Milein Cosman im Kunstforum Gotha

0
1337

Die Ausstellung der gebürtigen Gothaerin ist seit dem 7. Mai im Kunstforum Gotha eröffnet. Milein Cosman, wurde 1921 geboren und flüchtete später mit ihren Eltern nach England, wo sie heute noch immer lebt. Die Werke der jüdischen Künstlerin zeichnen sich durch wenige Striche aus, ohne zentrale Charakteristiken zu verlieren. Aufgrund der großzügigen Leihgabe sind ihre Werke jetzt im Kunstforum Gotha zu sehen. Die 93-Jährige war zur Vernissage persönlich vor Ort.

1921 wurde sie in Gotha geboren. Heute hängen ihre Bilder im British Museum, im Centre for Fine Arts und nun auch im Kunstforum Gotha. Trotz ihres hohen Alters zeigte sie sich aufgeweckt und scherzte nach Belieben. Milein Cosman erweckte einen sympathischen Eindruck. Als ihr ein Kamm zum Foto- und Filmtermin gereicht wurde, fragte sie schmunzelnd nach: „Den hast du hast aber nicht irgendwo gefunden, oder?“ Dennoch ist sie bodenständig. „Stolz? Nein Stolz ist kaum in meinem Wortschatz. Ich bin gerührt, ja“, antwortete sie auf die Frage, ob sie der Empfang in Gotha und ihr Erfolg stolz mache.

Sie plaudert gemütlich über ihr Leben und über große Persönlichkeiten, wie Adenauer, Thomas Mann oder Kästner, die sie porträtierte. Und das ehrlich – nicht durch die Blume. „Kästner habe ich in München gezeichnet. Der war frech, wie wer weiß wie. Noch nie hatte ich so einen eingebildeten Menschen getroffen. Und das war der Held meiner Jugend! Dass ich den Kerl nicht ermordet habe, grenzt an ein Wunder“, erzählte sie.

Als sie sich im Kunstforum Gotha umschaute, erfreute sie sich selbst ihrer Werke. Nicht alle Personen erkannte sie darauf auf Anhieb wieder, aber die meisten. Auf ihren Bildern ergeben einfache Striche komplexe Formen. „Ich habe schon immer sehr schnell gezeichnet“, erklärt die 93-Jährige. Deshalb war es ihr möglich auch dynamische Motive, wie Musiker bei der Arbeit, zu Papier zu bringen.

Einige Zeit ihrer Jugend hat sie in Düsseldorf verbracht, weshalb sie auch das Rheinland zu ihrer Heimat zählt. Nebenbei: Den rheinischen Dialekt hat sie noch immer blendend drauf, wenn sie will. Auch damit weiß sie zu belustigen.

Schön, dass hohes Alter Lebensfreude nicht mindern muss. Eine erstaunliche Frau und Künstlerin hinterließ bleibende Eindrücke. Und wenn es nicht woher schon so war, dann ist das Kunstforum Gotha spätestens (!) jetzt einen Besuch wert.