Mithilfe in einem Kriegsgefallenenschicksal erbeten

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Die schrecklichen Ereignisse des zweiten Weltkrieges wirken bis heute nach und fördern schier nicht enden wollende menschliche Tragödien zu Tage. Der Verlust von Familienangehörigen, deren junges Leben an der Front endete, ist das millionenfache Schicksal aller Hinterbliebenen.

Häufig sind sich Kinder und deren Väter nie begegnet. Soziologische Untersuchungen belegen das vaterlose Aufwachsen von ca. einem Drittel der zwischen 1933 und 1945 geborenen Kinder infolge von Kriegseinwirkungen. Die eigene Aufarbeitung solcher biographischer Lücken ist der Versuch einer Annäherung an den nie gekannten Elternteil, dient einerseits der Selbstreflexion und kann andererseits eine späte Form des Erweisens der letzten Ehre darstellen.

Im März 1920 wird in Gräfentonna das Kind Helmut Hermann Theodor Heß geboren. Mindestens seit 1932 wohnt die Familie Heß (bis 1934 unter dem Namen Ackert) in Gotha, Pfullendorfer Str. 14. Helmut wird in Gotha die Schule besucht haben und beginnt eine kaufmännische Ausbildung.

Ein Freiwilligenschein des Wehrbezirkskommandos Gotha vom 11. Februar 1937 bestätigt die Anmeldung des kaufmännischen Lehrlings Helmut Heß zum aktiven Wehrdienst.

Nach der Vereidigung am 07.03.1939 gehörte er vom 14.11.1939 bis 23.08.1941 dem Truppenteil 7/A.R. 29 Kassel an (Stammrollennr./Ranglistennr. Kr.U(?) R. 156 und war Funker, 3.1. Ersatzbatterie (mot.).[Angaben von der Autorin nicht überprüft]

An der Ostfront bei Kletnya verliert der einundzwanzigjährige Gefreite aus Gotha am 24. August 1941 sein Leben.

Die Tochter Heidemarie und er werden sich nie kennenlernen. Die Ehe mit deren Mutter Luise beurkundet das Standesamt Darmstadt nachträglich mit Wirkung vom 23. August 1941.

Sollte sich jemand an die Familie oder gar an den Kameraden Helmut Heß erinnern, aus eigenem Erleben oder durch Erzählungen, wird um Kontaktaufnahme mit dem Stadtarchiv (Frau Schlicke) gebeten, das die Tochter des Kriegsgefallenen bei den Recherchen mit Hilfe der Archivalien unterstützt.

Kontakt: Stadtarchiv Gotha, Hauptmarkt 1, 99867 Gotha, Mail: stadtarchiv@gotha.de, Tel.: 03621/222142, Fax: 03621/222146