Ein neues Jahrzehnt beginnt in Gotha mit zwanzig Meilensteinen

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Von Stefan Christian Hoja - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Oberbürgermeister blickt ins Jahr 2020 und bittet Bürgerinnen und Bürger um mehr eigene Akzente für ein liebenswertes Miteinander 

Mit dem Neujahrstag 2020 sind 45763 in Gotha wohnende Bürgerinnen und Bürger in ein neues Jahrzehnt eingetreten, das von Freiheit, gegenseitiger Achtung und Frieden geprägt sein möge. „Ich wünsche mir, dass jeder ein wenig seine Ansprüche zurück nimmt, einmal mehr nach dem Anderen schaut, einmal weniger nörgelt und lieber doppelt zupackt, weil ihm ein Fremder sagt, wie schön Gotha ist“, äußerte sich Oberbürgermeister Knut Kreuch im ersten Statement des Jahres. Leben in Gotha heißt Sorge zu tragen vom ersten Augenblick bis zum letzten Tag eines Menschen – eine kluge Stadtpolitik, der sich die Residenzstadt seit Jahrzehnten verschrieben hat. Auch 2020 hat sich das „Team Gotha“ wieder zwanzig Ziele gestellt, um Gotha weiterhin unter den führenden Metropolen des Freistaates Thüringen zu platzieren.

Arbeit: Industriegebiet GothA4 – Arbeitsplätze für die Zukunft
Die Entwicklung  eines neuen Industriegebietes auf einer Fläche von 38,4 Hektar ist das gemeinsame Ziel der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen und der Stadt Gotha. Mit einem Bebauungsplan 2020 Investitionssicherheit zu schaffen, der Verkehrsanbindungen, Lärmemissionen und stadtbildprägende Elemente berücksichtigen muss, ist unser Ziel. Vor den Toren Gothas sollen Zukunftsindustrien und produzierende Unternehmen angesiedelt werden.

Stadtentwicklung: 150 Jahre Gotha-Ost – Wirtschaftskraft seit Jahrhunderten
Mit dem Bau der Eisenbahnlinie Gotha – Leinefelde begann 1870 die Entwicklung  des Stadtteiles Gotha-Ost, wo bis ins 21. Jahrhundert die meisten produzierenden Arbeitsplätze in Gotha gute Entwicklungsmöglichkeiten haben. Auf dem Alten Fliegerhorst siedelt das Schweizer Unternehmen Swiss Plast und wird 2020 die Arbeit aufnehmen. Für den Ausbau der Galettistraße und der Straße am Nützleber Feld wird Baurecht geschaffen. Die zukünftige Ortsumgehung Gotha-Siebleben wird beste Verkehrsbedingungen für Arbeitsplätze an diesem Standort schaffen.

Gegenseitigkeit: 200 Jahre GOTHAER Versicherungen – ein Städtename geht um die Welt
Vor 200 Jahren begann der Gedanke der Gegenseitigkeit, wo einer des anderen Last trägt, von Gotha aus seinen Siegeszug um die Welt. 125 Jahre bis zum Ende des II. Weltkrieges war der Weltkonzern in Gotha zu Hause und trägt auch ein Dreivierteljahrhundert später noch den Namen seiner Gründungsstadt. Zum Jubiläum gibt es zwei Ausstellungsprojekte in Gotha, die Fortsetzung der Förderung für die Moderne Stadtgeschichte Gothas durch die GOTHAER und ein Konzert des Handglockenchores Gotha zu Ehren des Unternehmens im Kölner Dom.

Tourismus: Bach-Stadt Gotha erobert Bach-Metropole Leipzig
Ein Jahr bevor sich die internationale Bachwelt in Gotha treffen wird, geht der Bachchor Gotha auf Reisen und ist zum Bachfest Leipzig 2020 in der sächsischen Bach-Metropole zu Gast. Die Residenzstadt Gotha wird im Herbst ein neues Kapitel ihrer lebendigen Musiktradition beginnen, denn das Festival „Güldener Herbst“ mit der wunderschönen Alten Musik nimmt die Residenzstadt zum zentralen Anlaufpunkt, um für das nächste Jahrzehnt alljährlich Touristen aus aller Welt nach Thüringen zu locken.

