Wie für die Jahreszeit üblich …

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Arbeitsmarkt in Mittelthüringen
Die Arbeitslosigkeit sank im Mai in Mittelthüringen – in den Regionen Erfurt, Weimar, Weimarer Land, nördlicher Ilm-Kreis und Landkreis Sömmerda – auf 22.964. Das sind 975 arbeitslose Menschen weniger als im April und 1.120 Menschen weniger als vor einem Jahr. Damit sank die Arbeitslosenquote von 9,5 auf 9,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 9,6 Prozent. „Wie für die Jahreszeit üblich, hat sich auch im Mai die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt in Mittelthüringen fortgesetzt. Allerdings fehlt der Kräftenachfrage die Dynamik des Vorjahres. Gleichzeitig werden mehr Menschen nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Dass es für die Wirtschaft dennoch schwieriger wird, ihre Fachkräfte zu rekrutieren, zeigen zwei Befunde: immer mehr Stellen werden zu besseren Bedingungen, nämlich von vorne herein unbefristet angeboten, und Stellenbesetzungen dauern zunehmend länger“, sagt Beatrice Ströhl, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Erfurt.

Während bei Älteren und Langzeitarbeitslosen die Zahl der Arbeitslosen sank, stieg sie leicht bei Jugendlichen bis 20 Jahre. „Jedes Jahr melden sich ab Mai Schulabgänger arbeitslos – meist nur um die Weiterzahlung des Kindergeldes zu sichern. Dabei ist Arbeitslosmeldung für das Kindergeld nicht erforderlich, wenn die jungen Menschen ihren nächsten Ausbildungsabschnitt innerhalb der nächsten vier Monate beginnen“, erläutert Ströhl. Dabei kann es sich um eine betriebliche oder schulische Ausbildung, ein Hochschulstudium oder einen Freiwilligendienst handeln. Für die Berechnung der vier Monate gilt i.d.R. das Ende des Schuljahres.

Im Mai haben knapp 2.200 Menschen eine neue Arbeit begonnen. Im gleichen Zeitraum verloren 1.700 Menschen ihre Arbeit. Die meisten waren vorher in der Zeitarbeit, im Handel und Verarbeitenden Gewerbe beschäftigt.

Unterbeschäftigung sinkt deutlich
Im Mai lag die Unterbeschäftigung bei 31.662. Das sind 3.000 weniger als vor einem Jahr. Sie sank damit stärker als die Zahl der Arbeitslosen. Zur Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) zählen auch Personen, die z.B. an einer Weiterbildung oder Trainingsmaßnahme teilnehmen, arbeitsunfähig sind oder aus anderen Gründen nicht als arbeitslos gelten.

„Bei den Stellenmeldungen der Unternehmen ist auffallend, dass die Zahl der unbefristeten Stellen kontinuierlich steigt und die der Befristungen sinkt. Im Mai wurden uns über 2.000 neue Stellen gemeldet, davon waren 81 Prozent unbefristet“, sagt Ströhl. Die meisten neuen Stellen sind aus der Zeitarbeit, dem Handel, dem Verarbeitenden Gewerbe und dem Gesundheits- und Sozialwesen. Gefragt sind Fachkräfte in Metall- und Elektroberufen, im Innenausbau, Fach- und Hilfskräfte in der Lebensmittelproduktion, Berufskraftfahrer, Logistikmitarbeiter sowie Verkäufer.

