Die Natur, so suggerieren es „biologische Invasionen“, ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Wie irritiert das Phänomen der in fremde Gebiete eindringenden Pflanzen und Tiere die menschlichen Vorstellungen über Natur?
Mit diesem Thema beschäftigt sich der öffentliche Vortrag von Prof. Dr. Friedemann Schmoll von der Universität Jena. Der Lehrstuhlinhaber für Volkskunde/Empirische Kulturgeschichte spricht am Dienstag (15.01.) um 18 Uhr über „Fremde und vertraute Natur“ im Großen Hörsaal der Zoologie (Erbertstr. 1). Interessenten können auch einfach ins Phyletische Museum kommen und werden von dort weitergeleitet. Der Eintritt ins Museum, wo derzeit die Sonderausstellung „Biologische Invasionen“ gezeigt wird, ist an diesem Tag ab 17 Uhr frei.
Schmolls Vortrag, der sich explizit auch an Laien wendet, widmet sich nicht aus naturkundlicher, sondern aus kulturwissenschaftlicher Perspektive „biologischen Invasionen“. Wie werden sie in der Öffentlichkeit, aber auch in den Naturwissenschaften diskutiert? Welche Werte und Normen werden auf dem Rücken wanderlustiger Tiere und Pflanzen verhandelt? Dabei geht es um Ordnungsvorstellungen wie „heimisch“ und „fremd“, Eigenart, Ursprünglichkeit und Abstammung, Gleichgewicht, Lust am Fremden und Fremdenscheu zwischen der frühen Geschichte des Naturschutzes um 1900 bis hin zu ökologischen Problemen im Rahmen jüngerer Globalisierungsprozesse.
So schön, wie auf dem Foto können biologische Invasoren sein: die Kanadische Goldrute, hier in Jena, hat in Europa keine natürlichen Feinde.
Foto: Gunnar Brehm





















