„Mit der Bibel in der Hand ins Heilige Land“

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„Kartografie als Gottesdienst. Mit der Bibel in der Hand ins Heilige Land“ ist der Titel eines Vortrags, zu dem die Forschungsbibliothek und das Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt anlässlich der 3. „Gothaer Kartenwochen“ am Dienstag, 20. November, in den Spiegelsaal der Forschungsbibliothek einladen. Referentin ist die Kulturwissenschaftlerin Dr. Jutta Faehndrich. Der Vortrag findet zugleich im Rahmen des Herzog-Ernst-Stipendienprogramms statt, das von der Fritz Thyssen Stiftung unterstützt und vom Forschungszentrum Gotha betreut wird. Beginn ist um 18.15 Uhr, der Eintritt ist frei.

Das 19. Jahrhundert gilt als das Zeitalter der Entdeckungen und Karten als deren hervorragendstes Medium. Das Heilige Land musste allerdings nicht erst „entdeckt“ werden, es war seit der Antike in der westlichen Welt bestens bekannt. Trotzdem war die Region im Jahrhundert der Forschungsreisen ein wichtiges Ziel europäischer Reisender. Sie kamen jedoch nicht nur mit Theodolit und Barometer, sondern vor allem mit der Bibel in der Hand. Am Beispiel der großen Palästinakarte des niederländischen Marineoffiziers, Kartografen und Malers Charles William Meredith van de Velde, die 1858 bei Justus Perthes in Gotha verlegt wurde, wirft der Vortrag von Dr. Jutta Faehndrich ein Licht darauf, was gerade für die aufgeklärten Protestanten die große Faszination dieses kleinen Fleckchens Erde ausmachte. Faehndrich wertete dafür erstmals umfassend die in der Sammlung Perthes überlieferten Produktionsmaterialien der Karte van de Veldes und dessen Schriftwechsel mit dem Verlag aus.

Dr. Jutta Faehndrich ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Robinson, van de Velde, and German Holy Land Cartography“, einem gemeinsamen Projekt des Leibniz-Instituts für Länderkunde in Leipzig und des Tel-Hai College in Israel, finanziert von der German-Israeli Foundation for Scientific Research and Development (GIF). Derzeit ist sie Herzog-Ernst-Stipendiatin der Fritz Thyssen Stiftung.

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