„Tiere des Jahres 2017“ – Neue Sonderausstellung des Museums der Natur Gotha

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Eine Haselmaus (Muscardinus avellanarius) im Winterschlaf, © Klaus Bogon, Stiftung Schloss Friedenstein Gotha

Im Westturm von Schloss Friedenstein stehen ab Sonntag, 5. März, Gemeine Keiljungfer, Flunder und Co. im Fokus: Die neue Sonderschau des Museums der Natur Gotha rückt zwölf Tiere des Jahres 2017 in den Mittelpunkt, die Natur- und Umweltverbände alljährlich küren, um auf ihre besondere Gefährdung hinzuweisen. 1971 wurde erstmals mit dem Wanderfalken der Vogel des Jahres gewählt. Diese Kampagne war so erfolgreich, dass weitere Naturschutzvereine ebenfalls Naturobjekte des Jahres bestimmten. Damit soll ein besserer Schutz besonderer Arten und ihrer Lebensräume erreicht werden.

Das Museum der Natur in Gotha ist das einzige Museum in Thüringen, das den Tieren des Jahres eine eigene Sonderausstellung widmet. Seit 2012 wird die Kabinettausstellung jährlich im Westturm von Schloss Friedenstein gezeigt, wo sie sich an die Dauerausstellung „Tiere im Turm“ anschließt. „Es ist immer eine Herausforderung, die Ausstellung so schnell zusammenzustellen, da die Tiere erst sehr kurzfristig bekannt gegeben werden“, sagt Peter Mildner, Zoologischer Präparator der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha. Der Vorteil der Stiftung: Sie besitzt einen großen Fundus, auf den sie zurückgreifen kann. Allein die Vogelsammlung zählt stolze 5500 Exemplare. Neben den Präparaten sind in der kleinen Schau auch Modelle zu sehen: das 25-fach vergrößerte Fangbein der Gottesanbeterin beispielsweise hat Ronald Bellstedt gebaut.

Der Entomologe und wissenschaftliche Mitarbeiter der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha weiß, warum gerade jene zwölf Exemplare zum „Tier des Jahres 2017“ gekürt wurden und besonders schützenswert sind. Es ist ihr Lebensraum, der schwindet: Schmetterlinge wie die „Goldene Acht“ werden durch intensive Landwirtschaft bedroht. Nicht nur übereifrige Häuslebauer, die für ihre Gartenmauern Feldsteine in der Natur sammeln, können für Blindschleichen ein Problem darstellen.

Neben Haselmaus, Gottesanbeterin oder Goldener Acht wurde in diesem Jahr auch der Waldkauz gekürt: Er reiht sich damit in die Reihe von Kiebitz, Weißstorch, Eisvogel und Co. ein, die in den vergangenen Jahren als Vogel des Jahres im Rampenlicht standen. Der Waldkauz als Jäger der Nacht ist nur selten zu sehen, aber gut zu hören. Seinen typischen Ruf kennt der Krimi-Liebhaber aus Nachtszenen. Die kammartigen Federn seiner Flügelkanten und sein weiches Gefieder sorgen für einen lautlosen Flug. Scharfe Augen sowie ein ausgezeichnetes Gehör machen ihn zum perfekten Beutegreifer. Zu seiner Nahrung zählen hauptsächlich Mäuse, aber auch Vögel, Lurche, Insekten und sogar Regenwürmer. Der Waldkauz ist die häufigste Eule in Deutschland und ein Vogel mit Lokalbezug: Er brütet auch im Gothaer Schlosspark sowie auf dem Krahnberg. Der alte Baumbestand bietet hier einige große Höhlen für eine erfolgreiche Jungenaufzucht.

„Tiere des Jahres 2017“ ist eine kleine Ausstellung, die nicht nur informieren, sondern auch sensibilisieren möchte. Sie läuft noch bis zum 28. Mai 2017 im Schlotheim Kabinett von Schloss Friedenstein Gotha.

Informationen zur Ausstellung:

Tiere des Jahres 2017:
5. März bis 28. Mai 2017
Museum der Natur Gotha, Schlotheim-Kabinett

Eröffnung der Ausstellung:
Samstag, 4. März 2017, 14 Uhr
Museum der Natur Gotha, Schlotheim-Kabinett

Begrüßung:
Dr. Timo Trümper
Stellv. Direktor Wissenschaft und Sammlungen

Einführung in die Ausstellung:
Ronald Bellstedt
wissenschaftlicher Mitarbeiter

Eintritt:
5,00 Euro (erm. 2,50 Euro)

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 –16 Uhr (ab April bis 17 Uhr),
montags geschlossen, an Feiertagen geöffnet

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