, dass wir insgesamt in der 1. Bundesliga überzeugt haben. Und unser eigentliches Ziel – den Klassenerhalt – haben wir dann auch sicher erreicht.

Sie und Ihre Mannschaft haben viel erreicht. Dennoch müssen sie jetzt praktisch wieder eine neue Mannschaft aufbauen. Wie gehen Sie mit dieser Situation um?

Das gehört dazu. Unsere Etatmöglichkeiten sind begrenzt, es wird auch in der neuen Saison immer ein Überlebenskampf sein und bleiben. Aber ich bin optimistisch, denn – von den großen drei Teams Friedrichshafen, Haching und SCC Berlin einmal abgesehen – sind wir von allen anderen nicht so weit weg.

Was ist in der Premieren-Saison gut gelaufen, was muss besser werden?
Überzeugt hat die Mannschaft in allen defensiven Belangen – in Annahme, Abwehr und Block. Nicht so gut waren wir im Angriff – und schlecht im Aufschlag. In dieser Hinsicht müssen wir uns steigern!

Gab es eine Situation, als Sie am Klassenerhalt gezweifelt haben?
Nein. Aber es war gar nicht so einfach, die Niederlagenserie am Anfang der Rückrunde zu überstehen. Das war für uns – nach den erfolgreichen Jahren in der 2. Liga und der gelungenen Hinrunde – eine neue Situation. Und auch im Umgang mit den Medien habe ich dazu gelernt.

Ärgern Sie sich, dass Sie aus wirtschaftlichen Gründen nie die Spieler haben werden, die Sie gerne haben würden …
Die Dinge sind, wie sie sind. Lamentieren hilft da nichts. Wir stehen – finanziell gesehen – immer ein wenig mit dem Rücken an der Wand. Aber wie schon gesagt, ich glaube, dass alle Teams bis Platz 4 für uns machbar sind. Sportlich gesehen.

Wie reagieren eigentlich die anderen Trainer auf den VC Gotha?
Positiv. Ich glaube, dass die meisten sehr wohl einschätzen können, was der Verein mit seinen vielen ehrenamtlichen Helfern hier leistet. Und diese Wertschätzung teilt man uns auch mit. Vor allem die Stimmung durch unsere Fans wird immer wieder hervorgehoben! Das kommt positiv an.

Und eine Halle in Gotha …
… wäre für den VC eine noch bessere Möglichkeit, sich vor einheimischem Publikum zu präsentieren. Ich hoffe, dass
wir diese Gelegenheit noch bekommen – natürlich in der 1. Bundesliga.

Publiziert: 28. Mai 2011, erschienen in der aktuellen Sport-Ausgabe von Oscar am Freitag

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