1736 heiratete Augusta von Sachsen-Gotha-Altenburg (Gotha 1719 – 1772 London) den Prinzen von Wales, Friedrich Ludwig von Hannover. Sie wurde die Mutter des späteren britischen Königs Georgs III. (1738 – 1820) und gründete die berühmten Kew Gardens, Vorbild für viele europäische Gärten, darunter den Schlosspark von Gotha. Aus Anlass des 275. Jahrestages der illustren Hochzeit begeht Gotha ein deutsch-englisches Jahr, dessen Schirmherrin Queen Elizabeth II. ist.
In diesem Zusammenhang war am Mittwoch, 14. September 2011, der britische Botschafter Sir Simon McDonald auf Einladung des Gothaer Oberbürgermeisters Knut Kreuch in Gotha und besichtigte dabei auch fast drei Stunden lang Schloss, Park und Sammlungen von Schloss Friedenstein. Der britische Botschafter ist seit Oktober 2010 im Amt und war daher nicht bei der ersten Begegnung des Deutschen Bundespräsidenten mit dem gesamten Diplomatischen Corps auf Schloss Friedenstein im September 2010 dabei.
Bei seinem Rundgang interessierte sich Sir Simon McDonald naturgemäß vor allem für die reichen Spuren der britischen Monarchie im Schloss: Hierzu gehören historische Ansichten des Schlosses Reinhardsbrunn bei Gotha, dessen Park Schauplatz der ersten Begegnungen von Königin Victoria und ihrem späteren Prinzgemahl Albert von Sachsen-Coburg und Gotha war, aber auch die zahlreichen historischen Porträts der Vorfahren des englischen Königshauses, das 1917 – mitten im Ersten Weltkrieg – seinen deutschen Familiennamen Saxe-Coburg and Gotha aus politischen Gründen in Windsor änderte. Beeindruckendes Zeugnis der familiären Zusammenhänge sind daneben jene Kunstwerke, die beispielsweise Herzog Alfred von Sachsen-Coburg und Gotha, der zweite Sohn Königin Victorias, auf seinen Weltreisen erwarb, darunter die ausgezeichneten japanischen Lackobjekte. Eine Kuriosität von Rang ist die ägyptische Mumie, die Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha von seinem Bruder Albert aus London geschenkt bekam.
Aber auch für das protestantische Moment in der Architektur des Schlosses Friedenstein zeigte der Botschafter Interesse, für Luthers Schicksal in Gotha, für die Cranach-Sammlung, das „Gothaer Liebespaar“, den originalen Napoleonhut in der Kunstkammer und die elefantastischen Bezüge der Residenzstadt. Sichtlich begeisterte ihn das Ekhof-Theater, dessen historische Bühnentechnik er sich ausführlich erklären ließ. Bei der Windmaschine legte er selbst Hand an und den von Holzkugeln verursachten Theaterdonner ertrug er mit britischer Gelassenheit. Beim abschließenden Tee im Lorbeerhaus in der blühenden Orangerie versprach er, zum Ekhof-Festival 2012 wiederzukommen. Das Programm steckte schon in der linken Tasche seines Jacketts.























