Winter führt zu Anstieg der Arbeitslosigkeit

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Fliesenstudio Arnold

Kurz und knapp:
•    26.589 Menschen waren in Mittelthüringen ohne Arbeit
•    Knapp 1.600 Menschen weniger als vor einem Jahr arbeitslos
•    Arbeitslosenquote stieg auf 9,5 Prozent
•    Über 1.200 neue Stellen innerhalb eines Monats

Arbeitsmarkt in Mittelthüringen
„Der Winter hat die Arbeitslosigkeit in Mittelthüringen ansteigen lassen. Vor allem vom Dezember zum Januar steigt die Zahl der Arbeitslosen an. Dieser saisonale Effekt hat zwei Ursachen. Zum Einen wird aufgrund der Witterung in den Außenberufen wie dem Baugewerbe weniger gearbeitet und zum Anderen enden zum Jahresende viele befristete Verträge oder es werden Kündigungen ausgesprochen“, sagt Beatrice Ströhl, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Erfurt. In Mittelthüringen – in den Regionen Erfurt, Weimar, Weimarer Land, Ilm-Kreis und Landkreis Sömmerda – stieg die Zahl der Arbeitslosen vom Dezember zum Januar um 2.986 auf 26.589. Verglichen mit Januar 2012 sind 1.559 weniger Menschen ohne Arbeit. Damit stieg die Arbeitslosenquote innerhalb eines Monats von 8,4 auf 9,5 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 10,1 Prozent.
In den vergangenen drei Jahren stieg die Arbeitslosenquote vom Dezember zum Januar im Durchschnitt um 1,4 Prozentpunkte und fällt damit sogar noch größer aus als in diesem Jahr.

Die Arbeitslosigkeit ist vom Dezember zum Januar bei allen Personen- und Altersgruppen gestiegen. Verglichen mit Januar 2013 sind weniger Jüngere, Ältere und Langzeitarbeitslose ohne Arbeit. Bei Menschen mit körperlichen Einschränkungen und Ausländern ist die Zahl der Arbeitslosen auch verglichen mit vor einem Jahr leicht angestiegen.

Die Bewegung in die und aus der Arbeitslosigkeit verdeutlicht die saisonalen Effekte: 4.141 Menschen verloren ihre Arbeit und mussten sich arbeitslos melden. Das sind 52 Prozent aller neu gemeldeten Arbeitslosen. Im Jahresdurchschnitt 2012 lag der Anteil der Jobverluste an allen Arbeitslosmeldungen bei 35 Prozent. Gleichzeitig begannen 1.477 Menschen eine neue Beschäftigung. Das sind deutlich mehr als im Dezember und als vor einem Jahr.

Die Unterbeschäftigung weist aus, wie viele Menschen arbeitslos sind sowie an Maßnahmen, Qualifizierungen teilnehmen oder z.B. erkrankt sind. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung stieg ebenfalls – auf 35.269. Das sind 2.444 weniger als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigungsquote stieg damit auf 12,3 Prozent im Januar.

Unternehmen meldeten im Januar 1.274 freie Stellen. Das sind deutlich weniger als im Dezember und als vor einem Jahr. Vor allem die Ansiedlungsprojekte in der Logistikbranche, im Verarbeitenden Gewerbe, das Gesundheits- und Sozialwesen, Gast- und Baugewerbe sowie Personaldienstleister suchten im Januar neue Mitarbeiter.

Regionale Arbeitsmarktentwicklung
Landeshauptstadt Erfurt: Winter lässt Arbeitslosigkeit steigen
Der Winter führte in der Landeshauptstadt zu steigenden Arbeitslosenzahlen. 10.086 Menschen waren im Januar arbeitslos gemeldet. Das sind 721 mehr als im Dezember und 706 weniger als vor einem Jahr. Damit stieg die Arbeitslosenquote von 8,9 auf 9,6 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 10,3 Prozent. „Der Winter ist auf dem Arbeitsmarkt in Erfurt angekommen. Auch in den vergangenen Jahren stieg die Arbeitslosigkeit zum Jahreswechsel deutlich an. Die Ursachen liegen zum Einen an Arbeitsausfällen in den witterungsabhängigen Branchen und zum Anderen am Auslaufen von Befristungen oder Kündigungen zum Jahreswechsel“, erläutert Beatrice Ströhl, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Erfurt.

Die Landeshauptstadt ist weniger stark als andere Regionen von Jobverlusten betroffen und verzeichnet aufgrund der anhaltenden Nachfrage im Handel und durch die Neuansiedlungen einen weiterhin hohen Stellenzugang. Im Laufe des Berichtszeitraums verloren 1.377 Menschen ihre Arbeit. Gleichzeitig begannen 569 Menschen eine neue berufliche Tätigkeit. Vom Dezember zum Januar stieg die Arbeitslosigkeit bei allen Personen- und Altersgruppen. Verglichen mit Januar 2012 sind weniger Jüngere, Ältere und Langzeitarbeitslose ohne Arbeit. Bei Menschen mit Handicap und Ausländern stieg die Zahl der Arbeitslosen im Jahresvergleich.

657 Stellen meldeten Unternehmen der Landeshauptstadt der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter. Das sind 78 mehr als vor einem Jahr, jedoch weniger als im Dezember. Vor allem im Handel und Logistik, im Gesundheits- und Sozialwesen, Gastgewerbe und durch Personaldienstleister wurde Personal gesucht. Gefragt waren vor allem Fach- und Hilfekräfte in der Logistik, in der Metallbranche, im Maschinen- und Fahrzeugbau, in der Gebäudetechnik, in Gesundheitsberufen, im Verkauf und in der Unternehmensorganisation.

Ilm-Kreis: Winter erreicht Arbeitsmarkt
Im Ilm-Kreis stieg die Arbeitslosigkeit saisonal bedingt deutlich an. 5.418 Menschen waren im Januar arbeitslos. Das sind 665 mehr als im Dezember und 86 weniger als vor einem Jahr. Damit stieg auch die Arbeitslosenquote innerhalb eines Monats von 8,2 auf 9,3 Prozent. „Auch in den vergangenen Jahren stieg die Arbeitslosigkeit vom Dezember zum Januar deutlich an. Neben witterungsbedingten Arbeitsausfällen liegt dies im Auslaufen von befristeten Verträgen und Kündigungen zum Jahresende begründet.“, sagt Martina Lang, Leiterin des Geschäftsstellenverbundes der Agentur für Arbeit Arnstadt/Ilmenau.  
Vom Dezember zum Januar stieg die Arbeitslosigkeit bei allen Alters- und Personengruppen. Verglichen mit Januar 2012 sind weniger Ältere und Langzeitarbeitslose ohne Arbeit. Bei den Menschen mit Handicap und Jüngeren stieg die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich.

Die Unterbeschäftigung weist aus, wie viele Menschen neben Arbeitslosigkeit an Maßnahmen, Qualifizierungen teilnehmen oder z.B. erkrankt sind. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung stieg auf 7.196. Damit stieg die Unterbeschäftigungsquote von 11,1 auf 12,1 Prozent.

Der Stellenzugang ist leicht rückläufig. 206 Stellen meldeten Unternehmen im Ilm-Kreis. Die meisten im Verarbeitenden Gewerbe, Bauwesen, Gesundheits- und Sozialwesen, Handel und Gastgewerbe sowie über Personaldienstleister.

Im nördlichen Ilm-Kreis stieg die Zahl der Arbeitslosen um 357 auf  2.816 Menschen an. Das sind 110 weniger als vor einem Jahr. Damit stieg die Arbeitslosenquote von 8,4 auf 9,7 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 10,0 Prozent. Vom Dezember zum Januar stieg Arbeitslosigkeit bei allen Personen- und Altersgruppen. Verglichen mit Januar 2012 sind weniger Ältere und Langzeitarbeitslose ohne Arbeit.
467 Menschen verloren ihre Arbeit und meldeten sich arbeitslos. Das ist ein leichtes Plus im Vergleich zu Januar 2012 (+ 5 Prozent). Im gleichen Zeitraum begannen 147 Menschen eine neue Arbeit. Auch dies sind mehr als vor einem Jahr (+12 Prozent).
Unternehmen meldeten deutlich weniger Stellen. 98 neue Stellen verzeichnete der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters. Das sind 26 Stellen weniger als vor einem Jahr.

