Mehr Ausbildungsstellen als Jugendliche

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Im April die Anzahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen auf demselben hohen Niveau wie im Vorjahr. „Die Unternehmen reagieren mit der betrieblichen Ausbildung auf die demografische Entwicklung und sichern sich so ihre künftigen Fachkräfte. In den nächsten Jahren werden in vielen Firmen zahlreiche Mitarbeiter altersbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Diese gilt es durch gezielte Ausbildung zu ersetzen“, sagte Ina Benad, Vorsitzende der Agentur für Arbeit Gotha.

Von Oktober 2011 bis April 2012 meldeten die Betriebe 1.758 betriebliche Ausbildungsstellen. Dies sind ebenso viele wie vor einem Jahr. Die meisten Ausbildungsstellen gibt es im verarbeitenden Gewerbe (684), im Handel (308), im Baugewerbe (197) und im Gastgewerbe (159). Bedarfe gibt es auch in der Landwirtschaft und im Gesundheits- und Sozialwesen.

Weniger Ausbildungssuchende
Die demografische Entwicklung der vergangenen Jahre setzt sich weiterhin fort. Bislang meldeten sich 1.499 Jugendliche bei der Agentur für Arbeit Gotha, die eine Ausbildung beginnen wollen. Das ist ein Rückgang um 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die meisten Ausbildungssuchenden werden in diesem Jahr die Schule beenden. Der Anteil der Schulabgänger der Vorjahre sank auf 33 Prozent. Die meisten Jugendlichen können einen Realschulabschluss vorweisen (908). Mit einem Hauptschulabschluss bewerben sich 313 junge Menschen. 237 haben das Abitur oder eine Fachhochschulreife. Nur 14 Jugendliche haben keinen Abschluss.

Fast die Hälfte der Jugendlichen schon vermittelt
Fast die Hälfte der Jugendlichen wissen bereits jetzt, wie ihre weitere be-rufliche Perspektive aussehen wird. Für 658 junge Menschen steht die berufliche Zukunft bereits fest. Der überwiegende Anteil wird eine betriebliche Ausbildung beginnen. Einige werden weiterführende Schulen besuchen oder ein Studium aufnehmen. „Aktuell sind noch 1168 Lehrstellen im Agenturbezirk offen bzw. die Entscheidung der Unternehmen steht noch aus. Dementgegen suchen nur noch 841 Jugendliche einen Ausbildungsplatz. Hier heißt es für die Firmen, sich schnell zu entscheiden und auch Kompromisse bei den Jugendlichen einzugehen. Nicht immer werden wir als Agentur für Arbeit den Firmen den Wunschkandidaten vorschlagen können. Ich empfehle den Firmen, sich auch die Jugendlichen genauer anzusehen, die schulisch nicht so gute Leistungen haben, dafür aber mo-tiviert und interessiert sind“, so Ina Benad.

Regionale Betrachtung
Den größten Rückgang an Bewerbern verzeichnet derzeitig die Geschäftsstelle Mühlhausen. Bis April meldeten sich 21 Prozent weniger Jugendliche als im Vorjahr. In der Hauptagentur Gotha betrug der Rückgang 10 Prozent. Die Geschäftsstelle Eisenach verzeichnet ebenso viele Ausbildungssuchende wie im Vorjahr. In der Geschäftsstelle Bad Langensalza meldeten sich 20 Prozent mehr Jugendliche als im Vorjahr.

In der Geschäftsstelle Eisenach wurden bislang 3,5 Prozent mehr betriebliche Lehrstellen angeboten als im Vorjahreszeitraum. In der Hauptagentur Gotha, der Geschäftsstelle Mühlhausen und der Geschäftsstelle Bad Langensalza bewegt sich die Zahl der Lehrstellen auf dem Vorjahresniveau.
Im gesamten Agenturbezirk stehen rein rechnerisch 0,85 Jugendliche pro Ausbildungsstelle zur Verfügung.