Lions Club Ohrdruf übergibt 5.884 Euro Spenden ans Kinderhospiz

0
1058

Das aus einer kleinen Idee, großes entstehen kann, dass beweist der rührige Lions Club aus Ohrdruf. So initiierte dieser das erste Entenrafting, dass anlässlich des vergangenen Wildwasserraftings in der Talsperrenstadt Tambach-Dietharz, stattfand. Diese Premiere im Sinne der guten Sache wurde zu einem vollen Erfolg. So konnte heute die fantastische Spendensumme in Höhe von 5.884,00 Euro, durch eine große Delegation aus Vertreterinnen und Vertretern des Ohrdrufer Lionsclubs, im Kinderhospiz direkt übergeben werden.

Mit dem Kauf einer oder mehrerer Plastikenten über die Internetseite www.entenrafting.de konnte damals jedermann eine Patenschaft für ein Entlein übernehmen. Gleichzeitig wurde damit eine direkte Spende an das Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz entrichtet. Eine „Adopivente“ kostete 5 Euro und jeder konnte so viele Enten kaufen, wie er mochte. Unter den ersten Enten, die ins Ziel schossen, wurden diverse Preise ausgelobt, die durch unterschiedliche Sponsoren zur Verfügung gestellt worden sind. Die Käufer kamen zum Großteil aus dem Landkreis Gotha, aber es waren auch Paten aus Erfurt, Jena bis hin nach Coburg dabei. „Wir sind unendlich glücklich über den Erfolg unseres Debüts und immer noch ein wenig sprachlos. Die hunderten kleinen Enten buchstäblich durch Tambach-Dietharz rauschen zu sehen, das war ein tolles Gefühl“, so Andreas König Vorsitzender Lionsförderverein Ohrdruf e.V. So soll die Benefizaktion keine Eintagsfliege gewesen sein. „Wir wollen das Entenrafting weiter entwickeln und zu einer festen Institution werden lassen, das steht fest. Die Planungen für das Jahr 2018 laufen schon und meine engagierten Lionsfreunde sprühen förmlich vor Ideen und Engagement. Wir hoffen, dass alle Partner wieder mit dabei sein werden und wir auch Neue gewinnen können“, so König weiter.

Für den Trägerverein des Kinderhospizes ist das Engagement der Lionsfreunde auch etwas ganz Besonderes. „Für uns ist diese Spendenhöhe nicht alltäglich. Die Ohrdrufer Lionsfreunde sind bereits seit geraumer Zeit an unserer Seite und wir sind sehr stolz auf diese Partnerschaft. Wir sagen von Herzen Dankeschön, an alle die im Hintergrund diese tolle Aktion ermöglicht haben und natürlich diejenigen die so viele Enten ins Rennen geschickt haben“, so Franziska Thümmel, Bereichsleiterin im Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz. Über 40.000 Kinder- und Jugendliche sind in Deutschland von einer tödlichen, lebenslimitierenden Krankheit betroffen.

Das stationäre Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz gibt den betroffenen Familien die Möglichkeit, bis zu 28 Tage im Jahr hier zusammen einzuziehen. Das ganzheitliche Pflege- und Betreuungskonzept bietet nicht nur die liebevolle und optimale Pflege für das schwer kranke Kind, vielmehr ist es eine umfassende Familienhilfe. Die Entlastungsaufenthalte stärken das gesamte Familiensystem, schaffen neue Kraft bei den betroffenen Eltern für die oftmals sehr aufwändige 24-Stunden-Pflege des kranken Kindes und fördern auch die gesunden Geschwisterkinder.

Über 35 fest angestellte Mitarbeiter und viele ehrenamtliche Helfer arbeiten aktuell dort. Der gemeinnützige Trägerverein ist dauerhaft zu einem Höchstmaß auf Spenden angewiesen, um sein wichtiges Hilfsangebot aufrechterhalten zu können. Mehr als 1.000.000 Euro werden an Spenden pro Jahr benötigt, um allein den Betrieb der sozialen Einrichtung sicherzustellen, da die derzeitige Finanzierung durch die Krankenkassen hierzu nicht ausreicht. Über 950 betroffene Familien aus dem gesamten Bundesgebiet nutzten seit der Einweihung des Kinder- und Jugendhospizes im November 2011 das stationäre Hilfsangebot des Trägervereins. 6.700.000 Euro wurden seit dem Jahr 2008 in den Kauf und den Umbau des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Thüringer Fernwasserversorgung in Tambach-Dietharz im Thüringer Wald zum Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland investiert. 92 Prozent dieser Investitionssumme wurden durch Spenden von Privatpersonen, Vereinen, Schulen und Unternehmen und nichtstaatlichen Zuwendungen durch Stiftungen aufgebracht.

Dank dieser Hilfe entstand ein buchstäblich zweites Zuhause für diese betroffenen Familien – fernab von jeder Krankenhausatmosphäre. Betrieben wird das stationäre Kinderhospiz von einem gemeinnützigen Trägerverein. Ein sechsköpfiger ehrenamtlicher Vorstand leitet die Geschicke bereits seit dem Jahr 2005 und hat so in den vergangenen zehn Jahren Ostdeutschlands größtes ehrenamtlich organisiertes Sozialprojekt initiiert. Der Gründer, Initiator und bis heute ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende Klaus-Dieter Heber wurde im Jahr 2015 mit dem „Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland“ ausgezeichnet. Im Jahr 2017 plant der Trägerverein den dringend erforderlichen Ausbau des Kinder-und Jugendhospizes, da die Nachfrage steigt. So sollen in einem noch unsanierten Nebengebäude neue Gästezimmer, Therapieräume, Gemeinschafts- und Sozialräume sowie eine Holzwerkstatt entstehen. Hierfür werden zusätzliche 1.000.000 Euro Investitionskosten benötigt. Leider stehen hierfür derzeit keine staatlichen Förderungen zur Verfügung. Informationen unter www.kinderhospiz-mitteldeutschland.de oder www.facebook.com/kinderhospiz. Spendenkonto – IBAN: DE64860205000003566900, BIC: BFSWDE33LPZ, Bank für Sozialwirtschaft.

(Beitragsbild: Brigitte Hermann (Lionsfreundin); Ulrich Wolf (Lionsfreund); Thomas Purrotat (Lionsfreund); Andreas König (Lionsfreund); Christian Riedel (Lionsfreund); Franziska Thümmel, Fachbereichsleiterin im Kinderhospiz; Olaf Heinicke (Lionsfreund); Dietrich Höche (Lionsfreund). Foto: Christian Weirich)

The Londoner - Gotha

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT