Funke Mediengruppe antwortet auf Nachfrage von Oscar am Freitag zur Erfurter Druckerei-Schließung: „Auslagerung der Druckaufträge ist zeitgemäß.“

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Die Nachricht über die Schließung des Druckstandortes Erfurt durch die Funke Mediengruppe veranlasste unsere Redaktion zu einer Nachfrage. Sechs Fragen gingen an die Unternehmenskommunikation der Funke-Mediengruppe:

  1. Können Sie die Schließung des Druckhauses bestätigen?
  2. Wenn ja, wann wird geschlossen?
  3. Was sind die Gründe für die Schließung?
  4. Wieviele Mitarbeiter sind betroffen?
  5. Wird den Mitarbeitern eine andere Stelle innerhalb des Konzerns angeboten?
  6. Wo wird dann in Zukunft gedruckt?

Die Antwort an unsere Redaktion erfolgte prompt – durch Dr. Jasmin Fischer, Leiterin Unternehmenskommunikation der Funke-Mediengruppe.

In der Antwort heißt es:

„Lieber Herr Schulz,
wie Sie wissen, vollzieht sich in der Verlagsbranche ein tiefgreifender digitaler Wandel.

Daraus ergibt sich für die meisten Zeitungsdruckereien eine schwierige wirtschaftliche Lage. So auch in unserem Druckzentrum in Erfurt, in dem Druckmaschinen betrieben werden, die nach fast 30 Jahren Betrieb absehbar das Ende ihrer technischen Verfügbarkeit erreichen.

Wir haben uns nach ausführlicher Analyse und Prüfung aller Alternativoptionen schweren Herzens entschlossen, nicht in neue Druckmaschinen zu reinvestieren und stattdessen das Druckzentrum Erfurt zum 31.12.2021 zu schließen.

Kooperationen beim Druck – Thüringer Redaktionen bleiben unabhängig

Der Weg, den wir jetzt in Thüringen gehen, hat sich in anderen Regionen schon lange bewährt. Die Auslagerung der Druckaufträge ist zeitgemäß.

Die Thüringer Redaktionen und Lokalteile sind von der Entscheidung nicht betroffen. Sie werden weiter in gewohnter Weise arbeiten und erscheinen.

Mit der Entscheidung, am FUNKE-Standort Braunschweig und bei externen Dienstleistern drucken zu lassen, schaffen wir Handlungsräume, die ein Erscheinen unserer Regionalmedien in Thüringen – selbstredend zunehmend digital, aber immer auch gedruckt – auch in Zukunft erlauben.

Selbstverständlich werden wir alles tun, um unsere Leserinnen und Leser auch in dieser für uns alle schweren Phase weiterhin zuverlässig und wie gewohnt mit ihrer Tageszeitung zu versorgen. Der Druck in Braunschweig und bei externen Dienstleistern wird für unsere Leserinnen und Leser nicht sichtbar. Sie erhalten ihre gedruckte Zeitung wie gewohnt in den frühen Morgenstunden, mit aktuellen News und Storys.

Sozialverträgliche Lösungen haben Priorität

Uns ist natürlich daran gelegen, den rund 300 betroffenen Mitarbeitern so viel Klarheit wie möglich zu geben. Die Suche nach sozialverträglichen Lösungen hat für uns in den nächsten Monaten oberste Priorität.

Wir danken den Kolleginnen und Kollegen in der Druckerei. Sie haben jahrzehntelang mit höchster Zuverlässigkeit und bester Qualität dafür gesorgt, dass hunderttausende Leserinnen und Leser täglich ihre TA, TLZ, OTZ bekamen oder zwei Mal pro Woche ihr Anzeigenblatt.

Um die anstehenden Verhandlungen konstruktiv und in Ruhe führen zu können, bitten wir Sie um Verständnis, dass wir Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr sagen können.“

 

MSB Kommunikation

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