Schönau gibt den Kampf um das Einkaufszentrum nach wie vor nicht auf

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Das Einkaufszentrum in Schönau v.d.W. (2025)
Fliesenstudio Arnold

Seit fast acht Jahren ist das Einkaufszentrum in Schönau vor dem Walde geschlossen. Nach dem Rückzug des Nahkaufs verlor die Ortschaft nicht nur einen wichtigen Zugang zu Waren des täglichen Bedarfs, sondern auch einen sozialen Treffpunkt.

„Eigentlich war schon von Anfang an klar, dass der Gebäudekomplex wieder aktiv genutzt werden würde“, teilte Norbert Hartmann, Ortschaftsbürgermeister von Schönau v.d.W., mit. Als es 2020 zur Gründung der Landgemeinde Georgenthal kam und sich in diesem Zuge die Gemeinde Leinatal auflöste, wurden bereits damals vertragliche Regelungen getroffen. Die Instandhaltung und Nutzung des ehemaligen Einkaufszentrums sollte durch die Ortschaft Schönau gewährleistet werden.

Nach einigen Jahren und dem Überstehen der Corona-Pandemie geht es jetzt Schlag auf Schlag – immer mit dem Ziel einer möglichen Wiedereröffnung. Kurz vor Ostern begannen Reparaturen am Dach. Diese konnten nach sechs Wochen abgeschlossen werden. Auch eine neue Photovoltaikanlage wurde installiert. „Damit können wir bares Geld sparen. Zudem sichern wir uns Wettbewerbsvorteile. Die Anlage dient auch als Anreiz für einen neuen potenziellen Betreiber“, sagte Hartmann. Nach nur drei Monaten waren die Arbeiten Mitte September abgeschlossen. Insgesamt belaufen sich die Kosten für diese Maßnahmen auf 250.000 Euro.

Was in das Gebäude kommen wird, ist noch nicht zu 100 Prozent geklärt. „Derzeit befindet sich die Landgemeinde Georgenthal in Gesprächen mit einem Online-Händler aus Suhl“, merkte Hartmann an, „dieser würde hier in Schönau für den Betrieb eines 24-Stunden-Markts zuständig sein.“ Da angedacht sei, nur einen Teil der Fläche dafür aufzuwenden, werde das Einkaufszentrum noch weitergedacht, so der Ortschaftsbürgermeister. „Wir können hier wieder einen Mittelpunkt für die Gemeinde schaffen. Mit Bänken oder einer gemütlichen Sitzecke locken wir die Schönauer hierher.“

Sollte alles gut laufen, eröffne auch die Bäckerei Miehlke eine Verkaufsstelle. Was bisher noch nicht geklappt habe, ist die Anwerbung eines Fleischers. Norbert Hartmann betonte, dass dafür die optimalen Bedingungen vor Ort gegeben wären. „Wir haben große, gut erhaltene Kühlräume.“

Wann es mit der Eröffnung so weit ist, wollte der Ortsteilbürgermeister nicht genau sagen. Gewünscht hätte er sich, dass die Einwohner von Schönau ab Herbst 2026 wieder Waren des täglichen Bedarfs hier erwerben können. Durch Verzögerungen bei der Haushaltsaufstellung geht er aber stark von einem Eröffnungstermin im Jahr 2027 aus.

Mit einigen kleinen Überraschungen könnte der Markt auch aufwarten. „Wir haben ja den Radweg bis zum Einkaufszentrum erneuert. Bei einem 24-Stunden-Markt stelle ich mir vor, dass wir beispielsweise Fertiggerichte und eine Aufwärmmöglichkeit für Touristen anbieten“, sagte Hartmann. Auch ein oder zwei Ladesäulen für E-Autos wären denkbar.

Egal, welche kleinen Extras der neue Einkaufsmarkt haben wird, der Ortschaftsbürgermeister freut sich, dass es vorangeht. Und dabei lobte er auch den Einsatz der engagierten Helfer des ortsansässigen Vereins, die bei der Räumung und Instandsetzung des Markts tatkräftig mithelfen. „Unser Ziel bleibt die Schaffung einer Nahversorgung, die besonders denen hilft, die nicht so mobil sind“, resümiert Hartmann.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Lokalreporter, Ausgabe 9 (2025)

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