Regionale Arbeitsmarktentwicklung
Erstmals 2012 einstellige Arbeitslosenquote in der Landeshauptstadt Erfurt
„In der Landeshauptstadt ist die Arbeitslosigkeit im Mai aufgrund der saisonalen Belebung gesunken. Damit wird der Arbeitslosenquote erstmals im diesem Jahr einstellig“, erläutert Beatrice Ströhl, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Erfurt. 10.299 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Das sind 179 weniger als im April und 347 weniger als vor einem Jahr. Damit sank die Quote von 10,0 auf 9,8 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 10,2 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit sank vor allem bei den Älteren und Langzeitarbeitslosen. Bei den Jugendlichen bis 20 Jahre hingegen nahm sie sogar leicht zu. „Das liegt meist an Schulabgängern, die sich arbeitslos melden, um Kindergeld zu bekommen. Dabei ist das vielfach gar nicht erforderlich, wenn sie keine Arbeit oder Ausbildung suchen“, sagt Ströhl. Eine Arbeitslosmeldung für das Kindergeld ist nicht erforderlich, wenn der nächste Ausbildungsabschnitt innerhalb von vier Monaten nach Schuljahresende beginnt.
Anders ist es bei Azubis, die sich nicht sicher sind, ob sie übernommen werden. „Auslernende Azubis sollten sich so schnell wie möglich arbeitsuchend melden. Hier können wir durch eine frühzeitige Meldung Arbeitslosigkeit vermeiden und gemeinsam einen neuen Arbeitgeber suchen“, so Ströhl.

846 Menschen begannen im Mai eine neue Beschäftigung. Weitere 655 begannen eine Aus- bzw. Weiterbildung. Im gleichen Zeitraum verloren 738 Menschen ihre Arbeit.

„In der Landeshauptstadt schreiben Unternehmen verstärkt unbefristete Stellen aus. Im Mai wurden dem Arbeitgeberservice 1.130 neue Stellen gemeldet. Davon waren 84 Prozent unbefristet“, sagt Ströhl. Die Stellenmeldungen kamen vor allem aus der Zeitarbeit, dem Handel, dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie dem Gastgewerbe. Verstärkt nachgefragt werden Mitarbeiter in der telefonischen Kundenbetreuung – von Fachkräften bis zu Quereinsteigern. Gesucht werden weiterhin Berufskraftfahrer, Vertriebs-, Verkaufsfach- und Verkaufshilfskräfte in  Floristikgeschäften, Bäckereien und Fleischereien.

Nördlicher Ilm-Kreis: Arbeitslosenquote sinkt auf 9,1 Prozent
Im nördlichen Ilm-Kreis sank die Zahl der Arbeitslosen um 108 auf 2.656. Vor einem Jahr waren 303 Menschen mehr ohne Arbeit. „Aufgrund der saisonalen Einstellungen im Bauwesen, Handel und in der Gastronomie sank die Arbeitslosenquote im nördlichen Ilm-Kreis auf 9,1 Prozent“, sagt Martina Lang, Leiterin der Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Arnstadt. Vor einem Jahr lag sie bei 10,1 Prozent.

Besonders stark sank die Arbeitslosigkeit bei den Älteren. 989 Ältere waren im Mai arbeitslos. Das sind 76 weniger als vor einem Jahr. Bei den Langzeitarbeitslosen stieg die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich auf 1.064. Leicht gestiegen ist auch die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen bis 20 Jahre. So melden sich vorrangig Schulabgänger zur Überbrückung zwischen Schulabschluss und Beginn der Ausbildung oder des Studiums arbeitslos, meist um Kindergeld zu bekommen. Eine Arbeitslosmeldung nur für Kindergeld ist nicht erforderlich, wenn der nächste Ausbildungsabschnitt innerhalb von vier Monaten nach Schuljahresende beginnt.

249 Menschen begannen im Mai eine neue Beschäftigung. Gleichzeitig verloren 204 Menschen ihre Arbeit. Das sind fast genauso viele wie vor einem Jahr.

222 Stellen meldeten Unternehmen in und um Arnstadt dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters. 90 Prozent der neuen Stellen werden unbefristet gemeldet. Der Anteil der befristeten Stellen sinkt deutlich. Die Stellenmeldungen kamen vor allem aus der Zeitarbeit, dem Verarbeitenden Gewerbe, Baugewerbe, Handel und Gastgewerbe. Es werden weiterhin Fachkräfte im Metallbereich, Maschinenbau und in der Fahrzeugtechnik gesucht. Eine ungeminderte Nachfrage besteht an flexiblen Fach- und Hilfskräften in der Ernährungsbranche. Auch suchen Unternehmen Fachkräfte wie Fliesenleger, Dachdecker, Maler und Trockenbauer.

