1150-Jahre: Kleine Ortschaft Wangenheim feiert groß

0
83
Freiherr von Wangenheim mit Begleitung

Im Juni feierte die Ortschaft Wangenheim in der Gemeinde Nessetal sechs Tage lang ihr 1150-jähriges Bestehen. Zu den vielen Höhepunkten zählte auch die Festsitzung Ende Juni.

Die Luft flimmerte und die Sonne brannte auf der Haut. Doch die Besucher der Festsitzung schreckte das nicht ab – im Festzelt auf dem Wangenheimer Sportplatz war es auch ein bisschen angenehmer.
Nachdem sich fast alle Bänke gefüllt hatten, begrüßten Detlef Stoll, Vorsitzender des Wangenheimer Traditions- und Brauchtumsvereins sowie Cheforganisator der Veranstaltung, und Ortschaftsbürgermeister Andreas Michalke die Besucher.

Der Nachmittag stand im Zeichen des Ehrenamts, der Gemeinschaft und Geschichte des Dorfes: „Unsere engagierten Menschen haben dafür gesorgt, dass unsere Festwoche so toll wurde. Hier zeigt sich, wie lebendig unsere Gemeinschaft ist“, freute sich Detlef Stoll. Der 70-Jährige hofft, dass die Feierlichkeiten rund um das Dorfjubiläum das Zusammenleben in Wangenheim nachhaltig stärken. Auch Andreas Michalke hob den Wert von Gemeinschaft und Zusammenarbeit hervor. Ohne den Einsatz der Einwohner wäre Wangenheim nicht so lebenswert und der Ort nicht so schön, wie er sich während der Festwoche und auch abseits der Feierlichkeiten präsentiere, so der Ortschaftsbürgermeister.
Auch aus diesen Gründen nahm man sich an diesem Nachmittag die Zeit, einige ehrenamtlich engagierte Bewohner zu würdigen. Mit einem kleinen Präsent durften einige Preisträger nach Hause gehen.

Vieles von dem eben Gesagten verkörpert eine Person beziehungsweise eine ganze Familie: Voller Stolz begrüßten die Organisatoren sowie Eva-Marie Schuchardt, Bürgermeisterin der Gemeinde Nessetal, Ernst Friedrich Freiherrn von Wangenheim. Er und seine Familie setzen sich seit über 60 Jahren für das Dorf ein, das ihren Namen trägt. „Als mich mein Onkel 1965 nach Thüringen und dann hierher brachte, war ich einfach überwältigt. Vor dem Ortsschild zu stehen, auf dem der eigene Name steht, hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen“, meinte Freiherr von Wangenheim. Seitdem unterstützen die Wangenheims den Ort tatkräftig – und auch finanziell. Das blieb natürlich nicht unbemerkt.
„Ich habe heute die große Ehre, Ernst Friedrich von Wangenheim zum Ehrenbürger der Landgemeinde Nessetal zu ernennen“, verkündete Eva-Marie Schuchardt (Foto). Das Wirken des Freiherrn von Wangenheim, der nicht in Thüringen, sondern in Hessen aufwuchs, habe großen Einfluss auf verschiedene Vereine sowie auf die kirchliche Gemeinschaft im Dorf.

Und sein Sohn macht inzwischen dort weiter, wo der Vater seinerzeit ein tragfähiges Fundament gelegt hatte. Tobias Freiherr von Wangenheim engagiert nämlich als Schirmherr dieser Festwoche.

Für die Veranstalter war die Festsitzung also ein voller Erfolg. Detlef Stoll vom Traditions- und Brauchtumsverein schwärmte von der tollen Atmosphäre und Ortschaftsbürgermeister Andreas Michalke konnte seine Begeisterung über das nahezu voll besetzte Festzelt auf dem Wangenheimer Sportplatz kaum zurückhalten.

Dass alles so reibungslos ablief, lag auch an der zweijährigen Vorbereitungszeit. Ein zwölfköpfiges Organisationskomitee sorgte dafür, dass diese Festwoche an Ereignissen so reich war.
Auch in Zukunft soll die Gemeinschaft im Ort weiter gestärkt werden. „Wir planen schon die nächsten Feste“, sagte Detlef Stoll schmunzelnd. Andreas Michalke betonte diesbezüglich die Vielfalt der Vereine und ihrer Feste. „Wir müssen aus dieser Ellenbogengessellschaft wieder herauskommen“, so Detlef Stoll und ergänzte: „Mit dieser Jubiläumswoche haben wir einen ersten wichtigen Schritt gemacht.“

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 7 (2026)

Fliesenstudio Arnold

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT