Thüringer am unzufriedensten mit ambulanter Versorgung und am geduldigsten bei Wartezeiten

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Erfurt, 9. Oktober 2014. Die Menschen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sind sowohl mit dem Angebot an Arztpraxen in ihrer Umgebung als auch mit den Sprechzeiten, die für Termine zur Verfügung stehen, im Bundesvergleich am unzufriedensten. Gleichzeitig sind die Mitteldeutschen beim Warten auf einen Termin beim Facharzt überdurchschnittlich geduldig. Das zeigt der aktuelle Meinungspuls, den die Techniker Krankenkasse (TK) und das Meinungsforschungsinstitut Forsa heute in Berlin vorstellen.

Ein Drittel der Befragten aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt gab an, dass sie mit dem Angebot an Arztpraxen vollkommen oder sehr zufrieden seien. Damit sind die Länder Schlusslicht bei der Zufriedenheit. Im Bundesdurchschnitt gab fast jeder Zweite gute oder sehr gute Noten. „Die Ergebnisse belegen erneut, dass die ambulante Versorgung für die Thüringer ein überdurchschnittlich wichtiges Thema ist“, sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. „Gleichzeitig hat die Umfrage ein weiteres Problem bestätig, dass wir aus der Praxis kennen: In größeren Städten und Ballungsräumen sind die Menschen deutlich zufriedener mit der Versorgung als auf dem Land.“ Auch mit der Sprechzeit des Arztes, die für Termine zur Verfügung steht, sind die Mitteldeutschen am wenigsten zufrieden. 57 Prozent der Befragten gab an, vollkommen oder sehr zufrieden zu sein. Mit 72 Prozent Zufriedenen liegen Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern bei den Sprechzeiten an der Spitze. Bei der Frage, wie zufrieden sie mit den Wartezeiten sind, liegen Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt im Ländervergleich ebenfalls auf den hinteren Plätzen. Mit der Zeitspanne zwischen Termin-Vereinbarung und dem Termin ist etwa jeder Zweite Mitteldeutsche mehr als zufrieden (Bund: 59 Prozent). Bei der Wartezeit in der Praxis ist es jeder Dritte (Bund: 49 Prozent).

Geht es um Facharzttermine bei leichten Beschwerden, zum Beispiel leichte Rückenschmerzen oder zur Nachkontrolle der Brillenstärke, sind die Ostdeutschen besonders geduldig: In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern oder Niedersachsen sowie in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen wollen 54 Prozent nicht länger als eine Woche auf ihren Termin warten. In Mitteldeutschland trifft das nicht einmal auf jeden Dritten zu. Etwa ein Drittel der Thüringer, Sachen und Sachsen-Anhaltiner hält Wartezeiten zwischen vier und acht Wochen für akzeptabel. Im Westen gilt das im Schnitt für jeden Achten. „Ich vermute, das liegt an der tendenziell geduldigen Mentalität der Ostdeutschen“, sagt Dressel. „Außerdem sind die Thüringer beim Warten auf Termine leidgeprüft, was sie ja auch angaben, und haben wahrscheinlich deswegen geringere Erwartungen.“

Besonders in ländlichen Gegenden Thüringens ist Ärztemangel bereits Realität. Eine Idee als Ausweg ist, bestimmte Aufgaben, die bisher von Ärzten erledigt werden, an medizinisches Fachpersonal zu übertragen. Diesem Ansatz stehen die Mitteldeutschen besonders aufgeschlossen gegenüber. 82 Prozent der Befragten in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt unterstützen die Idee. Das ist der höchste Zustimmungswert im Ländervergleich. Im Bundesdurchschnitt sind es 73 Prozent.

Im Auftrag der TK hat Forsa im Juni und Juli 2014 bevölkerungsrepräsentativ 2.001 Erwachsene in Deutschland zum Gesundheitssystem befragt. Der 48-seitige Studienband „TK-Meinungspuls 2014“ mit den Ergebnissen steht unterwww.presse.tk.de (Webcode: 660168) zum Download bereit. Dort finden Sie auch die Pressemappe mit der Zusammenfassung der Studienergebnisse sowie Infografiken, Pressefotos und TV-Rohschnittmaterial (Webcode: 660174).

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