Satzgewinn wäre verdient gewesen

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Erwartungsgemäß unterlag Volleyball-Bundesligist VC Gotha dem Tabellendritten SCC Berlin mit 0:3 (26; 12; 21), bot aber zumindest zeitweise eine ordentliche Leistung und hätte einen Satzgewinn verdient.

Vor Spielbeginn gab es für Jaroslav Skach, den Kapitän der Gäste, ein kleines Präsent von den Hausherren. Der Zuspieler war am Tag zuvor Vater geworden. Mehr Geschenke aber wollten die Gothaer den favorisierten Hauptstädtern nicht überreichen und begannen das Spiel sehr konzentriert und motiviert. Trainer Jörg Schulz hatte seine gewohnte Anfangsformation umgestellt und startete diesmal mit Zuspieler Maris Vensbergs und Diagonalangreifer Marcel Herrmann. Daneben begannen noch Sven Kellermann, Ariel Hilman, Nikola Poluga, „Gui“ Barbosa und Libero Isaac Kneubuhl.

Mit zwei erfolgreichen Blocks von Kellermann und Herrmann gingen die Gastgeber in Führung. Auch in der Folge stand der Gothaer Block und hatte sich besonders auf Berlins Topscorer Hidalgo gut eingestellt. Allein acht im 1.Satz erzielte Blockpunkte belegen dies. Auch von einer minutenlangen Spielunterbrechung, wegen Unstimmigkeiten im Protokoll, ließen sich die VC-Spieler nicht verunsichern. Die Gäste dagegen schienen beeindruckt von Gothas couragierter Spielweise. Im weiteren Satzverlauf wechselte die Führung mehrfach, bevor ein nach langem Ballwechsel erkämpfter Punkt, dem VC den ersten Satzball bescherte. Doch genau zu diesem Zeitpunkt erwies sich der Schiedsrichter, wie schon bei einigen strittigen Entscheidungen zuvor, als wenig souverän. Hätte er die offensichtliche Mehrfachberührung in der Annahme der Berliner geahndet, auch die Berliner hätten sich nicht beschweren können. So aber wehrte der SCC diesen Satzball, wie auch die zwei folgenden, ab und verwandelte wenig später den ersten eigenen Satzball clever zum etwas glücklichen Satzgewinn. 

Von diesem Ausgang sichtbar verunsichert, begannen die Gothaer den 2.Satz. Die Hauptstädter dagegen bewiesen nun ihre ganze Klasse. Von „Neupapa“ Skach gekonnt eingefädelte Angriffsaktionen schlossen die Gästeangreifer konsequent mit Punktgewinnen ab. Besonders Diagonalangreifer Fuchs (1) und Schnellangreifer Korzenevics (7) bekam die Gothaer Abwehr in dieser Phase nicht in den Griff. Auch mit den Aufschlaggranaten vom besten Aufschlagspieler der Liga, Hidalgo, hatte Gothas Annahme ihre liebe Mühe und Not. Beim Aufschlag lag auch das Hauptmanko der Gothaer an diesem Tag. Elf direkte Aufschlagpunkte erzielte der SCC, Gotha deren nur zwei. Am Ende musste der VC Gotha diesen Abschnitt sehr deutlich mit 12:25 abgeben.

Doch im 3.Satz zeigte man sich davon gut erholt. Inzwischen waren Kapitän Bojan Gluvajic und Joni Markkula in die Partie gekommen und auch Paul Lohrisch stand nun in der Mannschaft. Später kam auch noch Lukas Gudas zu seinem Einsatz. Die Gastgeber hielten die Begegnung nun wieder offener ohne die Berliner jedoch noch ernsthaft gefährden zu können. Diese spielten ihr Pensum routiniert ab und gewannen den Schlussabschnitt mit 25:21. 

Trainer Schulz verwies nach Spielschluss darauf, dass ein Satzgewinn seines Teams durchaus verdient gewesen wäre. „Im 1.Satz hatten wir das Glück und das Kampfgericht sicher nicht auf unserer Seite. Doch der Sieg der Berliner geht natürlich in Ordnung und ist verdient. Sehr zufrieden bin ich mit der gezeigten Leistung der Spieler, die sonst nicht so oft zum Einsatz kommen“, sagte er anschließend. Als beste Spieler ihrer Teams (MVP) wurden von den Trainern Gothas Libero Isaac Kneubuhl und der Berliner Diagonalangreifer Sebastian Fuchs bestimmt.

Für die Gothaer stehen jetzt noch drei ganz wichtige Begegnungen in der Normalrunde an. Am kommenden Mittwoch wartet Tabellennachbar TV Bühl auf den VC, der anschließend am 30.März und am 02.April zweimal Heimrecht gegen den VCO Berlin den Moerser SC hat. Aufgaben, die nur von einem VC Gotha in Bestform machbar und im Hinblick auf die folgenden Play-Downs von sehr großer Bedeutung sind.

Publiziert: 20. März, 12.50 Uhr