Ein Kessel Buntes: Gothaer Jubiläumsgala mit Pfiff

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Oberbürgermeister Knut Kreuch empfängt Roland Kaiser auf der Bühne

Im Kulturhaus kam es zum lang ersehnten Abschluss des großen Jubiläumsjahrs „1250 Jahre Gotha“. Neben den imposanten Outfits von Oberbürgermeister Knut Kreuch gab es spannende Inszenierungen, die einen Einblick in Gothas Geschichte seit dem Jahr 775 ermöglichten.

Gotha ist schon ein besonderes „Städtchen“. Im Verlauf des Festakts zu „1250 Jahren Gotha“ am 24. Oktober im Kulturhaus konnten die Gäste miterleben, wie in Gotha die erste Versicherung entstand, der erste „echte“ Fröbelkindergarten das Licht der Welt erblickte und wo eine noch nicht vereinte Arbeiterbewegung zur Volkspartei aufstieg.

Noch beeindruckender als die Geschichte der Residenzstadt waren nur die wechselnden Gewänder des Oberbürgermeisters. In den Farben der Stadt Gotha habe er sich präsentiert, wie er auf fragende Blicke des Publikums erklärte. Besonders im Fokus des Streifzugs durch „1250 Jahre Gotha“ standen unter anderem die Namensgebung und die urkundliche Erwähnung durch Karl den Großen. Der König war wohl so begeistert von fünf Kindern mit germanischen Vornamen, dass er aus deren Anfangsbuchstaben das uns bekannte „G-O-T- H-A“ formte. Weiter ging es mit der Zeitreise. Bewundert wurden die Leistungen einiger bekannter Gothaer Frauen. Vorstellen durfte sich die Markgräfin Elisabeth mit ihrer Gründung der ersten Caritas-Einrichtung auf deutschem Boden. Auch Deutschlands erste Kindergärtnerin – wir ahnten es: natürlich ebenfalls eine Gothaerin – Christiane Erdmann präsentierte sich. Erwähnenswert wäre noch vieles mehr gewesen, doch Knut Kreuch hätte wohl keine weiteren Kostüme mehr aufbieten können.

Nicht zu kurz kam auch das männliche Geschlecht – inzwischen kennen Sie ja schon Karl den Großen. Bewundern konnten die Zuschauer des Abends außerdem die Leistungen von Herzog Ernst dem Frommen, Ernst Wilhelm Arnoldi und Sankt Gothardus.

Angekommen im Jahr 2025 durfte ein Ehrengast die Bühne betreten. Unter dem tosenden Beifall des Publikums trat Roland Kaiser ans Mikrofon. Dabei performte er nicht etwa seine neue Single „Respekt“ – das übernahm der Oberbürgermeister selbst –, sondern er nahm einen Preis entgegen. Für sein Engagement in Musik und Gesellschaft erhielt die Schlagerikone „Den Friedenstein“ von der Kulturstiftung Gotha. „Er ist ein Botschafter der deutschen Sprache, er ist ein Botschafter für Zuversicht und er ist ein Botschafter für Demokratie, Freiheit sowie Gleichheit“, begrüßte Knut Kreuch seinen Ehrengast. Die 5.000 Euro Preisgeld überlässt Roland Kaiser der Stadt Gotha für gemeinnützige Arbeit zur musikalischen Kinder-Förderung.

Natürlich gab es im Verlauf des Abends mehr zu erleben als nur Theaterstücke. Von Musik des Gothaer Handglockenchores und der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach über den Mühlenpfeifer e.V. bis hin zum Orgelspiel erklangen im gesamten Kulturhaus die schönsten Werke aus 1250 Jahren. Doch um hier mit einer detaillierten Beschreibung zu beginnen, wären wohl zwei weitere Seiten Text notwendig gewesen.

Nach (fast) genau 125 Minuten verabschiedete Knut Kreuch die Gäste und gab dem Publikum ein paar letzte Worte mit auf den Weg: „Heute Abend haben wir gerade einmal ein Sechstel der vielfältigen Gothaer Kultur erlebt. Wir werden uns auch in Zukunft als Stadt der Wissenschaft, Technik und Kunst präsentieren.“

Dieser Artikel erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 10 (2025)

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