Interessierten stehen online nunmehr 3.000 historische Aufnahmen mit Zusatzinformationen zur Verfügung

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Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora hat ihre digitalen Fotoarchive technisch überarbeitet und um weitere Aufnahmen ergänzt. Ab sofort stehen Interessierten unter www.fotoarchiv.buchenwald.de 2.500 und unter www.fotoarchiv.dora.de 500 historische Aufnahmen online zur Verfügung.

Zeitlich und räumlich umfassen die Fotoarchive den Aufbau und das Bestehen der Konzentrationslager Buchenwald (1937-1945) und Mittelbau-Dora (1943-1945) und die Lagerbefreiungen einschließlich einiger Porträts überlebender Häftlinge. Hinzu kommen Aufnahmen der Gelände ehemaliger Außenlager des KZ-Komplexes Mittelbau, Fotografien zum Umfeld der Auflösung des sowjetischen Speziallagers Nr. 2 Buchenwald (1945-1950) und zur Gestaltung und Nutzung der „Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald“ der DDR (1958-1990). Zu jedem Foto sind Zusatzinformationen abrufbar wie Ort und Datierung der Aufnahme und eine Beschreibung des Motivs. Soweit bekannt, ist weiterführend die Überlieferungsgeschichte ausgeführt.

Die Aufnahmen stammen von unterschiedlichen Fotografen. Neben Fotos der SS und der Polizei befinden sich in dem Bestand auch heimliche Aufnahmen aus den Konzentrationslagern. So gelang es beispielsweise dem französischen Häftling Georges Angéli an einem Sonntag im Juni 1944, einige Bilder im Lager Buchenwald zu machen. Teil der Fotoarchive sind zudem Aufnahmen von US-amerikanischen Soldaten. Sie dokumentierten nach der Befreiung der Lager die dortigen Zustände.

Die wichtigste Neuerung für Nutzer ist die vollständige grafische und inhaltliche Überarbeitung der Fotoarchive. Die neue, übersichtlichere Benutzeroberfläche erleichtert die Recherche. Der beschleunigte Bildaufbau und die schnellere Suche erhöhen ebenfalls die Benutzerfreundlichkeit. Zusätzlich zur Volltextsuche steht eine erweiterte Suche zur Verfügung. Dabei können die Aufnahmen nach Entstehungsjahr und/oder Ort gefiltert werden. Die Herkunft der Fotografien ist ein weiteres Suchkriterium und lässt sich durch verschiedene Differenzierungen genau zurückverfolgen. Zudem verfügen die Fotoarchive nunmehr über eine für mobile Geräte optimierte Darstellung.

Die Online-Fotoarchive ermöglichen Fachleuten, Pädagogen, Schülern, Studenten und interessierten Laien den Zugang zu diesen historischen Dokumenten. Darüber hinaus soll die Bilddatenbank dazu anregen, sich mit dem Foto als historische Quelle kritisch auseinanderzusetzen. Die Grundlagen für die Fotoarchive der Stiftung wurden im Rahmen eines von 2004 bis 2007 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts gelegt. Bearbeiter war der Historiker Holm Kirsten, der heute die historische Sammlung der Gedenkstätte Buchenwald leitet. Im Zuge dieses Forschungsprojekts wurden die Bestände der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora historiografisch erschlossen, verzeichnet, durch zusätzliche Recherchen ergänzt und digital inventarisiert. Regelmäßig werden weitere Aufnahmen erfasst und zum Teil auch online gestellt. Derzeit beinhalten die Datenbanken der Stiftung etwa 10.000 Aufnahmen. Umsetzung und Gestaltung einschließlich der Online-Fotoarchive realisierte die Stiftung gemeinsam mit der Firma werkraum-media aus Weimar.