Dmitrij Kreis geht mit gutem Beispiel voran. Seit Beginn der Playoffs hat sich der Kapitän der Oettinger Rockets Gotha, wie die meisten seiner Teamkollegen, nicht mehr rasiert. Keinesfalls nur aus Aberglaube, sondern auch um ein unübersehbares Zeichen zu setzen. Inzwischen trägt „Dima“ einen prächtigen Vollbart, der noch einige Wochen wachsen soll. Im Idealfall erfolgt die feierliche Abnahme frühestens in der zweiten April-Hälfte.
Mit einem unerwünschten Ende der Rasier-Auszeit mussten sich die Rockets-Fans gestern Abend nicht ernsthaft befassen. Denn im ersten Viertelfinal-Heimspiel der Playoffs zeigte die Mannschaft von Head Coach Marko Simic gegen die Spot Up Medien Baskets Braunschweig eine Gala-Vorstellung. Die Gothaer ließen den hoch gehandelten Gästen aus Niedersachsen letztlich keine Chance und landeten einen souveränen 83:60-Sieg (Halbzeit: 43:40). Die „Blaue Hölle“ bebte gewaltig.
„Das war heute eine Demonstration von Stärke – mit diesem Sieg sind die Rockets endgültig in den Playoffs angekommen“, sagte Hallensprecher Jeffrey Hey im Anschluss an die „BiGeisternde“ Partie und die Anhänger bekräftigten diese Einschätzung mit euphorischen Sprechchören. Ihr Jubel galt nicht zuletzt Marko Simic, der sein Team einmal mehr hervorragend eingestellt hatte und im Nachgang selbstredend sehr zufrieden war. „Braunschweig hat bis dato im Schnitt 87 Punkte pro Spiel erzielt – wir haben diese Mannschaft bei 60 Punkten gehalten. Das Trio Theis-Schröder-Sant-Roos, das zuletzt zusammen 75 Punkte markiert hatte, kam heute lediglich auf 36 Zähler. All das und noch einiges mehr spricht für die Klasse-Leistung meiner Mannschaft. Kurzum: Ich muss meinen Jungs ein großes Kompliment machen, den Fans aber auch. Tausend Dank an alle!“
Grundlage für den imposanten Erfolg war eine überragende Teamleistung. Diese spiegelte sich sowohl in einer starken Defense wider als auch in der Anzahl der Assists: Gotha verbuchte im gesamten Spiel 20 erfolgreiche Pässe, die zu Zählbarem führten – der Gegner lediglich fünf. Noch deutlicher fiel die Überlegenheit bei den Punkten aus, die die Bankspieler erzielten: Hier hatten die Rockets mit 33:2 ebenso die Nase vorne wie bei den Rebounds (41:30) und der Dreier-Quote (Gotha: 11 von 23 / Braunschweig: 4 von 20).
So konnten die Rockets abermals einen Start-Ziel-Sieg verbuchen. Die Gäste lagen im gesamten Spiel nur ein einziges Mal in Führung. Nachdem Konstantin Klein die ersten Punkte der Begegnung markiert hatte, versenkte Daniel Theis einen Dreier zum 2:3 (2.). Doch die Antwort folgte stehenden Fußes: Albert Kuppe legte zwei Dreier nach (8:5/3.), die rückblickend auch als Sinnbild für den Gesamterfolg herhalten können.
Denn die Rockets hatten an diesem Abend in den entscheidenden Situationen immer eine treffende Antwort parat. Besonders gefragt war diese Tugend kurz vor der Pause, als Braunschweig den zwischenzeitlichen Elf-Punkte-Rückstand (33:22/15.) innerhalb kurzer Zeit schrumpfen ließ (39:38/19.). Doch just in jener Phase trumpfte Leo Niebuhr auf. Er erzielte die letzten acht Rockets-Punkte vor dem Seitenwechsel im Alleingang, dazu zählten auch ein Dunking (37:30/18.) und ein sehr wichtiger Dreier zur rechten Zeit (42:38/19.).
Die Vorentscheidung fiel im dritten Viertel: Gotha legte gleich zu Beginn einen 10:0-Lauf hin und baute die Führung wieder aus (53:40/26.). Am Ende dieses Spielabschnitts hatte Braunschweig lediglich acht Zähler markiert.
Zu Beginn des vierten Viertels war dann Tim Jarmusz zur Stelle gab das Signal für einen unwiderstehlichen Schlussspurt. Zweimal in Folge warf er über den 2,05 Meter großen Braunschweiger Daniel Theis hinweg: zunächst einen Dreier, im Anschluss aus fast identischer Position noch einen Zweier (63:50/32.).
Zwar gaben sich die Gäste in der verbleibenden Zeit keineswegs kampflos geschlagen – doch der Rest der Begegnung glich einem Triumphmarsch mit stehenden Ovationen.
„Sicher steht uns in Braunschweig ein schweres Spiel bevor“, sagte Marko Simic im Hinblick auf die zweite Partie, die auf Antrag der Spot Up Medien Baskets auf den Freitag der kommenden Woche vorverlegt wurde. „Aber wenn wir die Konzentration hochhalten und uns wieder gewissenhaft vorbereiten, können wir eine ähnliche Leistung wiederholen. Die Jungs sind heiß: Wir haben noch viel vor!“
Die haarige Botschaft an die Konkurrenz lautet: Der Bart bleibt dran!
Oettinger Rockets Gotha: Monk (13 Punkte / 3 von 5 Freiwürfen), Roberts (5 / 1 von 4), Jarmusz (5 / 1 Dreier), Schaffartzik (4 / 4 von 4), Watson (9 / 3 Dreier), Niebuhr (19 / 1 von 2 / 2), Kuppe (11 / 3 Dreier), Kreis (2), Baker (4), Klein (11 / 3 von 4 / 2)
Viertel: 23:13 / 20:27 / 15:8 / 25:12
Dreier Gotha: 11 von 23 (48 %) Dreier Braunschweig: 4 von 20 (20 %)
Freiwürfe Gotha: 12 von 19 (63 %) Freiwürfe Braunschweig: 12 von 22 (54 %)
Rebounds Gotha: 41 (11 Offense / 30 Defense) Rebounds Braunschweig: 30 (10 / 20)
Assists Gotha: 20 Assists Braunschweig: 5























