Hochschulen üben sich in Kleinstaaterei

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Bei den Bedingungen für studentische Beschäftigte an Thüringer Hochschulen offenbaren sich miserable Zustände – und die Landesregierung schaut tatenlos zu. 

Studentische Beschäftige an Hochschulen geben Tutorien, unterstützen Lehrende, übernehmen Verwaltungsaufgaben oder helfen Erstimmatrikulierten bei ihren ersten Schritten an der Hochschule. Sie sind wichtig für die Hochschulen, ohne sie würde die Qualität leiden. Trotzdem haben sie in Thüringen keinen Tarifvertrag und auch keine Personalvertretung, die Entlohnung von Hochschule zu Hochschule schwankt bei gleicher Qualifikation zum Teil um bis zu fünf Euro und die Verträge laufen häufig nur wenige Monate „Die Arbeit von studentischen Beschäftigten muss endlich angemessen gewürdigt werden. Dazu gehört eine entsprechende Entlohnung und eine Personalvertretung“, fordert Mandy Gratz, Sprecherin der Konferenz Thüringer Studierendenschaften.

Ein erster Schritt wäre eine Änderung des Thüringer Hochschulgesetzes, in dem auch eine Ausschreibung der Stellen geregelt werden sollte. „Professor*innen vergeben die Stellen nach freiem Gutdünken, wie es gerade passt. Die Gelder kommen aus ihren Sachmittelposten, die Beschäftigten gelten also nicht mal als Personal. Das ist unfair, intransparent und muss schnellstens geändert werden. Die Stellen sollten hochschulweit ausgeschrieben werden“, ergänzt Arne Nowacki, ebenfalls Sprecher der KTS.

Dass es auch anders geht zeigt die Lage in Berlin – studentische Hilfskräfte erhalten dort einen Tarifvertrag, in dem die Aufgaben wie auch die Mindestvertragslaufzeit geregelt sind. „Studierende sind keine rechtlosen Instrumente, die die Professor*innen nach Belieben einsetzen können. Wir brauchen endlich die Änderung des Hochschulgesetzes, in dem Tarifverträge und die Personalvertretung auch für studentische Beschäftigte geregelt ist!“, schließt Gratz.

Die Konferenz Thüringer Studierendenschaften ist die gesetzliche Vertretung der Studierendenschaften Thüringens. Sie vertritt die über 50.000 Studierenden der neun Hochschulen Thüringens gegenüber dem Freistaat Thüringen. Beachten Sie bitte auch unsere Wahlprüfsteine unter http://www.kts-thueringen.de/index.php/landtagswahl-2014/wahlpruefsteine/gute-arbeit-an-hochschulen