Achtsam fahren bei Amphibienwechsel!

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Erdkröte am Krötenzaun. Bild: Jan Piecha

Der NABU Thüringen bittet um Rücksicht bei wandernden Kröten, Frösche, Molche und Unken

Mit den langsam auch nachts auf fünf Grad und mehr steigenden Temperaturen erwachen die ersten unserer heimischen Amphibien aus dem Winterschlaf. In Thüringen füllen sich bereits die ersten Eimer der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die fleißig Kröten, Frösche, Molche und Unken über die Straße tragen. „Einige Amphibienschutzzäune wurden im Freistaat bereits aufgestellt, weitere folgen in den nächsten Tagen“, sagt Ulrich Scheidt vom Landesfachausschuss Amphibien und Reptilien des NABU Thüringen. „Die Saison hat in diesem Jahr sehr früh begonnen und wird voraussichtlich länger andauern. Das stellt die ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer der Amphibienschutzzäune vor enorme Herausforderungen.“

Mit dem großen Ansturm der Amphibien ist abhängig von der Witterung jetzt Ende Februar oder Anfang März zu rechnen. Ein Kälteeinbruch kann die Wanderung allerdings jederzeit unterbrechen. Der NABU Thüringen bittet um Rücksichtnahme bei Amphibienwechsel. Autofahrerinnen und Autofahrer sollten vorsichtig fahren, ohne andere zu gefährden. Das schützt nicht nur die Amphibien, sondern auch die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer an den Schutzzäunen vor Unfällen. „Für Frosch und Co. sind beim Überqueren von Straßen nicht nur die Autoräder eine Gefahr. Auch die Fahrgeschwindigkeit spielt eine große Rolle. Denn bei mehr als 30 Stundenkilometern steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Tiere allein durch den Strömungsdruck sterben, ohne vom Fahrzeug direkt berührt worden zu sein. Der entstehende Luftsog ist so stark, dass er die inneren Organe der Amphibien zum Platzen bringt“, sagt Ulrich Scheidt.

Unterstützung bei Fragen rund um die Amphibienwanderung bietet die Natura 2000-Station „Auen, Moore, Feuchtgebiete“. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Station stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite, wenn es beispielsweise um die Beantragung neuer Zäune geht. Aber auch die Unteren Naturschutzbehörden der Landratsämter sowie die regionalen Natura 2000-Stationen sind koordinierend und unterstützend tätig. Träger der Natura 2000-Station „Auen, Moore, Feuchtgebiete“ ist die Naturforschende Gesellschaft Altenburg, die vom NABU Thüringen und dem Amphibien- und Reptilienschutz Thüringen e.V. als Kooperationspartner unterstützt wird.

Hintergrundinfos zur Amphibienwanderung

Wo überwintern die Tiere?
Die meisten Amphibienarten überwintern in frostfreien Verstecken an Land. Dazu gehören Nagerbauten, Wurzelspalten, Erdlöcher und Erdspalten, Verstecke unter und in morschem Holz, unter Holz- und Laubhaufen und in Trockenmauern. Außerdem überwintern die Tiere in altem Mauerwerk, das Lücken aufweist, in Kellern, Schächten, Bergwerksstollen und Straßentunneln.
Es gibt auch einige Arten, die überwintern direkt im Wasser: dazu gehören Wasserfrösche, und vereinzelt auch der Springfrosch, der Grasfrosch und einige unserer einheimischen Molche und deren Larven. Feuersalamanderlarven überwintern zum Beispiel häufig in geeigneten Gewässern. Die Überwinterung findet dann am Gewässergrund im Schlamm beziehungsweise Laub statt. Der Stoffwechsel der Tiere ist bei der Überwinterung verlangsamt. Die Atmung erfolgt dann bei sehr geringer Aktivität über die Haut.

Wie überleben Amphibien den Winter?
Der Stoffwechsel wird heruntergefahren. Die Tiere sind aber durchaus mobil und in der Lage, bei milden Temperaturen ihr Versteck zu wechseln und auch Nahrung aufzunehmen. Ein schönes Beispiel ist die Winteraktivität der Bergmolche und Feuersalamander. Die sind auch im Winter bei milden Temperaturen je nach Örtlichkeit draußen bei der Futteraufnahme anzutreffen.

Wie lange dauert die Überwinterung?
Die Zeitspanne ist von Art zu Art unterschiedlich. Feuersalamander und Bergmolch kann man mancherorts das gesamte Jahr über beobachten, wenn die Nachttemperaturen mild sind. Generell dürften die meisten unserer einheimischen Amphibien in der Zeit zwischen Oktober, wenn die ersten Nachtfröste auftreten, und Anfang Februar überwintern. Der Springfrosch gehört dann mit zu den ersten Amphibien, die man am frühesten in seinem Laichgewässer bei der Laichablage antrifft (ab Mitte Februar), sobald die Nächte milder werden.

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