Im südlichen Ilm-Kreis stieg die Zahl der Arbeitslosen um 308 auf 2.602. Das sind 24 mehr als vor einem Jahr. Damit stieg auch die Arbeitslosenquote von 7,9 auf 9,0 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 8,9 Prozent. Vom Dezember zum Januar stieg die Arbeitslosigkeit bei allen Personen- und Altersgruppen. Verglichen mit 2012 ist nur bei den Älteren ein Rückgang zu verzeichnen. Im Januar meldeten Unternehmen verstärkt neue Stellen. 108 Stellen meldeten Unternehmen dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters. Das sind 10 mehr als vor einem Jahr.

Landkreis Sömmerda: Winter bringt zweistellige Arbeitslosenquote mit sich
Im Landkreis Sömmerda stieg die Arbeitslosigkeit vom Dezember zum Januar deutlich. 4.472 Menschen waren im Januar arbeitslos gemeldet. Das sind 820 mehr als im Dezember, jedoch 194 weniger als vor einem Jahr. „Im Landkreis wirkt sich der Winter stärker aus als in anderen Regionen Mittelthüringens. Durch die regionale Wirtschaftsstruktur sind hier mehr Menschen in Außenberufen wie dem Baugewerbe und der Landwirtschaft beschäftigt, dadurch steigt die Arbeitslosigkeit zum Jahreswechsel deutlich an“, sagt Jeannette Austen, Leiterin der Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Sömmerda. So liegt der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Baugewerbe und in der Landwirtschaft im Landkreis bei 15 Prozent, während in Mittelthüringen der Durchschnitt 9 Prozent beträgt.
Damit stieg auch die Arbeitslosenquote von 9,2 auf 11,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 11,6 Prozent. Die Arbeitslosigkeit stieg bei allen Personen- und Altersgruppen zum Jahreswechsel. Verglichen mit Januar 2012 sind weniger Frauen, Jüngere, Ältere und Langzeitarbeitslose ohne Arbeit. Bei Männern, Menschen mit Handicaps und Ausländern stieg die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich.
Im Berichtszeitraum meldeten sich verstärkt Menschen arbeitslos (693), die ihre Arbeit verloren. Gleichzeitig begannen 216 Menschen eine neue Beschäftigung, das sind 14 mehr als vor einem Jahr.

Die Unterbeschäftigung weist aus, wie viele Menschen neben Arbeitslosigkeit an Maßnahmen oder Qualifizierungen teilnehmen sowie z.B. erkrankt sind. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung stieg auf 5.360. Damit stieg die Unterbeschäftigungsquote auf 13,1 Prozent.

Der Stelleneingang ist rückläufig. Im Januar meldeten Arbeitgeber dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters 133 Stellen. Das sind 91 weniger als vor einem Jahr. Am stärksten suchte das Verarbeitende Gewerbe (62 Stellen), Personaldienstleister (26), der Handel (10) und das Gesundheits- und Sozialwesen (7) Personal. Gefragt waren im Januar Fachkräfte in Metall-, Maschinenbau- und Fahrzeugtechnikberufen sowie in Lager- und Logistikberufen.

