Mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an den Landtagsabgeordneten Matthias Hey (Foto unten) hat der Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e.V. am 29. April 2026 sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Rund 90 Gäste folgten der Einladung in den Spiegelsaal (Foto rechts) der Forschungsbibliothek auf Schloss Friedenstein.
Von Dr. Hendrikje Carius
Der Abend verband den Rückblick auf zwei Jahrzehnte bürgerschaftlichen Engagements mit dem Dank an langjährige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter sowie dem Blick auf die künftige Arbeit des Vereins.
In seiner Laudatio würdigte Dr. Lutz Wagner, Vorstandsmitglied des Freundeskreises, Heys langjährige Verbundenheit mit der Forschungsbibliothek Gotha, seine kontinuierliche Unterstützung des Vereins und sein besonderes Engagement für den Erhalt und die öffentliche Sichtbarkeit der bedeutenden Gothaer Sammlungen. Auch an diesem Abend bekräftigte er seine Verbundenheit mit einer Spende.
„Matthias Hey hat den Freundeskreis über viele Jahre mit großer Verlässlichkeit, persönlicher Zugewandtheit und echter Leidenschaft für Gotha begleitet. Mit der Ehrenmitgliedschaft möchten wir dafür unseren besonderen Dank ausdrücken“, sagte Dr. Hendrikje Carius, Vorsitzende des Freundeskreises.
Seit seiner Gründung im Jahr 2006 begleitet der Freundeskreis die Forschungsbibliothek Gotha mit Förderungen, Veranstaltungen, Publikationen, Stipendien und einem lebendigen Netzwerk. Heute zählt der Verein rund 150 Mitglieder. Weit über 300 Veranstaltungen hat der Freundeskreis in den vergangenen zwanzig Jahren organisiert oder finanziell unterstützt – von Lesungen, Vorträgen und Workshops über Ausstellungseröffnungen und musikalische Abende bis hin zu Exkursionen und wissenschaftlichen Tagungen.
„Der Freundeskreis ist der wichtigste Partner der Forschungsbibliothek außerhalb der Universität Erfurt“, würdigte Dr. Kathrin Paasch, Direktorin der Forschungsbibliothek Gotha, in ihrem Grußwort die Arbeit des Vereins. Er habe wesentlich dazu beigetragen, die Forschungsbibliothek mit ihren international bedeutenden historischen Sammlungen sichtbar zu machen und zugleich als lebendigen Ort des Wissens, der Begegnung und des Austauschs in Gotha zu verankern.
Auch Oberbürgermeister Knut Kreuch überbrachte ein Grußwort. Er hob hervor, dass die Forschungsbibliothek nicht nur ein Ort herausragender historischer Überlieferung sei, sondern Teil des Selbstverständnisses Gothas als Bibliotheksstadt mit UNESCO-Weltdokumentenerbe.
Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Dr. Georg Schuppener, Mitbegründer und erster Vorsitzender des Freundeskreises. Unter dem Titel „Ein gelungenes Experiment – Die Gründung des Freundeskreises der Forschungsbibliothek“ erinnerte er an die Anfangszeit des Vereins und zeigte, wie aus einer engagierten Gründungsinitiative ein dauerhaft tragfähiges Netzwerk für die Forschungsbibliothek entstanden ist. Zugleich richtete er den Blick in die Zukunft: Angesichts des digitalen Wandels komme es mehr denn je darauf an, Orte und Formate zu schaffen, in denen Wissen nicht nur bewahrt und zugänglich gemacht, sondern im freien Austausch lebendig gehalten werde. Der Freundeskreis könne dabei auch künftig eine wichtige Rolle spielen – als Ermöglicher von Begegnung, Gespräch und gemeinsamer Verantwortung für die Forschungsbibliothek.
Im Rahmen des Abends wurde außerdem die diesjährige Jahresgabe des Freundeskreises an die Forschungsbibliothek überreicht, einen Brief Friedrich Melchior Grimms, Herausgeber der „Correspondance littéraire“ aus dem Jahr 1797. Vorgestellt wurde sie von Dr. Markus Meumann, kommissarischem Direktor des Forschungszentrums Gotha. Mit der Jahresgabe setzt der Freundeskreis eine bewährte Tradition fort: Seit vielen Jahren unterstützt der Verein die Erweiterung, Erschließung und Bewahrung der Bestände der Forschungsbibliothek durch gezielte Erwerbungen, Restaurierungen und Fördermaßnahmen.
Möglich wurde der festliche Rahmen der Veranstaltung durch die Förderung des Landkreises Gotha und der Thüringer Ehrenamtsstiftung. Musikalisch begleitet wurde der Abend von Matthias Eichhorn (Kontrabass) und Berndt Klinke (Flöte/Saxophon). Im Anschluss lud der Freundeskreis zu einem Empfang ein.
„Das Jubiläum ist für uns nicht nur ein Anlass zum Rückblick, sondern auch zum Weiterdenken. Der Abend hat gezeigt, wie viele Menschen die Forschungsbibliothek Gotha und die Arbeit des Freundeskreises mittragen. Daran möchten wir anknüpfen – mit neuen Formaten, neuen Kooperationen und der Einladung an weitere Freundinnen und Freunde, sich für diesen besonderen Ort zu engagieren“, so Carius. Wer sich konkret für die Bewahrung der historischen Bestände engagieren möchte, kann den Verein unterstützen oder eine Buchpatenschaft übernehmen.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 5 (2026)






