Bürgerschaft: 25 Jahre Kulturstiftung Gotha
Sie ist die größte bürgerschaftliche Erfolgsgeschichte Gothas, denn mit einem Startkapital von einer Million Deutsche Mark begann  im Jahr 1995 das Wirken der Kulturstiftung Gotha. Im Jahr 2006 kam Gründungsgeschäftsführer Knut Kreuch zur Stiftung zurück, um als Vorstandsvorsitzender gemeinsam mit Dr. Edgar Jannott die Stiftung in eine Bürgerstiftung zu wandeln, die heute auf fast 500 Förderer in aller Welt verweisen kann. Mit einem großen Stifter-Wochenende vom 15. bis 17. Mai wird die Stiftung Bilanz über ein Vierteljahrhundert Arbeit ziehen, in der sie mehr als eine Million Euro für gemeinnützige Projekte bereitstellte. Schöner Nebeneffekt dabei: Zum 200. Geburtstag des Gothaer Malers Richard Freytag kommen zwei seiner Bilder durch Förderung der Stiftung nach Gotha zurück und auch ein anderes Förderprojekt, die Studnitzpyramide, feiert 2020 ihren 250 Geburtstag.

Demokratie: 30 Jahre demokratische Stadtverwaltung
Am 6. Mai 1990 fanden zum ersten Mal nach 1946 wieder demokratische Kommunalwahlen in Gotha statt. Am 6. Mai 2020 wird die Stadt Gotha im Rahmen des Myconius-Empfanges dieses Jubiläum zum Anlass nehmen, um den Menschen zu danken, die sich seit Jahrzehnten für die Allgemeinheit engagieren und uneigennützig einbringen.

Die demokratische Wende ist nicht nur ein politisches Ereignis in Deutschland, sondern auch in allen ehemals sozialistischen Ländern. So starten die Partnerstädte Gotha und Kielce ein gemeinsame „Forschungsprojekt: Die Wende“, welches von der Universität Kielce initiiert worden ist. Im April 2020 wird sich deshalb eine Gothaer Delegation in Kielce aufhalten, um mit dortigen Zeitzeugen zu reden.

Frieden: Eine Gothaer Botschaft, seit 75 Jahren ist sie Wahrheit
Die Menschheit vergisst, darum hat die Schriftstellerin Gisela Steineckert das Lied „Der einfache Friede“ geschrieben, damit die Menschheit sich immer wieder darauf besinnen möge, wie schwer es ist, den Frieden in der Welt zu erhalten. Die Stadt Gotha nimmt sich die Freiheit vom 3. April bis 8. Mai 2020 mit verschiedenen Veranstaltungen an die Befreiung Gothas als erste Stadt in Thüringen und den Beginn des friedlichen Aufbaus zu erinnern. Ehrengäste der Veranstaltungen werden Verwandte des ersten Gothaer Stadtkommandanten sein und den Abschluss bildet die Veranstaltung „Krieg und Frieden“ mit Angelika Kirchschlager und Erwin Steinhauer im Kulturhaus Gotha.

Denkmalschutz: Die Wasserkunst wird sprudeln
Wasser ist der Lebensquell der Menschheit und wir stehen vor harten Zeiten, wo der Kampf um das Wasser in weiten Teilen der Welt bereits begonnen hat. Gotha hat schon vor 650 Jahre eingesehen, wie wichtig Wasser ist und sich vor 125 Jahren in die Mitte der Stadt eine Wasserkunst erbaut. Anlässlich des Jubiläums werden wir das sprudelnde Denkmal am „Tag des Denkmals“ wieder der Öffentlichkeit übergeben.

Große Tiere: Saurier erobern Gotha und Berlin
Eine Ausstellung für Kinder und für solche, die ein Leben lang Kind geblieben sind – so könnte man das neue Experiment überschreiben, zu dem die Stiftung Schloss Friedenstein ab 16. Mai 2020 in das Herzogliche Museum einladen wird. Die Jahrhunderte alte Gothaer Sauriersammlung und die neuesten Entdeckungen werden multimedial vorgestellt, um so ihr Publikum zu erobern. Eine besondere Herausforderung der anderen Art ist der Einzug von „orobates papsti“, einem Saurierroboter gefertigt nach dem Original aus den Gothaer Sammlungen für das Humboldtforum in Berlin, das im Herbst 2020 öffnen soll. Gotha erhält in dieser international beachteten Ausstellung in der Hauptstadt  einen eigenen Raum zur Vorstellung der weltweit bedeutenden Gesteinssammlungen.

Bildung: Gotha macht Schule
Die Stadt Gotha hat vom Landkreis Gotha die Hansen-Schule zurück übertragen bekommen. Jetzt haben die Arbeiten begonnen, um am Standtort in Gotha-Nord einen zukunftsfähigen Schulkomplex für die gute Bildung unserer Jugend zu schaffen. Gleichzeitig beginnen die Arbeiten, um die Ekhof-Schule in Gotha-West umzubauen sowie die Turnhalle zu sanieren um den Campus Gotha-West für die Bildung der Jugend weiterzuentwickeln. Um in der Ekhofschule bauen zu können, werden die Schüler umziehen in die Hansenschule.

Jugend: Freiraum zum Krafttanken
Jugend braucht Entfaltung, das ist in Gotha wichtig. Darum wird bis Sommer 2020 der Bolzplatz in der Bürgeraue saniert und mit entsprechenden Fangzäunen abgesichert. Gleichzeitig beginnen die Bauarbeiten für den neuen Skateplatz in der Werner-Sylten-Straße. In beiden Spielanlagen investiert die Stadt Gotha 930.000 €.

Mit der Entscheidung mitten im Herzen der Stadt, zwischen Martin Luthers Augustinerkloster und dem sagenhaften Gothaer Marktplatz eine Jugendherberge zu schaffen, hat die Baugesellschaft Gotha viel positive Zustimmung erfahren. Jetzt sind die Planer ausgewählt und es beginnen die konkreten Planungsphasen, so dass wir Ende 2020 Baustart für den zweijährigen Umbau des Komplexes Jüdenstraße/Klosterplatz geben können.

Unsere Kinder: Ihre Zukunft beginnt in Gotha
Mit dem Bau eines Kindergartens steht Gotha in einer guten Tradition, denn Gotha ist die fünfte Stadt in Deutschland, in der nach dem Vorbild von Friedrich Fröbel ein Kindergarten zur pädagogischen Erziehung der Jugend eingerichtet worden ist. Für diesen Kindergarten werden wir 2020 Richtfest feiern können, bevor er 2021 seine ersten kleinen Gäste aufnehmen wird.

Frauen: Ehre, wem Ehre gebührt
Ihr Name ist vergessen, die Wissenschaft ehrt sie immer noch, doch ein Platz in Gotha, gehört ihr und ihrer Familie. Die Rede ist von Hilde Mangold für die mehr als 50 Persönlichkeiten und Institutionen Geld gestiftet haben, damit die Restaurierung ihres Grabplatzes beginnen kann. Auf dem Hauptfriedhof soll für die Anwärterin auf den Nobelpreis ein würdiger Gedenkort entstehen. Auch ihr Geburtshaus am Markt bekommt eine Gedenktafel.

Stadtattraktivität: Einweihung Gartenstraßen-Center
Lange genug haben wir gewartet auf den Baubeginn in der Gartenstraße, wie für 2019 angekündigt haben die Bauarbeiten begonnen und im Herbst 2020 werden wir Eröffnung feiern können. Mit 169 geplanten Parkplätzen und einer Einkaufsfläche von etwa 4.925 m² wird das Gartenstraßen-Center das Einkaufen und verweilen in Gotha noch lukrativer machen. Wir sind sicher, dass wir mit der Raiffeisenbank Gotha und der Investorengruppe Saller auch für den zweiten Teilbereich bald eine Bebauungslösung schaffen können.

Innenstadt: Lebendig und Lebenswert
Die Sanierung des Hauptmarktes geht weiter und sicher wird 2020 schon ein erster Teilabschnitt des größten Baudenkmals der Stadt fertiggestellt werden. Nebenbei zieht die Thüringen Philharmonie an den Hauptmarkt, um dort ihr Büro zu eröffnen. Auch die Touristen-Schelle wird sicherlich dann ihre attraktiven Angebote im Haus „Zur goldenen Schelle“ eröffnen, wo auch die Kulturstiftung Thüringen ihr erstes Arbeitsjahr begrüßen wird.

Wohnen: Wo andere flanieren
Die Baugesellschaft Gotha hat das Gebäude „Club zum Roten Löwen“  von privat erworben und wird 2020 damit beginnen, Wohnraum am Hauptmarkt zu schaffen. Insgesamt sollen acht Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten entstehen. Mindestens eine Million Euro wird durch die Baugesellschaft investiert und wir werden 2020 den Grundstein zum Baubeginn legen.

Theater und Literatur: Hanns Cibulka und Conrad Ekhof feiern Geburtstag
Der „Vater der deutschen Schauspielkunst“ Conrad Ekhof wird dreihundert Jahre jung. Gotha wird ihn nicht nur mit dem alljährlichen Ekhof-Festival vom 3. Juli bis zum 29. August 2020 ehren, sondern die Stiftung Schloss Friedenstein wird eine neue Dauerausstellung präsentieren und die Kulturstiftung Gotha kann eine Silbermünze mit der Konterfei von Conrad Ekhof vorstellen. Der Erlös aus dem Verkauf der Münze fließt gemeinnützigen Projekten der Stiftung zu.

Der große Sohn Gothas Hanns Cibulka wäre in diesem Jahr 100 Jahre jung geworden. Die Stadtbibliothek „Heinrich Heine“, die Freundeskreise und die Stadtverwaltung ehren Cibulka mit den folgenden Veranstaltungen:

  • Februar: Literaturtreff zur Blauen Stunde „Hanns Cibulka und ‚Die blaue Farbe des Windes‘“
  • März: Lesung zum 100. Geburtstag von Hanns Cibulka mit Kathrin Schmidt
  • März bis September: Ausstellung zum Leben und Wirken von Hanns Cibulka
  • Mai: Poetenabend
  • Juni: Gothaer Schriftsteller lesen zu Ehren von Hanns Cibulka
  • September: Festakt zum 100. Geburtstag von Hanns Cibulka mit Sigrid Damm; Wein-Lese des Freundeskreises mit Gedichten aus „Der Rebstock“

Oberbürgermeister Knut Kreuch hat sich wieder etwas Besonderes einfallen lassen, er wird aus dem Kinderbuch „Kinderfreuden“, das Hanns Cibulka 1958 vom tschechischen ins Deutsche übersetzte, in drei Kindergärten Gothas genau 100 Geburtstagsminuten lesen.

Klimaschutz – Bäume für Gotha
In allen öffentlichen Reden, in allen Veröffentlichungen wird über Klimaschutz gesprochen – Gotha handelt. Die Stadtverwaltung Gotha sorgt neben den täglichen „Klimaschutz-Wegräum-Aktionen“ des City-Service auch dafür, dass der Baumbestand der Residenzstadt wächst. Über das Projekt „Bäume für Gotha“ kann dazu auch 2020 weiter jeder Bürger seinen Beitrag leisten.

Gedenken: Gotha und Graz sind Partner
Die Städte Gotha und Graz sind durch die Persönlichkeit des „Retters von Gotha“ Josef Ritter von Gadolla“ auf ewig verbunden. Auf Initiative der Stadt Graz wird in der Hauptstadt der Steiermark eine Kinder- und Jugendausstellung zum Gadolla-Gedenken präsentiert werden. Beide Städte werden den Roman der Gothaer Laßwitz-Stipendiatin Annabella Gmeiner vorstellen, um so, neben den umfassenden historischen Forschungen von Dr. Helga Raschke, auch einen neuen literarischen Blick auf die Persönlichkeit Gadollas im 21. Jahrhundert zu werfen. Das MDR-Fernsehen wird einen Film über Gadollas Leben produzieren.

Welterbe: 500 Jahre Luthers Schrift
Martin Luthers Schrift „Von der Freyheit  eines Christenmenschen“ ist vor 500 Jahren gedruckt worden und liegt in der Forschungsbibliothek Gotha. Das von Gotha schon vor 500 Jahren der Geist der Freiheit wehte, macht die Bürger der Stadt zu Recht stolz und die evangelische Stadtkirchengemeinde Gotha bittet am Vortag des Reformationstages zu einem festlichen Gottesdienst in die Augustinerkirche, wo der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirchen in Deutschland, Landesbischof Bedford–Strohm, die Festpredigt halten wird.

Was ist Silvester, Herr Kreuch? „Dann werde ich wieder auf so viele Projekte blicken können, die am Jahresanfang noch nicht zu erahnen waren. Gleichzeitig werde ich sicherlich wieder stolz sein, dass mit der Tatkraft der Bürgerschaft all das geschafft worden ist, was wir uns vorgenommen haben. Deshalb auf geht’s und keine Minute im Miteinander versäumen“, so der Oberbürgermeister.

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