Sieg auf den letzten Drücker

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Jenas Serie hält – die Basketballer von Science City rennen seit nunmehr über zwei  Wochen von Sieg zu Sieg. Während Trainer Georg Eichler schon kurz nach dem überzeugenden Sieg im Thüringen-Derby gegen Gotha über die „Rückkehr der Siegermentalität“ philosophierte, bezwang sein Team auch am Samstagabend in einer hochdramatischen Schlussphase den zweiten Aufsteiger aus Vechta vor 2000 Zuschauern im Rasta-Dome mit 99:98. Mit dem glücklichen, am Ende aber aufgrund der kämpferischen Leistung verdienten Sieg im niedersächsischen Thriller schiebt sich Science City in der ProA-Tabelle auf den 10. Rang.

Neben dem immer besser ins Laufen kommenden Garrett Sim, der sich mit 19 Punkten als erfolgreichster Jenaer Korbjäger auszeichnen konnte, avancierte  Aurimas Adomaitis quasi „auf den letzten Drücker“ zum vielumjubelten Matchwinner für die Thüringer.  Der Litauer griff sich vier Sekunden vor der Schlusssirene beim Stand von 97:98 einen Offensiv-Rebound und brachte ihn zum Entsetzen der heimischen Rastafaris im Korb der Hausherren unter.  Nachdem sich die Erfolgsserie von Science City auf vier Siege verlängert, beendeten die Saalestädter nach dem Essener „Winning Streak“ am vergangenen Wochenende nun auch die fünf Spiele anhaltende Positivbilanz von Rasta Vechta, dürfen sich den inoffiziellen Titel des „Serienkillers der ProA“ ans Trikot heften. In einem offenen Schlagabtausch duellierten sich die Saalestädter mit dem individuell stark und tief besetzten Team des Aufsteigers vom Tip-Off bis zur Schlusssekunde. Etliche Führungswechsel im Verlauf der zweiten Hälfte mit einem sich anschließenden „Finale zum Nägelkauen“ standen nach 40 Minuten exemplarisch für die Ausgeglichenheit dieser Partie, in dem das Sieger-Pendel zu Gunsten der Jenaer ausschlug.

„Es war eine unglaubliche Energieleistung meiner Jungs, die sprichwörtlich bis zur letzten Sekunde um den Sieg gefightet haben“, sagte Georg Eichler nach dem Sieg in Niedersachsen erleichtert.  „Auch wenn am Ende sicher ein wenig Glück dabei war, bin ich der Meinung, dass wir verdient gewonnen haben. So gut gelaunt wie auf der Rückfahrt waren die Jungs in dieser Saison noch nie“, so Eichler, der mit seinem Team müde aber glücklich am Sonntagmorgen um 6.00 Uhr in Jena ankam.  

Nachdem Rasta Vechta zunächst besser aus den Startlöchern kam, schnell auf 6:2 (2.) vorlegte, brauchten die Thüringer eine kurze Eingewöhnungsphase um sich im Hexenkessel Rasta-Dome zu akklimatisieren. Ein Korbleger von Sanijay Watts brachte das Eichler-Team in der 4.Minute beim 10:8 erstmalig in Front. Mit einem 29:25-Vorsprung ins zweite Viertel startend, erhöhten Jenas Korbjäger zwar in der 11.Minute auf 36:27 (11.), büßten den Vorsprung bis zum 52:52-Halbzeitstand jedoch wieder ein.

Nach einem von insgesamt sechs Führungswechseln geprägten dritten Viertel lag Science City leicht in Führung, ging mit einem knappen 77:76-Vorsprung in den Schlussabschnitt. Während es in der 35.Minute nach einen Korbleger von Adomaitis zum 89:81 schon stark nach Gästesieg, drehten die Hausherren noch einmal auf. Mit einem 10:0-Lauf zum 91:89 (38.) konterte Vechta die zwischenzeitlich glücklose Jenaer Offensive, heizte die Stimmung bis unters Hallendach an.  Das Szenario welches sich im Anschluss abspielte, hätte Alfred Hitchcock nicht spannender arrangieren können.

Allein sieben Führungswechsel innerhalb von 120 Sekunden trieben den Puls der anwesenden Zuschauer aber auch der Liveticker-Gemeinde in ungesunde Bereiche. Zwei Freiwürfe von Kenny Barker brachten Science City 50 Sekunden vor Ende mit 97:96 in Führung, auf der Gegenseite profitierte Richard Williams von einem Jenaer Ballverlust, den der US-Amerikaner mit einem Layup zum Vechtaer 98:97 vergoldete. Wieder war es Barker, der für Jena im Gegenzug Verantwortung übernehmen wollte, mit seine Wurf sechs Sekunden vor der Schlusssirene jedoch scheiterte. Adomaitis griff sich unterdessen den Abpraller, brachte Science City mit 99:98 in Front. Doch noch war das Spiel nicht vorbei. Kapitän Christoph Roquette blockte seinen Gegenspieler, der Ball trudelte ins Seitenaus, Vechta blieb jedoch mit 0,9 Sekunden Restspielzeit in Ballbesitz. Nachdem Vechtas Versuch über einen Alley-Hoop das Spiel zu drehen misslang ging die Schlusssirene im Jubel der Jenaer unter.