Großes Fest in Waltershausen

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Die Mitglieder des Gewerbevereins verließen kurz ihr Stände und bildeten selbst eine Mannschaft für das Straßenbahnziehen. Auch der Vorsitzende des Vereins, Chirstian Döbel (5. von links am Seil), war dabei. (Foto: Peter Riecke)

Erstmalig organisierte der Waltershäuser Gewerbeverein am Gleisdreieck an der Waltershäuser Steinbachstraße Ende August 2026 gemeinsam mit den Straßenbahn-freunden Gotha ein Waldbahn-Festival. Und mit dem Veranstal-tungsort ist tatsächlich das Dreieck der Gleise gemeint, nicht das danach benannte Kultur- und Freizeit­zentrum mit Eishalle und Schwimm­bad.

von Peter Riecke

Dort, wo sich die Schienenstränge aus Richtung Leina/Waltershäuser Bahnhof kommend teilen, wurden Festzelte und Getränkewagen aufgebaut. Der Grund: Bestandteil des Festivals war ein Triebwagenziehen nur per Muskelkraft. Dazu traten neben den Mannschaften der Straßenbahn-freunde selbst und des Gewerbe-vereins weitere, teilweise spontan gebildete Mannschaften an, den 21 Tonnen schweren Tatra-Straßen-bahntriebwagen zu ziehen. Der vermutlich anstrengendste Akt war, ihn überhaupt in Bewegung zu bringen. War die Haftreibung überwunden, galt es, mindestens zehn Meter in kürzester Zeit zu schaffen. Das Siegerteam, bestehend aus einer Familie und weiteren Mitstreitern, benötigte knapp über 20 Sekunden.

Von Anfang an hallten rockige Klänge, gespielt von „3Rock“, der Band von Thomas Kleber (Gitarre), Michael Kleber (Bass) und Florian Schönau (Schlagzeug), von der Rasenfläche unterhalb der Straßen­überführung aus Richtung Leina. Später kümmerte sich die Band „Spiral Staircase“, Gewinner des jüngsten Waltershäuser Band­contests, um die weitere musikalische Unterhaltung.

Für die Gewinner des Straßen­bahnziehens gab es ein Weinglas mit eingravierter Straßenbahn des gezogenen Typs. Sebastian Häfner, ein ehemaliger Sportler, der auch dem Siegerteam angehörte, schaffte es dann sogar allein, die Bahn in Bewegung zu bringen. Die Urkunden zur Siegerehrung überreichten Christian Döbel (Vorsitzender des Gewerbevereins) und Karl-Heinz Koch, der Geschäftsführer der Wald­bahn
‑GmbH.

Auch wenn sie mit der Vor- und Nachbereitung des Festes viel Arbeit hatten, sind die Mitglieder des Gewerbevereins mit dem Publikums­zulauf sehr zufrieden. Ein Waldbahn-Festival wird es im nächs­ten Jahr wieder geben, kündigte Vorsitzender Christian Döbel an. Langfristig wird daran gedacht, das Festival auf einem Kurs über mehrere Haltestellen auszurichten. Dabei könnte an jeder Station ein anderer Verein auf sich aufmerksam machen. Der Schienenersatzverkehr von Gotha nach Waltershausen, so war am Rande des Festes zu erfahren, soll nun enden. Mitte nächsten Jahres könnte auch die erste nagelneue Straßenbahn im Einsatz sein.

Der Gewerbeverein Waltershausen spricht sich schon seit Jahren für den Erhalt und den Ausbau der Wald- und Straßenbahn aus. Entsprechende Konzepte dazu wurden vorgelegt.

Übrigens: Ein wichtiger Grund für das Entstehen der Waldbahn war das Wirken des einstigen Puppenproduzenten Daniel Kästner, der sein damals sehr modernes Produkt auch mit einem modernen Verkehrsmittel ausliefern wollte. Auch sollten einst Besucher der internationalen Puppenausstellung mit der Waldbahn anstelle von Pferdekutschen fahren.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 8 (2026)

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