Stadt Weimar: Arbeitslosenquote stieg auf 9,4 Prozent
Der Winter führte auch in der Kulturstadt zu steigender Arbeitslosigkeit. 2.865 Menschen waren in Weimar im Januar ohne Arbeit. Das sind 206 mehr als im Dezember und 308 weniger als vor einem Jahr. Damit stieg die Arbeitslosigkeit von 8,7 auf 9,4 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 10,3 Prozent. „In Weimar stieg die Arbeitslosigkeit vor allem aufgrund des Jahreswechsels, zu dem viele Befristungen auslaufen oder Kündigungen ausgesprochen werden. Hinzu kommt eine erhöhte saisonale Arbeitslosigkeit durch Auftragseinbrüche in Außenberufen“, sagt Wolfgang Lepper, Leiter der Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Weimar. Vom Dezember zum Januar stieg die Arbeitslosigkeit bei allen Personen- und Altersgruppen. Verglichen mit 2012 waren in Weimar weniger Jüngere, Ältere und Langzeitarbeitslose ohne Job. Bei den Menschen mit Handicap und Ausländern stieg die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich leicht an.

Die Zahl der neugemeldeten Stellen stieg, verglichen mit Dezember 2012. Unternehmen meldeten dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters 169 neue Stellen. Das sind jedoch 81 weniger als vor einem Jahr. Vor allem Personaldienstleister, Gesundheits- und Sozialwesen, Handel und Gastgewerbe suchten Personal. Gefragt waren Fachkräfte in Metall-, Maschinenbau- und Fahrzeugtechnikberufen, in Ausbau- und gebäudetechnischen Berufen, im Verkauf sowie in Hotels und Gaststätten.

Die Unterbeschäftigung weist aus, wie viele Menschen neben Arbeitslosigkeit an Maßnahmen oder Qualifizierungen teilnehmen sowie z.B. erkrankt sind. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung stieg auf 4.353. Damit stieg die Unterbeschäftigungsquote auf 13,7 Prozent.

Kreis Weimarer Land: Arbeitslosenquote stieg auf 8,2 Prozent
Im Kreis Weimarer Land wirkte sich der Winter auf den Arbeitsmarkt aus. 3.748 Menschen waren im Januar arbeitslos gemeldet. Das sind 574 mehr als im Dezember, jedoch 265 weniger als vor einem Jahr. Damit stieg die Arbeitslosenquote von 7,0 auf 8,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 8,7 Prozent. Zum Jahreswechsel stieg die Arbeitslosigkeit bei allen Personen- und Altersgruppen. Vergleichen mit Januar 2012 sind weniger Jüngere, Ältere, Langzeitarbeitslose und Menschen mit Handicap ohne Arbeit.

Die Unterbeschäftigung weist aus, wie viele Menschen neben Arbeitslosigkeit an Maßnahmen oder Qualifizierungen teilnehmen sowie z.B. erkrankt sind. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung stieg auf 5.064, die Quote auf 10,8 Prozent.

Die Personalnachfrage ist rückläufig. Unternehmen meldeten im Januar 109 freie Stellen. Das sind 23 weniger als vor einem Jahr. Hohe Personalnachfrage hatten das Verarbeitende Gewerbe, Gastgewerbe, Handel, Verkehr und Logistik,  Gesundheits- und Sozialwesen sowie Personaldienstleister. Gefragt waren im Januar Fachkräfte in Holzberufen, in Metall-, Maschinenbau- und Fahrzeugtechnikberufen, im Innenausbau und in der Gebäudetechnik, Berufskraftfahrer sowie Fach- und Hilfskräfte in der Lebensmittelproduktion, im Verkauf, in Hotels und Gaststätten.

Auch im Bereich der Geschäftsstelle Apolda stieg die Arbeitslosigkeit. 1.961 Menschen waren im Altkreis ohne Arbeit. Das sind 282 mehr als im Dezember und 178 weniger als vor einem Jahr. Damit stieg die Arbeitslosenquote von 8,4 auf 9,8 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 10,5 Prozent. Vom Dezember zum Januar stieg die Arbeitslosigkeit bei allen Personen- und Altersgruppen. Verglichen mit Januar 2012 sind weniger Jüngere, Ältere und Langzeitarbeitslose und ohne Arbeit. Der Stelleneingang ist im Altkreis rückläufig. 37 neue Stellen meldeten Unternehmen dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters.

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