Wochenlang waren im Gothaer Bahnhof die Aufzüge defekt. Nun geht es wieder, dank Matthias Hey. Warum? Wir haben nachgefragt. Das Interview führte Jörg Rudolph.
Herr Hey, der Hauptbahnhof Gotha war lange ein leidiges Thema, weil der damalige Besitzer ihn verfallen ließ. Jetzt beschäftigt er Sie schon wieder – warum?
Weil da wochenlang die Aufzüge defekt waren. Gehbehinderte Menschen konnten die Züge nicht mehr nutzen, weder aus-, ein- noch umsteigen. Eine Gothaer Unternehmerin musste Kunden, die aufgrund ihrer speziellen Dienstleistung mit der Bahn anreisten, teilweise persönlich am Bahnhof abholen. Viele beschwerten sich dann im Rathaus, weil eine städtische Gesellschaft ja jetzt das Gebäude besitzt. Aber alles, was die Gleise und Bahnsteige betrifft, ist immer noch Sache der Deutschen Bahn – also auch die Fahrstühle.
Und was haben Sie nun in dieser Sache unternommen?
Es war ein Abenteuer! Erst einmal habe ich den halben Tag lang erfolglos im Internet recherchiert. Und dann begann die Odyssee am Telefon, bis ich die Verantwortlichen endlich erreichte. Die Bahn hat die Zuständigkeiten jetzt in eine Tochtergesellschaft ausgelagert und die dann neu in sogenannte Regionalbereiche gegliedert. Da muss man erst einmal durchsteigen. Aber nach Stunden in Warteschleifen war ich dann endlich am Ziel.
Und jetzt funktioniert alles wieder?
Ich konnte einer wirklich sehr rührigen Bahnmitarbeiterin alles schildern. Innerhalb von vier Tagen waren Techniker vor Ort. Und seit letztem Wochenende klappt es wieder in allen drei Aufzügen.
Ganz sicher?
Ja, ich bin selbst vor Freude in jedem Fahrstuhl mehrfach hoch- und runtergefahren (lacht). Und ein Dankeschön an alle, die sich deshalb an mich gewandt haben – das Zugfahren ist ab sofort wieder barrierefrei!
Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 12 (2025)




















