Willkommen zu Hause, Björn

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Björn Harmsen ist zurück. Auch wenn es an der Saale am Ende wohl ein offenes Geheimnis war, dürfte die Meldung zur Verpflichtung des mittlerweile 30-Jährigen doch noch den ein oder anderen Basketballfan überraschen können. ProA statt BBL, nachhaltiges Nachwuchskonzept statt Anleitung fertiger Legionäre, perspektivische Arbeit statt kurzfristigen Durchbruch. Wer Björn Harmsen im Jahr 2013 zuhört merkt, das ihm die zuletzt eingelegte einjährige Basketball-Pause gut getan hat. Nun ist er wieder da, zurück mit voll aufgeladenem Akku in seiner Wahl-Heimat Jena, will perspektivisch mit Science City am Projekt „Playoffs“ arbeiten, die Jugendförderung vorantreiben und im Frühjahr in die neue Sparkassen-Arena nach Jena-Burgau umziehen.

„Aus meiner Sicht ist diese Rückkehr eine sehr emotionale Geschichte. Irgendwie fühlt es sich tatsächlich wie heimkommen an. Man ist nicht fremd, kennt bereits einen Großteil der Gesichter mit denen man zukünftig zusammenarbeiten wird und freut sich auf die Aufgaben die vor einem liegen“, sagt Harmsen bei seinem ersten offiziellen Auftritt in Jena. Mit einem 3-Jahresvertrag für den neuen Cheftrainer macht Science City Jena nicht nur sportlich Nägel mit Köpfen, sondern möchte auch strukturell ein Fundament schaffen, auf das sich in den kommenden Jahren aufbauen lässt. Im Vordergrund steht dabei die Einbeziehung des bisher nur selten genutzten Standortvorteils am Sportgymnasium in Jena. „Erfolg und Nachwuchsarbeit müssen sich nicht gegenseitig ausschließen. Es gibt genügend Vereine die es vorgemacht haben wie man mit jungen deutschen Akteuren sportlichen Erfolg haben kann“, so der gebürtige Göttinger.

Nachdem Harmsen die damaligen POM Baskets Jena in der Zweitligasaison 2006/2007 in seiner ersten Saison als Cheftrainer überraschend in die Erstklassigkeit führen konnte endete die Partnerschaft nach einer Negativ-Serie Anfang Februar 2008 mit einem Gastspiel bei den Telekom Baskets in Bonn. In der darauf folgenden Saison gelang Harmsen mit den Wölfen aus Weißenfels mit der erneuten ProA-Meisterschaft das gleiche Kunststück wie in Jena, der Aufstieg in die BBL. Der Mitteldeutsche BC landete nach einem äußerst erfolgreichen Erstliga-Einstandsjahr auf dem 10.Platz, schnupperte bis zum Saisonende an den Playoff-Plätzen. Mit entsprechend hohen Erwartungen in die nächste Saison startend, endete das Spieljahr für den 30-Jährigen bereits im Februar 2011 mit einer 71:73-Niederlage gegen Trier. Aufgrund einer Bauchspeicheldrüsenentzündung bis Saisonende krankheitsbedingt ausfallend, gelang es weder der Mannschaft noch Co-Trainer Anton Mirolybov den Abstieg zu vermeiden. In der daraufhin folgenden Spielzeit unterschrieb Harmsen einen Vertrag beim deutschen Erstliga-Dino, den Gießen 46ers. Über Monate in Abstiegsgefahr schwebend, besiegelte eine 72:85-Niederlage am letzten Spieltag beim direkten Tabellenkeller-Konkurrenten Phoenix Hagen den sportlichen Abstieg der 46ers. Trotz einer von der ersten Liga erteilten Wildcard endete somit auch Harmsens einjähriges Intermezzo an der Lahn.

Mit den gemachten Erfahrungen dieser Zeit, seiner zuletzt genommenen 12-monatigen Auszeit für Familie und Freunde, geht es für den gereiften Jenaer ohne Aufstiegsdruck darum Identifikation zu schaffen, Kräfte zu bündeln, Nachwuchsspieler zu entwickeln, Strukturen bei Science City zu optimieren und dabei die sportlichen Vorgaben nicht aus den Augen zu verlieren. „Das Saisonziel ist mit den Playoffs klar definiert. Egal auf welchem Platz wir uns qualifizieren sollten. Ab diesem Zeitpunkt ist alles möglich“, so Harmsen. Wer im vergangenen Spieljahr die Viertelfinal-Serie gegen Göttingen gesehen hat, dürfte ganz genau wissen, was Harmsen damit meint.