Motivation und Wertschätzung

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„Seit zehn Monaten läuft das Projekt Bürgerarbeit im Unstrut-Hainich-Kreis. Aktuell gibt es 134 Bürgerarbeitsplätze. Die meisten sind im Sozialbereich angesiedelt, aber auch für Umweltprojekte, in Bibliotheken und bei der Schulbusbegleitung sind Menschen in Bürgerarbeit beschäftigt“, berichtet Ingrid Richter, Geschäftsführerin des Jobcenters Unstrut-Hainich-Kreis.

Die Bürgerarbeit richtet sich ausschließlich an Menschen, die schon längere Zeit ohne Arbeit sind und deren Chancen auf dem 1. Arbeitsmarkt Fuß zu fassen derzeitig gering sind. „Wir haben uns entschlossen bei der Auswahl der Kunden speziell der Personengruppe zwischen 35 und 49 Jahren zugewandt. Unser Ziel ist es, diesen Menschen wieder eine sinnvolle Aufgabe zu geben, sie durch die tägliche Arbeit zu stärken, ihnen Selbstver-trauen und Anerkennung zu geben“, so Ingrid Richter weiter.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hatte 2010 ein bundesweites Interessenbekundungsverfahren zur Durchführung von Modellprojekten „Bürgerarbeit“ gestartet, an dem sich das Jobcenter Unstrut-Hainich-Kreis mit einem eigenen Konzept beteiligt hat. Nach Erhalt des Zuschlages wurde ab dem 15.07.2010 mit der Umsetzung des Bundesmodellprojektes begonnen.

Seit Mai 2011 laufen die ersten Projekte im Rahmen der Bürgerarbeit in der Beschäftigungsphase. Dieser voraus ging eine sechsmonatige Aktivierungsphase. In dieser Zeit wurden vom Jobcenter Unstrut-Hainich-Kreis 643 Personen intensiv betreut. Die Aktivierungsphase verfolgte das Ziel, einen möglichst hohen Anteil der einbezogenen Personen auf dem 1. Arbeitsmarkt zu integrieren.

Neben der breiten Palette der Förderinstrumente, bezog das Jobcenter Unstrut-Hainich-Kreis zusätzlich bestehende Landesprogramme und ESF-Programme ein. So wurde für die Aktivierungsphase beispielsweise auch das Regionale Integrationsprojekt „ausblick“ im Rahmen des Landesarbeitsmarktprogrammes „Arbeit für Thüringen“ und das ESF-Projekt „Vertieftes Profiling“ genutzt. So konnten 133 Menschen ein neuer Job im 1. Arbeitsmarkt vermittelt werden.
„Dies war für uns und für die Kunden ein großer Erfolg, den wir so nicht erwartet hätten“, sagte Ingrid Richter.

Im Mai 2011 begann die Beschäftigungsphase im Rahmen der Bürgerarbeit im Unstrut-Hainich-Kreis. Träger und Kommunen konnten im Rahmen der Bürgerarbeit Projekte beantragen. Diese müssen im öffentlichen Interesse sein, dürfen keine regulären Beschäftigungsverhältnisse gefährden oder ersetzen und die regionale Wirtschaft nicht anderweitig beeinträchtigen. Die Projekte haben in der Regel eine Laufzeit von drei Jahren, enden aber spätestens am 31.12.2014.

Im Unstrut-Hainich-Kreis sind derzeitig 84 Bürgerarbeiter im Altkreis Mühlhausen und 50 im Altkreis Bad Langensalza aktiv. Die Palette der Tätigkeiten ist breit gestreut, von der Kinder- und Jugendarbeit über die Seniorenbetreuung, den Einsatz bei der Tafel, in Bibliotheken, bei der Biotoppflege bis hin zur Schulbusbegleitung.

Die Bürgerarbeiter werden zunächst befristet für 1,5 Jahre beschäftigt. Während dieser Zeit arbeiten sie wöchentlich 30 Stunden und erhalten ein Bruttoeinkommen von 900 Euro monatlich.

„Unsere Erfahrungen zeigen, dass sich die Bürgerarbeiter sehr schnell und sehr gut wieder ins den beruflichen Alltag einfügen. Sie sind motiviert, engagiert und bringen sich voll ein. Sie erleben, dass sie gebraucht werden und ihre Arbeit wichtig ist. Dies steigert das Selbstwertgefühl der Menschen. Das Bürgerarbeit keine Einbahnstraße ist, zeigen uns drei Menschen, die aus der Bürgerarbeit in eine Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt gewechselt sind“, so Ingrid Richter.

„Das Projekt Bürgerarbeit wird in Thüringen in 15 Regionen realisiert. Neben dem Unstrut-Hainich-Kreis ist auch das Jobcenter Wartburgkreis im Agenturbezirk Gotha aktiv. Ich freue mich, dass wir über die Bürgerarbeit Menschen in der Region neue berufliche Perspektiven eröffnen können. Die Erfahrungen zeigen, dass es richtig war, die Bürgerarbeit in Westthüringen umzusetzen“, sagte Ina Benad, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha.