Willkommen im Klub!

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Seit dem 1. März hat das Team des Klub „Galletti“  in Gotha einen neuen Leiter. Jens Hieke lenkt seit dem die Geschicke des beliebten Anlaufpunktes der Volkssolidarität in der Gothaer Jüdenstraße. 5und50plus-Redakteurin Conny Schranz war neugierig, wer sich hinter diesem Namen verbirgt. Entstanden ist das sehr persönliche Porträt eines Mannes, der mit seiner neuen Arbeit auch ein Stück neues Leben begonnen hat. Die Gothaer Internetzeitung dokumentiert hier ihren Bericht:

Rosenmontag, 14 Uhr. Im Klub „Galletti“ in der Jüdenstraße herrscht ausgelassene Stimmung. Ich bin mit Jens Hieke, dem neuen Leiter des Klubs zu einem Interview verabredet und finde ihn in der Küche, mitten in seinem Team, das die letzten Vorbereitungen für die Rosenmontagsfeier trifft. Trotz allem Faschingsgewusel nimmt er sich die Zeit für das geplante Interview. „Eigentlich bin ich persönlich kein großer Faschingsfan, aber wenn unsere Gäste lachen, glücklich sind und Spaß haben, freue ich mich natürlich mit und weiß, dass wir alles richtig gemacht haben“, leitet Jens Hieke das Gespräch ein.

Dieser Gedanke, so soll  sich im Verlauf des Gesprächs herausstellen,  ist gleichzeitig Grund und Antrieb dieses Mannes, eben genau diesen Job übernommen zu haben. Der 36-jährige Erfurter weiß aus eigener leidvoller Erfahrung, wie wichtig Freunde und gegenseitige Hilfe sind, gerade wenn es mal nicht so richtig gut läuft. Nach einem Schlaganfall verbrachte er die letzten drei Jahre mit Reha-Maßnahmen und hatte nach und während dieser Zeit „viel Zeit zum Nachdenken“ – auch darüber, was wirklich wichtig ist im Leben. Vor seiner Krankheit  war er als Kaufmann in der freien Wirtschaft tätig, hatte dabei weniger mit Menschen als mit Zahlen und Vertrieb zu tun. „Davon wollte ich weg. Für mich ist das Lächeln eines Menschen mehr wert als Tausende von Euro. Unser Ziel ist es, Menschen glücklich zu machen – auch mit wenig Geld. Gerade  ältere Menschen sollten einen Ort haben, um sich mit Gleichgesinnten zu treffen, gemeinsam etwas zu unternehmen, sich auszutauschen und auch Hilfen im Alltag zu bekommen.“

Für seine Arbeit hat er schon viele neue Ideen, aber „erst muss ich hier mal alles kennenlernen – schließlich komme ich ja als Neuer in ein gut funktionierendes Team, von dem ich übrigens sehr gut aufgenommen worden bin.“ Dass die Arbeit der Volkssolidarität allerdings nicht ohne entsprechende finanzielle Mittel geleistet werden kann, weiß natürlich auch Jens Hieke. „Wir wollen zwar hier z. B. mit dem Café keine Riesenumsätze machen, aber auch wir müssen unsere laufenden Kosten decken.

Dafür wünschen wir uns Leute und Sponsoren, die unsere Arbeit unterstützen.“ Nicht nur die Arbeit mit den Senioren liegt Jens Hieke am Herzen. „Wichtig ist auch die Möglichkeit des Zusammentreffens unserer älteren Gäste mit jüngerem Publikum. Kinder, Jugendliche und Senioren sollen bei uns eine Anlaufstelle finden, um sich zu begegnen, um Erfahrungen auszutauschen und einfach einen Einblick ins Leben der jeweils anderen Generation zu bekommen“, so der symphatische Mann, der übrigens selbst Vater von zwei Kindern (Carolin 5 und Melissa 10 Jahre) ist.

Publiziert: 15. April 2011, 7.50 Uhr; erschienen im Gothaer Seniorenmagazin “5und50plus”, welches an vielen öffentlichen Stellen ausliegt