Im Gothaer Stadtzentrum ist ein „Stolperstein“ gestohlen worden. Wie das „Bündnis gegen Rechts. Gotha ist bunt“ informiert, wurde der Vorfall am Donnerstag, 13. März, bei der Polizei angezeigt.
Der Stolperstein erinnerte an den 1909 in Gotha geborenen Harry Neuwirth, der aufgrund seiner jüdischen Herkunft vor den Nazis ins Ausland floh und 1940 von diesen ausgebürgert wurde. Sein Vater, der Fotograf Isidor Neuwirth, der im Februar 1945 ins KZ Theresienstadt deportiert wurde, gehört zu den wenigen Holocaust-Überlebenden in Gotha.
Das „Bündnis gegen Rechts. Gotha ist bunt“ verurteilt diese Schändung des Holocaust-Gedenkens aufs Schärfste. Seit 2025 wurden auf Initiative des Bündnisses 95 Stolpersteine verlegt, die an Opfer des NS-Terrors erinnern – an ermordete und vertriebene Juden, Sinti und Roma sowie politisch Verfolgte.
Wenige Wochen vor dem 80. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus ist diese Tat aus Sicht des Bündnisses die logische Folge des besonders in Thüringen auf allen politischen Ebenen salonfähig gewordenen Rechtsextremismus. Eine 180-Grad-Wende des Erinnerns an die NS-Zeit wird gefordert, das wahrhaftige Gedenken als „Schuldkult“ verunglimpft, die Grenze des Sagbaren in unerträglicher Weise verschoben. Zuletzt gipfelte das Erstarken der Rechten darin, dass ein rechtsextremer Geschichtsrevisionist mehrfach als Vizepräsident für den Thüringer Landtag aufgestellt wurde.
Der Stolperstein soll im September ersetzt werden, wenn in Gotha fünf weitere Stolpersteine verlegt werden. Das Bündnis ruft zu Spenden auf. Die Bankverbindung: VR Bank in Thüringen, IBAN DE36 8206 4038 0006 5180 60, BIC GENODEF1MU2, Stichwort Stolpersteine.
(Bündnis gegen Rechts. Gotha ist bunt e.V.)





















