Vorerst für ein Jahr werden Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes Gotha in Molschleben stationiert sein – ein Bericht von Antonia Hackel.
Dafür wurde im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Molschleben die nötigen Räumlichkeiten geschaffen: Ein Schulungsraum wurde kurzfristig in Ruhe- und Aufenthaltsräume für die Sanitäter:innen im 24h-Dienst umgebaut. Auch Schließanlage und Beleuchtung wurden angepasst, um den Rettungskräften ein schnelles Ausrücken zu ermöglichen, und die Sanitäranlagen wurden ausgebaut. 15.000 Euro wurden in den Umbau investiert, Kostenträger sind die gesetzlichen Krankenkassen.
Am vergangenen Montag wurde die neue Rettungswache eingeweiht. Grund genug für den Gothaer Landrat Onno Eckert, die Wichtigkeit des Standorts zu betonten. Die Wache in Molschleben helfe, „das Netz der Rettungswachen im Landkreis Gotha zu verdichten beziehungsweise auch in der Breite zu verknüpfen“. So könne auch im nordöstlichen Landkreis die gesetzlich vorgegebene Hilfsfrist von zwölf Minuten besser eingehalten werden.
Im November 2025 wurde der Standort Molschleben nach längerer Planungsphase erstmals begutachtet. Schon zum 10. Februar konnten die Einsatzkräfte einziehen. Die schnelle Umsetzung war vor allem möglich, durch die Einsatzbereitschaft der Kameraden und Kameradinnen der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort. Die Standortwahl basiert nicht nur auf den räumlichen Gegebenheiten in Molschleben sondern es spielt auch die erwartete Einsatzzahl im nordöstlichen Landkreis eine Rolle. Während des Testbetriebs wird überwacht, ob die tatsächlichen Einsätze sich mit den für das Jahr erwarteten Zahlen decken und ob der Standort auch in der Praxis die gewünschte Verbesserung der Einsatzzeit in dem Gebiet bringt, erklärt Jens Oschmann, Geschäftsführer der DRK Rettungsdienst Thüringen gGmbH gegenüber der Redaktion. Seit Einzug der Wache in Molschleben fährt der dort stationierte Rettungstransportwagen im Schnitt vier Einsätze pro Tag – zum Teil auch in der Stadt Gotha, wo er vorher untergebracht war.
Für ein Jahr soll der Testbetrieb laufen, anschließend müssen die gesammelte Daten und Erfahrungen ausgewertet werden. Erst dann wird entschieden, ob der Rettungstransportwagen dauerhaft in Molschleben verbleibt.
Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Molschleben haben die Rettungskräfte gerne bei sich aufgenommen, bestätigt Gemeindebrandmeister Maximilian Oschmann: „Ansonsten ist das ja alles derselbe Typ Mensch, jeder hat das Helfersyndrom und das verbindet.“
Dieser Artikel erschien im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 3 (2026)























