Deutlich mehr Ausbildungsstellen als Bewerber

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Symbolbild | Foto: Agentur für Arbeit Gotha

Coronapandemie weiterhin auf dem Ausbildungsmarkt sichtbar

Am 30. September endete das Berufsberatungsjahr 2021/22. Wie im Vorjahr, lagen mehr betriebliche Ausbildungsplätze als Bewerber vor, berichtet die Agentur für Arbeit Gotha. Auch in diesem Jahr war ein Rückgang an Bewerbern zu verzeichnen. Dieser fiel aber geringer aus als im Vorjahr. „Die Coronapandemie hat erneut einen Einfluss auf die Berufswahl der Jugendlichen. Erneut gab es weniger Bewerber für eine betriebliche Ausbildung. Bis in die Jahresmitte waren kaum Präsenzveranstaltungen, persönliche Berufsberatungen oder Praktika möglich. Das erschwerte die Berufsorientierung enorm. Einige Jugendliche haben sich daher entschlossen, weiterführende Schulen zu besuchen oder nicht sofort mit einer Ausbildung zu beginnen“, sagte Johannes Langenkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha.

Ein etwas anderes Bild zeigt sich bei den betrieblichen Ausbildungsstellen. So wurden insgesamt 1.488 Lehrstellen gemeldet. Das waren 13,2 Prozent mehr als im Vorjahr. „Während uns die Unternehmen im Unstrut-Hainich-Kreis weniger Lehrstellen gemeldet haben als im Vorjahr, stieg die Zahl im Landkreis Gotha. Ich bin allen Unternehmen, die Ausbildungsstellen gemeldet haben dankbar für ihre Bereitschaft, junge Menschen in der Region auszubilden. Dies zeigt, dass trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen die Unternehmen gut ausgebildete Nachwuchskräfte benötigen. Leider konnten wir nicht jede Ausbildungsstelle besetzen. In diesen Fällen sind wir aber im Kontakt mit den Unternehmen, um Alternativen zu besprechen“, betont Johannes Langenkamp.

Insgesamt suchten in diesem Berufsberatungsjahr 936 Jugendliche eine Ausbildung. Zwei von drei Jugendlichen haben eine Berufsausbildung begonnen und so den Einstieg ins Berufsleben geschafft. 74 setzten die Schule fort oder haben ein Studium begonnen. Einige haben sich für andere Alternativen, wie gemeinnützige Dienste entschieden oder sind in Fördermaßnahmen eingemündet. „Nur 17 Jugendliche konnten wir bis Ende September nicht vermitteln. Mit diesen Jugendlichen stehen wir in engem Kontakt, um auch für diese bis spätestens Jahresende den Einstieg ins Berufsleben ermöglichen zu können“, sagte Johannes Langenkamp.

Im Landkreis Gotha und im Unstrut-Hainich-Kreis gab es mehr betriebliche Lehrstellen als Bewerber. „Bis auf die klassischen Büro- und Verwaltungsberufe gab es in nahezu allen Branchen mehr Ausbildungsstellen als Bewerber. Insbesondere im Handwerk, in der Hotellerie und Gastronomie sowie im verarbeitenden Gewerbe, im Handel und im Baubereich ist es zunehmend schwieriger Jugendliche für eine Ausbildung zu begeistern. Dabei bieten gerade diese Branchen gute berufliche Perspektiven in der Region. Bedingt durch die andauerende Pandemiesituation konnten Betriebspraktika, Messen, Berufsinformationsveranstaltungen nicht stattfinden. Dies hat die Berufsorientierung zusätzlich erschwert. Das zeigt aber auch, wie wichtig eine frühzeitige Berufsorientierung ist. Ebenso ist zu beobachten, dass die Jugendlichen nach wie vor in klassischen geschlechtsspezifischen Rollenbildern verankert sind“, erläuterte Johannes Langenkamp.

Haupt- und Realschulabschluss überwiegen
Vier von fünf Jugendlichen bewarben sich mit einem Real- oder Hauptschulabschluss. Damit bilden diese Schulformen auch weiterhin das größte Potential für die betriebliche Ausbildung. Jeder fünfte Jugendliche hat das Abitur oder die Fachhochschulreife. Nur 11 Jugendliche können keinen Schulabschluss vorweisen.

Detailinformationen zu den einzelnen Landkreisen
Landkreis Gotha
Im Landkreis Gotha suchten 535 Jugendliche eine betriebliche Ausbildungsstelle. Dies waren 17 weniger als im Vorjahr. Bis auf 5 Jugendliche konnten alle vermittelt werden. Dem gegenüber standen 842 betriebliche Ausbildungsstellen, 154 mehr als im Vorjahr. 117 Ausbildungsstellen konnten bis zum 30.09. nicht besetzt werden. 375 Jugendliche haben eine Berufsausbildung begonnen. 51 entschieden sich, eine weiterführende Schule zu besuchen oder ein Studium aufzunehmen, 33 junge Menschen haben eine Arbeit aufgenommen. Einige absolvieren einen gemeinnützigen oder sozialen Dienst oder werden in Fördermaßnahmen auf die Berufsausbildung vorbereitet.

Unstrut-Hainich-Kreis
Im Unstrut-Hainich-Kreis bewarben sich 401 junge Menschen um eine Lehrstelle, 34 weniger als im Vorjahr. 12 Jugendliche konnten bis zum 30. September nicht vermittelt werden. 592 betriebliche Ausbildungsstellen wurden von den Unternehmen gemeldet, 5 weniger als im Vorjahr. 39 Ausbildungsstellen konnten nicht besetzt werden, da keine geeigneten Bewerber zur Verfügung standen. 260 Jugendliche haben eine Berufsausbildung begonnen. 23 besuchen weiterführende Schulen. 16 Jugendliche haben eine Erwerbstätigkeit aufgenommen. Andere absolvieren einen gemeinnützigen oder sozialen Dienst oder werden in Fördermaßnahmen auf die Berufsausbildung vorbereitet.

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