Pidde überzeugte sich im „Haus am Hammerteich“ in Georgenthal

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Direkt am idyllisch gelegenen See  in Georgenthal liegt eines der drei Pflegeheime, die die Schloss Georgenthal Heimbetriebsgesellschaft mbH betreibt. Der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Werner Pidde besuchte jüngst eine der drei Einrichtungen, das Pflegeheim „Haus am Hammerteich“.

„Hier haben geistig behinderte Menschen ein gutes Zuhause und können sich rundum geborgen fühlen“, ist sich Pidde nach seinem Rundgang durch die Einrichtung und bei Gesprächen mit den Heimbewohnern sowie der Heimleitung sicher.
Das 2003 erbaute Haus bietet Platz für 36 geistig behinderte Bewohner ab dem Erwachsenenalter erfährt der Politiker von der Geschäftsführerin Gabriela Groß.
20 Mitarbeiter (zu 95 Prozent weiblich) sind hier für die Bewohner tätig.

Sie arbeiten nach einem therapeutischen Konzept, das auf eine spezielle Förderung und Betreuung von geistig behinderten Menschen gerichtet ist, die aufgrund der Schwere der Behinderung bzw. ihrer Verhaltensproblematik den Arbeitsbereich der Werkstatt für Behinderte nicht besuchen können und/oder bei denen aufgrund einer krisenhaften Entwicklung oder ihres Alters ein Aufenthalt außerhalb des Heimes nicht möglich ist.
Erschrocken zeigte sich Pidde über den enormen Verwaltungsaufwand, den die Pflegekräfte bewältigen müssen. Mindestens die Hälfte ihrer Arbeitszeit wenden sie allein für die Dokumentation auf, schildert die Chefin. Dass manche Dinge dokumentiert werden müssen, etwa, ob ein Heimbewohner den Tag über genug getrunken hat, darüber waren sich alle einig. Kritisch sieht sie dagegen Nachweise, die ausschließlich der Leistungskontrolle dienen. „Wenn zum Beispiel das Duschen nicht schriftlich festgehalten ist, dann heißt es bei einer Kontrolle, die Person wurde nicht geduscht – selbst dann, wenn ihre Haare noch nass sind“, bemängelte Groß.

Auf Pidde’s Nachfrage, wie staatliche Kontrolleure sonst die Qualität der Pflege überprüfen könnten, wusste sie eine einfache Antwort: „Man sollte sich zuerst die Menschen anschauen und dann die Akten.“ Gegenwärtig würden bei Qualitätskontrollen zwei bis drei Stunden Papiere geblättert und erst dann zehn Minuten nach den Betroffenen gesehen. „Man muss mit den Leuten reden, um zu erfahren, wie es ihnen geht“, findet die Chefin.

Als weiteres zentrales Problem schilderte die Geschäftsführerin, das der Markt an Pflegekräften momentan „wie ausgefegt“ ist. „Um den Beruf des Pflegers attraktiver zu machen, muss hier dringend eine Aufstockung der Vergütung erfolgen“, kritisiert Groß. „An den Arbeitsbedingungen kann der Fachkräftemangel nicht allein liegen, diese sind in den letzten Jahren immer besser geworden“, gibt sie bekannt.

Patentrezepte gegen all ihre Nöte konnte auf die Schnelle auch Pidde nicht nennen, aber der Fachkräftemangel ist im Thüringer Landtag schon seit langem mit auf der Tagesordnung.

Pidde äußerte zum Abschluss seines Besuches seinen „tiefen Respekt vor allen Mitarbeitern, die tagtäglich mit Freude hier arbeiten. Und zwar auch nachts und am Wochenende.“

H&H Makler