Winter lässt Arbeitslosigkeit steigen

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Fliesenstudio Arnold

Im Januar ist ein Anstieg der Arbeitslosigkeit in Westthüringen zu verzeichnen. Dies beruht zum einem auf den einsetzenden Winter und zum anderen liefen zum Jahreswechsel viele befristete Beschäftigungen aus.

Die Zahl der Arbeitslosen stieg zwar jahreszeitlich bedingt an, lag aber dennoch auf dem niedrigsten Niveau seit 1991. Im Januar waren in Westthüringen 17.300 Menschen arbeitslos, das sind rund 2400 mehr als im Vormonat, aber 1.736 weniger als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote betrug im Bereich der Agentur für Arbeit Gotha 9,4 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt ist trotz des saisonalen Anstiegs sehr stabil, was auch in der niedrigsten Arbeitslosenquote eines Januars seit 1991 zum Ausdruck kommt. Der hohe Stellenzugang als auch die niedrigeren Arbeitsuchendmeldungen sprechen für eine stabile Arbeitsmarktentwicklung“, sagte Ina Benad, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha.

Unterschiede gibt es in den einzelnen Regionen. Während der Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Geschäftsstelle Eisenach (+1,0 Prozentpunkt zum Dezember) und in der Hauptagentur in Gotha (+ 1,0 Prozentpunkt  zum Dezember) unterhalb des Thüringenschnittes (+1,3 Prozentpunkt zum Dezember) lag, stieg die Arbeitslosigkeit in den Geschäftsstellen deutlich (auch über dem Thüringenschnitt) an. In der Geschäftsstelle Mühlhausen stieg die Arbeitslosigkeit um 1,8 Prozentpunkte und in der Geschäftsstelle Bad Langensalza gar um 2,0 Prozentpunkte im Ver-gleich zum Vormonat. Dennoch lag die Arbeitslosigkeit in allen Ge-schäftsstellen und in der Hauptagentur weit unter den Vorjahreswerten.

Der Agentur für Arbeit Gotha wurden von den Unternehmen im Januar 691 offene Stellen neu gemeldet; 110 weniger als im Dezember und 16 Stellen mehr als im Januar 2011.

Die meisten Stellen wurden von Zeitarbeitsunternehmen (275), aus dem verarbeitenden Gewerbe (88), dem Gesundheits- und Sozialwesen (61), dem Bereich Lager/Logistik (60) sowie dem Baugewerbe (57) neu gemeldet.

Der Arbeitsmarkt in Westthüringen ist weiterhin von einer hohen Dyna-mik geprägt. Deutlich wird dies bei den Zu- und Abgängen der Kunden. So haben im Januar fast 8.352 Personen ihre Arbeitslosigkeit beendet bzw. sich arbeitslos gemeldet. Damit ergab sich  auch im Januar bei der Hälfte der Arbeitslosen eine Änderung.

Im Januar meldeten sich 5390 Menschen erstmals oder erneut in der Agentur für Arbeit Gotha und in den Jobcentern arbeitslos, 1.336 mehr als im Vormonat aber 1.107 weniger als im Vorjahr. Rund 57 Prozent (3.066 Personen) meldeten sich nach einer Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt arbeitslos. Am stärksten betroffen waren dabei Beschäftigte aus der Baubranche (598 Personen) und von Zeitarbeitsunternehmen (582 Personen).

Gleichzeitig beendeten 2.965 Menschen ihre Arbeitslosigkeit; 433  weniger als im Vormonat und 433 weniger als im Vorjahr. 854 Personen nahmen eine Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt auf, 69 begannen mit einer Tätigkeit auf dem 2. Arbeitsmarkt.

Die Arbeitslosenquote lag im Agenturbezirk Gotha im Dezember mit 9,4 Prozent knapp unter dem thüringer Durchschnitt (9,6 Prozent). Im Vorjahr betrug die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Gotha 10,3 Prozent.

Sehr unterschiedlich gestaltet sich die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt für einzelne Personengruppen. Bei der Jugendarbeitslosigkeit erfolgte im Januar ein Anstieg gegenüber dem Vormonat. So waren im Januar 1.395 Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. Das waren 269 mehr als im Vormonat, aber 175 weniger als im Vorjahr. Vom großen Fachkräftebedarf der Unternehmen und dem demografischen Wandel profitieren jüngere Arbeitslose, da ihnen recht schnell der Einstieg in eine neue Tätigkeit gelingt.

Die Zahl der älteren Arbeitslosen (über 50 Jahre) erhöhte sich zum Vormonat um 822 Personen. Im Januar waren somit 6.760 Menschen über 50 Jahre ohne eine Beschäftigung. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Zahl der älteren Arbeitslosen um 375 Personen. Mit fast 40 Prozent stellt die Personengruppe der älteren Arbeitslosen den größten Anteil an den Arbeitslosen dar.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg im Vergleich zum Vormonat um 9,7 Prozentpunkte oder 498 Personen an. Rund 5.600 Menschen waren länger als ein Jahr ohne Beschäftigung; knapp 900 mehr als im Vorjahr.

In der Agentur für Arbeit Gotha waren im Januar im Rechtskreis des SGB III (Arbeitslosengeld) 5.801 Menschen arbeitslos gemeldet, 1.544  mehr als im Vormonat, aber 1.203 weniger als im Vorjahr.

Die Jobcenter betreuten im Rechtskreis des SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende) im Januar 11.540 Menschen, 867 mehr als im Vormonat, aber 533 weniger als im Vorjahr.

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