Landkreis Sömmerda: Erstmals 2012 einstellige Arbeitslosenquote
Im Landkreis Sömmerda sank die Arbeitslosigkeit im Mai um 278 auf 3.812. Das sind 237 weniger als vor einem Jahr. „Im Landkreis sank die Arbeitslosigkeit stärker als in anderen Regionen, da die Wirtschaft saisonabhängiger ist. Vermehrte Einstellungen im Bauwesen, in der Landwirtschaft und im Handel führten zur einstelligen Arbeitslosenquote“, sagt Ralf Neuland, Leiter der Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Sömmerda. Die Arbeitslosenquote sank innerhalb eines Monats von 10,2 auf 9,6 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 10,1 Prozent.

Vor allem bei den Älteren sank die Arbeitslosigkeit. Einen leichten Anstieg gab es bei den Jüngeren. „Oft sind es vor allem Schulabgänger, die sich nur um Kindergeld zu beziehen, arbeitslos melden. Dabei ist dies bei vielen gar nicht erforderlich“, sagt Neuland. Hintergrund ist eine Regelung, wonach in Zeiten bis zu vier Monaten zwischen zwei Ausbildungsabschnitten das Kindergeld weitergezahlt wird, ohne dass eine Meldung bei der Agentur für Arbeit notwendig ist.

Im Mai nahmen 362 Menschen eine neue Beschäftigung auf. 263 Menschen meldeten sich nach Beschäftigung arbeitslos.

„Unternehmen melden im Landkreis verstärkt unbefristete Stellen. Im Mai waren von den 271 neu gemeldeten Stellen 71 Prozent unbefristet“, sagt Neuland. Die meisten Stellen melden Unternehmen der Zeitarbeit, aus dem Handel sowie dem Verarbeitenden und Baugewerbe. Am stärksten nachgefragt sind Fachkräfte aus dem Metallbereich, dem Maschinenbau und der Fahrzeugtechnik. Es besteht eine ungeminderte Nachfrage an flexiblen Fach- und Hilfskräften in der Ernährungsbranche. Gut ausgebildete Fachkräfte wie Bäcker, Fleischer, Fachverkäufer im Nahrungsmittelhandwerk sowie Fachkräfte – Lebensmitteltechnik werden weiterhin nachgefragt. Die Einstellung von Helfern in der Lebensmittelindustrie erfolgt meist über Zeitarbeit. Gesucht werden weiterhin Berufskraftfahrer, Fachkräfte im Bauwesen sowie Verkaufsfach- und –hilfskräfte.

Stadt Weimar: Arbeitslosenquote sinkt auf 9,3 Prozent
In der Stadt Weimar sank die Zahl der Arbeitslosen um 140 auf 2.838. Das sind 224 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosigkeit sank im Mai bei allen Personengruppen – mit einer Ausnahme. Bei den Jüngeren ist sie im Jahresvergleich leicht angestiegen. „Ab Mai melden sich verstärkt Schulabgänger arbeitslos, um Kindergeld weiter zu beziehen. Dabei ist dies bei vielen gar nicht erforderlich“, sagt Wolfgang Lepper, Leiter der Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Weimar. Hintergrund ist eine Regelung, wonach in Zeiten bis zu vier Monaten zwischen zwei Ausbildungsabschnitten das Kindergeld weitergezahlt wird, ohne dass eine Meldung bei der Agentur für Arbeit notwendig ist.
Die Arbeitslosenquote sank von 9,7 auf 9,3 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 10,0 Prozent.

