Erinnern Sie sich? Vor wenigen Wochen tönte der frischgewählte Boss einer bundesweit dilettierenden Splitterpartei taktvoll und achtsam, dass jetzt klar sei, „wo der Hammer hängt“. Adressatin war – auch wenn das der Familienname partiell nahelegen könnte – kein hämmernder Zimmermann, sondern die mutige Gegenkandidatin, welche dem ebenso vergreisten wie weißen und ungezogenen Großmaul den Führungsposten streitig machen wollte.
Nun gut, wer solche Parteifreunde hat, braucht sprichwörtlich keine Feinde mehr. Und um ein Haar hätte die rüstige olle Dame ihr Ziel ja auch erreicht. Sei‘s drum. Mir und manchem anderen Sensibelchen geht indes „der hängende Hammer“ nicht mehr aus der Omme.
Momentan werden ja in Ami-Land Nägel mit Köpfen gemacht, weil dorten die DFB-Elf siegt und siegt und siegt. Unser Reichstrainer mit der markigen Diktion („Deniz Undav ist ein brutaler Finisher…“) leuchtet zwar weitgehend als einzige Hellhäuter unter all‘ den Bimbos, Neechern, Mulatten und Mestizen, Metöken und Heloten – aber früher gab‘s im reinrassigen Teutonenfußball ja auch ab und mal einen vollintegrierten Mischling. Erinnert sei an den Halb-Schwarzen Jimmy Hartwig, der trotz sportlicher Kompetenz und charmant-lässiger Medientauglichkeit unter dem täglichen Rassismus zu leiden hatte.
Mir kann niemand weiß- , äh: weismachen, dass vielen Kaisertreuen mit Ariernachweis diese National-Elf sympathisch ist. Da dürften auch alle Siege und Gebietsgewinne nichts nutzen. Ich entsinne mich noch des Geraunes, als die ersten Deutsch-Türken aufliefen. Ja – gut, wir wurden unter Mithilfe dieser Orientalen auch mal Weltmeister. Und neben den Morgenländern gab’s auch schon (spätestestens nach der Viederwereinigung) dienstverpflichtete Wasserträger ostdeutscher und slawischer Provinienz im Koll-, äh: Team. Waren ja doch – bis auf die kaum zu überwindende Sprachbarriere – ganz gut integriert im DFB-Kader. Solide Kaderleitung?
Aber wenn unsereins so zurückblickt, eröffnet sich eben eine versunkene, vergangene, veraltete Welt. Damals, im Jahre 1994, waren die Großdeutschen ja schon einmal in den USA, um den WM-Titel heim ins Reich zu holen. Als Titelverteidiger(In) und erklärte(r) Favorit(In) hatte die DFB-Auswahl auch alle Chancen auf den Endsieg. Wir wissen noch, wie‘s ausging. Der Stolz der Nation, von der Presse launig „Bertis Buben“ geheißen, versank in Unmoral, Niedertracht und Niederlage. Mangels schwarzfüßiger Neechersklaven wurde der Bundestrainer medial und an den Stammtischen mit einem Haufen Häme überschüttet. Vielen, die sich damals daran beteiligten, tut es heute (Achtung, Triggerwarnung: Ich schreibe das folgende Wort klein!) leid. Sagen sie. Zumindest, wenn die Kamera läuft. Einem gesamtdeutschen TV-Sender war dieses bedrückende, schmachbeladene Thema jüngst eine stundenlange Dokumentation wert. Die härtesten Gegner der Elche waren früher selber welche? Da fällt mir unser Verlagsleiter ein: Der fing in jungen Jahren als Sportreporter an, war ein regional erfolgreicher Fußballspieler, später dann Vereinstrainer, Clubpräsident, Schiedsrichter – na, usw. usf. – Aber eben auch wie ich selbst ein Teil jener Journaille, die den stillen, wertkonservativen Hans-Hubert Vogts zur Strecke bringen wollten. Mein Boss und ich – wir wissen, dass es heute noch härter und bösartiger zur Sache geht. Wenn Nagelsmanns fielvarbige Gurkentruppe versagt und verliert, wandert doch der ganze nationalstolze Haufen entweder gleich auf die Galeere oder zur Feldarbeit in Deutsch-Südwest.
Trainer und Torwart werden, da erkennbar der Herrenrasse zugehörig, frühverrentet oder enden als sprachlich minderbemittelte Experten in den Quasselrunden der Rechtlich-Öffentlichen. Und die Naz-, äh: Nation? Das Vaterland? Die Heimat? Das Volk, das völkische? Hat der große Haufe zwischen Arbeitsmüh‘ und Feierabendbier nicht immer das letzte Wort? Oder mancher kultivierte Apologet deutscher Größe? Was spricht er, der Dichter? – „Alles Mist! Abor mir, mir ham‘s ja immor gewusst!“
Heini Eckenkieker
Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 6 (2026)





