Besonders stark sank die Arbeitslosigkeit bei den Langzeitarbeitslosen. 998 Menschen waren länger als ein Jahr ohne Arbeit. Das sind 29 weniger als im April und 186 weniger als vor einem Jahr. Auch bei den Älteren ging die Arbeitslosigkeit zurück. 894 Ältere waren im Mai ohne Arbeit. Das sind 65 weniger als vor einem Jahr.

Unternehmen meldeten dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters im Mai 191 Stellen. Das sind deutlich mehr als im April und etwas weniger als vor einem Jahr. Zwei Drittel aller Stellen sind unbefristet. Vor allem über Zeitarbeitsfirmen, im Handel, Gesundheits- und Sozialwesen, Gastgewerbe und Dienstleistungsbereich wird derzeit Personal gesucht. „Unternehmen suchen auch im Mai Fachkräfte in Metall- und Elektronikberufen, im Innenausbau, in Gesundheitsberufen sowie Fach- und Hilfskräfte im Verkauf“, sagt Lepper.
In der Kulturstadt geht neben der Arbeitslosigkeit auch die  Unterbeschäftigung deutlich zurück. Im Mai lag die Unterbeschäftigung bei 4.302. Das sind knapp 550 weniger als vor einem Jahr. Sie ist damit stärker gesunken als die Zahl der Arbeitslosen. Zur Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) zählen auch Personen, die z.B. an einer Weiterbildung oder Trainingsmaßnahme teilnehmen, arbeitsunfähig sind oder aus anderen Gründen nicht als arbeitslos gelten.

Kreis Weimarer Land: Arbeitslosenquote sinkt auf 7,4 Prozent
Im Kreis Weimarer Land sank die Zahl der Arbeitslosen um 270 auf 3.359. Das sind 9 weniger als vor einem Jahr. Damit sank die Arbeitslosenquote innerhalb eines Monats von 7,9 auf 7,4 Prozent. „Im Landkreis ist die Arbeitslosigkeit bei allen Personengruppen innerhalb eines Monats gesunken. Das ist auf saisonale Einstellungen im Bauwesen, in der Landwirtschaft und im Handel zurückzuführen“, sagt Jeannette Austen, Leiterin der Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Apolda. Verglichen mit dem letzten Jahr ist jedoch bei den Langzeitarbeitslosen und Älteren ein Anstieg zu verzeichnen.

Unternehmen meldeten 201 freie Stellen. Das sind deutlich mehr als im April und als vor einem Jahr. 81 Prozent der gemeldeten Stellen sind unbefristet. Vor allem Zeitarbeitsunternehmen, das Baugewerbe, das Verarbeitende Gewerbe, Handel sowie Verkehr und Logistik suchen Personal. „Derzeit sind vor allem Fach- und Hilfskräfte in der Ernährungsbranche, im Lager-/Logistikbereich sowie Fachkräfte mit Kunststoff-, Metall- und Maschinenbauberufen sowie im Innenausbau gefragt“, sagt Austen.

Im Kreis Weimarer Land geht die Unterbeschäftigung deutlich zurück. Im Mai lag die Unterbeschäftigung bei 4.881. Das sind 289 weniger als vor einem Jahr. Sie ist damit stärker gesunken als die Zahl der Arbeitslosen. Zur Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) zählen auch Personen, die z.B. an einer Weiterbildung oder Trainingsmaßnahme teilnehmen, arbeitsunfähig sind oder aus anderen Gründen nicht als arbeitslos gelten.

Im Mai sank die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Geschäftsstelle Apolda um 190 auf 1.762. Das sind 95 weniger als vor einem Jahr. Damit sank die Arbeitslosenquote innerhalb eines Monats von 9,6 auf 8,8 Prozent. Vor allem bei Jüngeren und Menschen mit einer Schwerbehinderung sank die Arbeitslosigkeit. Unternehmen meldeten 99 Stellen. Das sind deutlich mehr als im April und als vor einem Jahr.

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